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Schenkung/ Vererbung von Immobilien/ Grundstücken in Brasilien

| 11.08.2014 11:06 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andre Jahn, LL.M. (US)


Zusammenfassung: Zwischen Deutschland und Brasilien gibt es kein Doppel-Besteuerungsabkommen für die Erbschafts- und Schenkungssteuer. In Brasilien ist diese ausschließlich Sache der Bundesländer. Deren Erbschafts- und Schenkungssteuern beträgt maximal 8%. Ggf. kommt eine Anrechnung gem. § 21 ErbStG in Betracht.

Ich habe ein paar Fragen zum Thema Schenkung/ Vererbung von Grundstücken bzw. Immobilien in Brasilien (vom Vater zum Kind).
Es handelt sich um mehrere Grundstücke und Immobilien in Brasilien im Wert von ca. 150 000 Euro.
Vater und Kind sind Deutsche und haben ihren Hauptwohnsitz in Deutschland.

1) Meine erste Frage: Lohnt sich eine Schenkung überhaupt? Gibt es finanziell einen großen Vorteil gegenüber dem Vererben?
(Von dem Freibetrag von 400 000 Euro bei Schenkungen, alle 10 Jahre, habe ich Kenntnis. Aber gibt es darüber hinaus etwas, was zu beachten ist?)

2)Wenn es einen Vorteil gibt: Wie hoch wäre der finanzielle Vorteil ungefähr?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Einsatz editiert am 11.08.2014 11:13:50

Sehr geehrter Fragesteller,

vorbehaltlich der im Herbst zu erwartenden Entscheidung des Bundesverfassungsgericht über die Vergassungsgemäßheit des deutschen Erbschafts- und Schenkungssteuerrechts beantworte ich Ihre Fragen, soweit das auf der Basis der bislang angegeben Tatsachen überhaupt geht, wie folgt.

Das deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht gilt, da hier sogar sowohl Erwerber als Schenker, potentieller Erblasser Inländer sind, so dass unbeschränkte deutsche Erbschafts/Schenkungssteuerpficht vorliegt (§ 2 ErbStG). Zwischen Deutschland und Brasilien existiert auch kein Doppelbesteuerungsabkommen für die Erbschafts- und Schenkungssteuer, durch welches für diesen potentiellen Nachlasswert das Besteuerungsrecht Brasilien als Belegenheitsort der Immobilie zugewiesen werden würde.

Da Sie von dem deutschen erbschafts- und schenkungssteuerlichen Freibetrag von €400.000,- (§ 16 ErbStG) bei Übertragungen sei es durch Erbfall, sei es durch Schenkung (!) bereits Kenntnis haben, kann eine etwaige Steuerersparnis hier eigentlich überhaupt nur dann vorliegen, wenn der Gesamtnachlasswert höher als dieser Freibetrag ist. Wenn der potentielle Nachlass nur aus dem brasilianischen Grundvermögen im Wert von € 150,000 besteht, kann eine Schenkung hier überhaupt keine Auswirkungen auf die deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuer haben.

Der brasilianische Bundestaat erhebt keine eigene Bundeserbschaftssteuer, sondern das Recht zur Erhebung von Erbschafts- und Schenkungssteuern ist den einzelnen Estados zugewiesen. Um diese zu berechnen, müsste man wissen, in welchem Bundesstaat die betroffene Immobilie belegen ist. Durch den brasilianischen Bundesgesetzgeber wird aber das Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht der Einzelstaaten auf maximal 8% begrenzt.

Sofern aufgrund des potentiellen, weltweiten Gesamtnachlasswertes der deutsche Freibetrag von €400.000,- überschritten werden würde, so dass in Deutschland Erbschafts- oder Schenkungssteuer anfallen würden, wäre ggf. brasilianische Erbschafts- und Schenkungssteuern, anrechenbar (§ 21 ErbStG).

Ihnen steht hier ggf. eine kostenlose Nach-fragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Andre Jahn

Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2014 | 12:44

Vielen Dank für Ihre Antwort, hat mir geholfen.
Könnten Sie mir noch mitteilen, wie hoch die Erbschaftssteuer im Bundesland Rio Grande do Sul ist? Ich danke im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.08.2014 | 13:39


Sehr geehrter Fragesteller,

bei einem potentiellen Nachlasswert von € 150.000,- (ca. 450.000 BR) schöpft der einzelstaatliche Gesetzgeber von Rio Grande da Sol die aufgrund des brasilianischen Bundesrechts zulässigen 8% Erb-und Schenkungssteuer voll aus.

Das ergibt sich für mich aus Art. 18 Abs. IX der lokalen ITCMD („Imposto sobre Transmissão Causa Mortis e Doação") des Bundesstaates Rio Grande (LEI 8.821 vom 27. Januar 1989), Darunter gilt ein gestaffelter Steuersatz.

Weil ich allerdings zugegebermaßen besser Spanisch als Portugiesisch kann, hier der Wortlaut: „...SEÇÃO III DA ALÍQUOTA Art. 18 - No Imposto sobre a Transmissão "Causa Mortis" a alíquota é definida com base no resultado da soma do valor venal da totalidade dos bens imóveis, móveis, títulos e créditos, bem como dos direitos a eles relativos, do patrimônio inventariado, estabelecendo-se:I - isenção, se os valores supra referidos não excedem 2.000 Unidades de Padrão Fiscal; II - em um por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 2001 e 4000 Unidades de Padrão Fiscal;III - em dois por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 4001 e 6000 Unidades de Padrão Fiscal;V - em três por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 6001 e 9000 Unidades de Padrão Fiscal; V - em quatro por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 9001 e 12000 Unidades de Padrão Fiscal; VI - em cinco por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 12001 e 20000 Unidades de Padrão Fiscal; VII - em seis por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 20001 e 30000 Unidades de Padrão Fiscal; VIII - em sete por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem entre 30001 e 50000 Unidades de Padrão Fiscal; IX - em oito por cento, se os valores referidos no "caput" deste artigo estiverem acima de 50001 Unidades de Padrão Fiscal. "

Man kann das aber kaum durch eine Schenkung umgehen, wie schon der Name dieser Steuer sagt: „…e Doacao".

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Bewertung des Fragestellers 11.08.2014 | 13:16

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.08.2014 5/5,0
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