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Schenkung aus dem Ausland - wie hoch wäre der Freibetrag?

| 29.01.2009 12:50 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin bulgarische Staatsbürgerin, lebe aber seit 2002 in Deutschland und seit 2008 bin ich hier berufstätig. Meine Eltern sind ebenso bulgarische Staatsbürger, leben und arbeiten in Bulgarien.
Im Moment bin ich auf der Suche nach einer Kaufwohnung, die ich von meinen Eltern geschenkt bekommen würde (Preisgrößenordnung ca. 600 Tsd EUR). Die Alternativen wären:
Alt 1):ich bekomme die Geldsumme geschenkt und kaufe die Wohnung selber
Alt 2): meine Eltern kaufen die Wohnung und schenken sie mir
Alt 3): eine Mischform, bei der ich einen Teil der Summe geschenkt bekomme und den Rest als "Darlehen" von meinen Eltern
Alt 4): eine Mischform, bei der mein Vater und ich Miteigentümer der Wohnung werden.

Interessieren würde mich die steuerliche Behandlung des Sachverhalts, insbesondere folgende Fragen:
1) was ist aus steuergesetzlichen Gesichtspunkten relevant, z.B. wie hoch wäre der Freibetrag, gilt er pro Elternteil, wie hoch sind die Schenkungssteuersätze, was ist in dem bestimmten Fall (Schenkung aus dem EU-Ausland an eine ausländische, aber in Deutschland wohnhafte und steuerpflichtige Person) zu beachten?
2) welche der oben genannten Alternativen ist zu bevorzugen, gäbe es andere, aus meiner Sicht zu bevorzugende Alternativen?
3) Im Fall von Option 1: werden die Geldbeträge, die ich von meinem Vater während meines Studiums 2002-2008 bekommen habe (zur Finanzierung des Studiums und der Lebensunterhaltskosten) bei der Berechnung des Freibetrags einbezogen?
4) Im Fall von Option 3 und 4: dürfen ausländische (EU-) Staatsbürger ohne weiteres in Deutschland Immobilien erwerben und was gilt steuerlich zu beachten?
5) Sind alle 4 Optionen gesetzlich zulässig?

Ich bedanke mich im Voraus für die Antwort!

Viele Grüße

Sehr geehrte Fragestellerin,
auf Grund der von Ihnen dargelegten Angaben möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Gem. § 1 ErbStG fallen unter das Erbschaftssteuergesetz auch Schenkungen unter Lebenden.
2. Gem. § 2 ErbStG tritt die persönliche Steuerpflicht ein wenn der Schenker oder der Erwerber zur Zeit der Schenkung Inländer sind. Sie wären nach Ihren Angaben bereits Inländer, da gem § 2 I a ErbStG es bereits ausreicht wenn Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthalt oder Ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben.
Hiernach wäre eine Schenkung somit in Deutschland steuerpflichtig.
3. Ihre Alternativen 1. und 2. unterscheiden sich steuerlich nicht. In beiden Fällen würden sie etwas mit einem Wert von 600.000 € geschenkt erhalten.
4. In Alternative 3. würde sich die Steuer nur nach dem geschenkten Anteil richten, das gegebene Darlehen wäre nicht steuerpflichtig, wobei zu beachten ist, dass dieses Darlehen auf einem Vertrag basiert und letztlich auch, wie bei einem jedem Dritten, zurückbezahlt wird.
5. Ähnliches gilt für Ihre Alternative 4. Auch hier müssten Sie lediglich den Anteil der Wohnung versteuern den Sie geschenkt erhalten.
Der Unterschied zwischen Alternative 1 und 2 liegt lediglich darin, dass bei 1. Sie die Grunderwerbssteuer zahlen müssen und bei Alternative 2. Ihr Vater die Grunderwerbssteuer zahlen müsste.
6. Andere Alternativen sind mir momentan nicht ersichtlich.
7. Die von Ihnen genannten Alternativen sind alle gesetzlich zulässig.
8. Zu Ihrer Frage 4. ist zu sagen, dass grundsätzlich jedermann in Deutschland Grundstücke kaufen darf. Seine steuerliche Behandlung hinsichtlich des Grundstücks( bspw. Mieteinnahmen, Grunderwerbssteuer) richtet sich dann nach den deutschen Steuergesetzen.
9. Zu Ihrer Frage 3. Gem § 14 ErbStG werden alle Beträge die durch Schenkung oder Erbschaft erhalten worden sind für die Berechnung der Steuer zusammengezählt, sofern sie innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren stattgefunden haben.Eine Ausnahme hiervon stellen Unterhaltszahlungen dar. Sofern also die Zahlungen Ihres Vaters während Ihres Studiums lediglich Unterhaltszahlungen waren sind diese nicht miteinzurechnen. Hierfür spricht vieles, da Sie Angaben diese Beträge waren zur Finanzierung des Studiums und für Lebensunterhalt.
10. zu Ihrer 1. Frage ist zu sagen, dass die Freibeträge für Sie hinsichtlich jeder einzelnen Schenkung von verschiedenen Personen gelten. Sollte der Geldbetrag Ihnen somit häftig von Ihrer Mutter und hälftig von Ihrem Vater geschenkt werden, so gilt für jede Schenkung derselbe Freibetrag. Gem. § 16 I Nr.2 beträgt dieser Freibetrag für Kinder bei Schenkungen eines Elternteils jeweils 400.000 €. Dies bedeutet in Ihrem Fall, dass sofern Sie von Ihrer Mutter und Ihrem Vater jeweils 300.000 € geschenkt erhalten, beide Erwerbe durch die Freibeträge abgedeckt sind und Sie keine Steuer zu zahlen haben.

Ich hoffe Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Fragen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 29.01.2009 | 13:27

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