Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
481.943
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung aus dem Ausland - Mit welchen möglichen Steuern oder Gebühren in Deutschland muss ich rech


11.03.2008 09:43 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau



Guten Tag,

Ich wohne in Deutschland seit 1999, habe die russische Staatsangehörigkeit und eine unbefristete Niederlassungserlaubnis. Meine Eltern sind russische Staatsbürger und wohnen in Russland.

Meine Mutter besitzt Wertpapiere, die sie in Russland teilweise verkaufen und mir das Geld für Immobilienkauf in Deutschland schenken möchte. Der Verkauf und die Schenkung werden in Russland stattfinden. Ich gehe davon aus, dass das Geld danach mir auf mein deutsches Bankkonto überwiesen werden wird.

Ich interessiere mich, was aus deutscher Sicht in diesem Fall zu beachten ist. Mit welchen möglichen Steuern oder Gebühren in Deutschland muss ich rechnen? Gibt es irgendwelche Einschränkungen bei der Banküberweisung? Welche Dokumente/Nachweise sollte ich vorweisen können, um die Geldsumme auf meinem Konto erklären zu können (falls das aus gesetzlichen Gründen nötig ist)?

Vielen Dank im voraus.
Eingrenzung vom Fragesteller
11.03.2008 | 09:50
Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.
Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


1. Steuern:

Nach §§ 1 Absatz 1 Nr. 2, 7 Absatz 1 Nr. 1 Erbschafts- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG) unterliegen Schenkungen der Schenkungsteuer.

Sie sind nach § 2 Absatz 1 Nr. 1 a) ErbStG persönlich steuerpflichtig, da Sie nach eigenen Angaben einen ständigen Wohnsitz in Deutschland haben.

Die Steuer entsteht gemäß § 9 Absatz 1 Nr. 2 ErbStG im Zeitpunkt der Ausführung der Schenkung, d.h. in Ihrem Fall, wenn Ihre Mutter Ihnen das Geld überweist oder in bar übergibt.

Geldschenkungen sind gemäß § 13 Absatz 1 Nr. 1 Satz 2 ErbStG grundsätzlich nicht steuerbefreit.

Nach § 15 Absatz 1 Nr. 2 ErbStG unterliegen Sie der Steuerklasse I und haben somit gemäß § 16 Absatz 1 Nr. 2 ErbStG einen Freibetrag in Höhe von 205.000 €. Dies bedeutet, wenn die Schenkung Ihrer Mutter wertmäßig maximal diesen Betrag erreicht, müssen Sie keine Schenkungsteuer zahlen, anderenfalls ist nur der über diesen Freibetrag hinausgehende Betrag zu versteuern.

Der Steuersatz bestimmt sich nach § 19 Absatz 1 ErbStG und ist von der Höhe des zu versteuernden Betrages abhängig:

bis 52.000 € 7 %,
bis 256.00 € 11 €
bis 512.000 € 15 %
bis 5.113.00 € 19 %
bis 12.783.000 € 23 %
bis 25.565.000 € 27 %
über 25.565.000 € 30 %

Sie sind nach § 30 ErbStG verpflichtet die Schenkung beim Finanzamt anzuzeigen. Dieses wird Sie dann zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern.

Sollte nach russischem Steuerrecht in Russland ebenfalls Schenkungsteuer anfallen, ist diese unter Umständen nach § 21 ErbStG auf die deutsche Steuer anzurechnen.


2. Überweisung hoher Beträge:

Wenn Ihnen Ihre Mutter das Geld überweist, gilt es zu beachten, dass Überweisungen ab 12.500 € in Deutschland meldepflichtig sind. Wie in diesem Fall zu verfahren ist, besprechen Sie am besten vorab mit Ihrer Bank. Auch sollten Sie die Herkunft des Geldes eindeutig dokumentieren, um später keine Probleme zu bekommen. Am Besten verfassen Sie gemeinsam mit Ihrer Mutter einen notariellen Schenkungsvertrag.


Ich hoffe Ihnen, mit den vorstehenden Ausführungen eine erste Orientierung gegeben zu haben. Für eventuelle Nachfragen benutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.


Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60519 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
3,6/5,0
Ich bezweifle die Richtigkeit resp. Vollständigkeit der Antwort. Konkrete Verweise auf Steuergesetze fehlen. Damit werde ich kaum weiter kommen beim Finanzamt. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Rechtsanwalt konnte deutlich mehr Klarheit in einen rechtlich fuer mich schwer einzuschaetzenden Sachverhalt bringen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Obwohl das Ergebnis für den Betroffenen(den ich berate) niederschmetternd ist, hat mich der Anwalt schnell und gut beraten. MFG ...
FRAGESTELLER