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Schenkung an Sohn und Schwiegertochter, Immobilie mit Schulden, Schenkungssteuer

24.03.2020 08:55 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe eine Frage zur Höhe der anfallenden Schenkungssteuer.
Es geht um die Schenkung einer ETW an mich (Sohn) und an meine Frau (Schwiegertochter) zu jeweils gleichen Teilen.
Beim Notar (Urkundsentwurf) ist der Wert der ETW mit 125.000 € angegeben, der laufende Kredit bzw. Belastung der ETW beläuft sich auf 110.000 €. Die eingetragene Grundschuld ist 65.000 €.
Eine Darlehensübernahme ist von uns (Beschenkte) akzeptiert und mit der Bank geklärt.
Der Wert der ETW resultiert aus der Schätzung der Bank beim Kauf der ETW von 2016, Notar hat davon Kenntnis. Ein Gutachten zur Berechnung des aktuellen Verkehrswert wurde nicht gemacht.

Wird das Finanzamt eine Nachträgliche Ermittlung des Verkehrswerten durchführen?
Wie Hoch ist die Schenkungssteuer für meine Frau (Schwiegertochter)?

- Alle Freibeträge sind noch vorhanden
- Keine Schenkung der Eltern in den letzten 10 Jahren
- Die ETW wird ohne Mietvertrag von uns (Sohn und Schwiegertochter) bewohnt

Danke und freundliche Grüße

24.03.2020 | 09:52

Antwort

von


(66)
Roseplatz 6
31787 Hameln
Tel: 01772422226
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Sehr geehrte/r Rechtsratsuchende/r, 

nachfolgend nehme ich gerne zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der schenkungssteuerlichen Situation Stellung:

Dabei ist zunächst darauf hinzuweisen, dass die sog. Bereicherung gem. § 10 ErbStG: Steuerpflichtiger Erwerb der Schenkungssteuer unterliegt.

Da Sie mitteilen, dass die ETW in 2016 einen Wert von 125 TEUR hatte und Sie in der Schenkungsurkunde zugleich die noch valutierte Belastung in Höhe von 110 TEUR übernehmen, beläuft sich die für die Besteuerung maßgebliche Bereicherung auf 15 TEUR. 

Da dieser Betrachtung die Bewertung der ETW in 2016 zugrundeliegt, ist es durchaus möglich, dass das Finanzamt eine neue/eigene Bewertung der ETW vornimmt. Bewertungszeitpunkt ist dabei nicht 2016, sondern der Schenkungszeitpunkt. 

Die Bereicherung von angenommen 15 TEUR entfällt dann hälftig an Sie und Ihre Ehefrau, Schwiegertochter der Schenker.

Da Sie mitteilen, dass in den letzten 10 Jahren keine Schenkungen erfolgt sind, bleibt Ihnen ein Freibetrag gem. § 16 ErbStG: Freibeträge von 400 TEUR und Ihrer Frau ein Freibetrag von 20 TEUR.

Eine Schenkungssteuer entsteht daher erst dann, wenn der eine vom Finanzamt erfolgte Neubewertung einen Wert von über 150 TEUR ergäbe. In diesem Fall läge der Steuersatz für Ihre Frau gem. § 19 ErbStG: Steuersätze , § 15 ErbStG: Steuerklassen bei 15% bezogen auf die bei ihr vorliegende Bereicherung, also hälftiger Wert der ETW abzgl. hälftige valutierte Belastung abzgl. 20 TEUR Freibetrag. 

Die Möglichkeiten einer zusätzlichen Steuerbefreiung gem. § 13 ErbStG: Steuerbefreiungen bestehen leider nur im Erbfall, nicht jedoch bei Schenkungen, so dass die Selbstnutzung durch Sie und Ihre Frau keinen weiteren Freibetrag eröffnet.  

Falls Sie sich kostengünstig über die aktuelle Marktlage informieren möchten, ohne gleich eine Immobilienwertermittlung in Auftrag zu geben, können Sie bei Ihrem regionalen Katasteramt einen sog. Vergleichswert erfragen. Dieser beruht auf kürzlich erfolgten Verkäufen etwa vergleichbarer Immobilien. 

Selbstverständlich können Sie aber auch abwarten, ob das Finanzamt überhaupt eine Neubewertung vornehmen wird und dann im Falle eines angenommenen höheren Wertes als 150 TEUR Widerspruch einlegen und ein Immobiliengutachten in Auftrag geben. 

Eine weitere Möglichkeit bestünde natürlich darin, dass Ihre Eltern die Immobilie zunächst vollständig auf Sie übertragen und Sie nach einer großzügigen Stillhaltephase bspw. nach 4 Jahren den hälftigen Miteigentumsanteil an Ihre Frau schenkweise übertragen. In diesem Fall fiele keinerlei Steuer an. 

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, und stehe Ihnen gerne unter RA-Fey@web.de für etwaige Rückfragen zur Verfügung. 

Mit freundlichen Grüßen

Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht


ANTWORT VON

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