Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung anfechtbar?

| 06.11.2010 19:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo, ich hoffe hier eine Antwort auf meine Fragen zu finden.
Sachverhalt ist folgender:

Der Opa meiner Frau ist verstorben, dieser hatte meiner Frau vor ca. 4 Jahren Geld zur Hochzeit geschenkt zwecks Schuldentilgung und Aufbau einer gesicherten Existenz. Damals war es etwa die Hälfte seines Vermögens, heute allerdings übersteigt die Schenkungssumme die Gesamterbmasse.
Meine Frau ist nun als Alleinerbin vorgesehen worden und erwartet das ihr Onkel seinen Pflichtteil einfordert und dabei auch die Schenkung mit einbezieht, was uns unsere Existenz (Einfamilienhaus noch nicht bezahlt und mit Hypothek belegt) kosten könnte, da von der Schenkung ja nichts mehr da ist. Ein Teil ist damals zur Tilgung genutzt worden, der andere als Anzahlung für dasHaus.
Die Frage ist nun ob die Schenkung anfechtbar ist und in welchem Umfang. Ausserdem ob man gezwungen ist diesen Betrag sofort und auf einmal zu zahlen.

Vielen Dank im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nach § 2325 BGB gilt Folgendes: Schenkungen des Erblassers, die in den letzten zehn Jahren stattgefunden haben, werden dem Nachlaß hinzu gerechnet und erhöhen damit den Pflichtteil.

D. h. als Erbin muß Ihre Ehefrau dem Pflichtteilsberechtigten Auskunft über den Nachlaß erteilen und ein Nachlaßverzeichnis, sofern der Pflichtteilsberechtigte das wünscht, erstellen. In diesem Nachlaßverzeichnis, das Grundlage für die Berechnung der Höhe des Pflichtteils ist, ist auch der Betrag der Schenkung anzuführen; vgl. § 2314 BGB.


2.

Allerdings wird die Schenkung nicht in voller Höhe berücksichtigt.

Wenn die Schenkung innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall erfolgt ist, wird sie voll berücksichtigt. Mit jedem weiteren Jahr vom Erbfall gerechnet, wird die Schenkung zu einem Zehntel weniger berücksichtigt. Das folgt aus § § 2325 Abs. 3 BGB.

Ob das Geld zwischenzeitlich verbraucht worden ist, ist unerheblich. Bezüglich der Höhe der Schenkung kommt es auf den Tag der Schenkung und nicht auf den Zeitpunkt des Erbfalls, also des Todes des Erblassers an; vgl. § 2325 BGB.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2010 | 20:15

Vielen Dank für die schnelle Antwort,

Muss sich der Onkel z.B. auf eine Ratenzahlung einlassen?
Die Tatsache das es sich um ein Hochzeitsgeschenk handelt fällt da auch nicht ins Gewicht?
Welche Fristen wären denn einzuhalten für das Nachlaßverzeichnis? beim Nachlassgericht sagte man uns das sich die Eröffnung gut 4 Wochen hinziehen kann. Den Vordruck für das Nachlaßverzeichnis haben wir vom Gericht noch nicht bekommen.
Reicht es nicht wenn wir dem Nachlaßgericht dann das Verzeichnis zukommen lassen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2010 | 20:52

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Der Pflichtteilsberechtigte muß sich nicht auf Ratenzahlungen einlassen. Allerdings sollte man ggf. versuchen, eine Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen.


2.

Bezüglich der Errichtung des Nachlaßverzeichnisses wird Ihnen der Onkel eine Frist setzen. Diese Frist muß angemessen sein. D. h. eine Frist von etwa drei Wochen dürfte ausreichen. Sie müssen natürlich Gelegenheit haben, alle relevanten Positionen in das Nachlaßverzeichnis aufzunehmen. Dazu gehören z. B. auch die Begräbniskosten.


3.

Der Vordruck des Gerichts, den Sie ansprechen, hat nichts mit dem Nachlaßverzeichnis zu tun, das der Pflichtteilsberechtigte verlangen kann.

In das Nachlaßverzeichnis sind Aktiva und Passiva als auch der fiktive Nachlaß (Schenkung) aufzunehmen.


4.

Nochmals: Das Formular für das Gericht ist nicht gleichzusetzen mit dem Nachlaßverzeichnis, das der Onkel verlangen kann. Sie sollten also abwarten, wie und wann der Onkel reagiert. Als Pflichtteilsberechtigter hat der Onkel einen Rechtsanspruch darauf, daß Sie ihm das Nachlaßverzeichnis vorlegen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 06.11.2010 | 21:33

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 06.11.2010 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69523 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich war sehr zufrieden mit der ausführlichen Antwort ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr geehrter Herr Lembcke, vielen Dank für Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und unkomplizierte Hilfe ...
FRAGESTELLER