Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung Tochter an Vater


01.09.2006 21:39 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Schenkung - Tochter an Vater (ihren hälftigen Anteil an unserem Haus) oder Kauf

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter und ich sind ohne eigenes Zutun in eine, für beide, unangenehme Situation geraten.
Situation: Scheidung - kurz vor der Übertragung des hälftigen Anteils meiner geschiedenen Frau an mich verstarb sie. Meine Tochter (jetzt 29J.) erbte dadurch den hälftigen Anteil.

Um dieser Situation für die nächsten Jahre die Brisanz zu nehmen, wollen wir sie regeln (die Lebensumstände meiner Tochter ändern sich). Wegen der Komplexität schoben wir dies immer vor uns her.
Sie machte deshalb den Vorschlag Ihren Anteil (unentgeltlich) an mich zu übertragen.
Ein weiterer Beweggrund ist die Ungleichbehandlung meines Sohnes.
Ein Testament muss anschließend so gestaltet sein, dass das Haus zu gleichen Teilen geteilt wird.

Wie wir jetzt erfahren haben, kann diese Angelegenheit für uns sehr teuer werden (Finanzamt). Wir finden dies als äußerst ungerecht, da wir beide diese Situation nicht herbeigeführt haben und meine Tochter das jetzt übertragende später ja doch erben wird. Außerdem übersteigt die Belastung meine finanziellen Möglichkeiten.

Gibt es für diese Situation eine andere Lösung als Schenken (Schenkungssteuer) oder Abkaufen - das Haus noch einmal abzahlen ist wegen meines Alters 60J. nicht mehr möglich?
Da ich die Hypotheken, gezwungenermaßen, bedienen musste, könnte dies auch als Schenkung an meine Tochter betrachtet werden?
Ändert dies die Sachlage?
Ich bin noch selbständig und das Haus dient meiner Frau und mir als Sicherheit im Alter.

Schenkung bedeutet: ein nicht unerheblicher Betrag an Schenkungssteuer
Kaufen bedeutet: das die Hälfte des Immobilienwertes zu ihr fließen muss.

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
F.B.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Unter Zugrundelegung Ihrer Angaben darf ich Ihnen wie folgt antworten:

Die von Ihnen geschilderte Konstellation beinhaltet vor allem wirtschaftliche Punkte, die unterschiedlich, unabhängig von einer steuerlichen Belastung gelöst werden können. Hierzu ist es besonders wichtig, die unterschiedlichen Werte zu kennen, um hier auch eine nachvollziehbare und eindeutige Antwort geben zu können. Weiterhin ist es wichtig zu welchem Zweck das Haus weiter verwandt werden soll. Diese Angaben können Sie mir gerne im Rahmen einer Nachfrage oder per EMail mitteilen.



Der aktuelle Freibetrag bei einer Schenkung von Kindern an Eltern beträgt 10.300,00 Euro.



Sofern Ihre Tochter den hälftigen Teil später sowieso erhalten sollte, könnte eine Lösung darin gesehen werden, dass Sie den Hausteil bereits jetzt behält und eine testamentarische Regelung getroffen wird, dass der Sohn einen finanziellen Ausgleich oder aber die andere Haushälfte erhält. Hierdurch würden keine Eigentumsübertragungen stattfinden. Gleichzeitig können Sie mit Ihrer Tochter ein Vorkaufsrecht für den hälftigen Teil sowie weitere Einschränkungen eines eigenständigen Verkaufs des Miteigentumanteils (der bei einer nicht einvernehmlichen Auseinandersetzung der Anteile) auch nur durch eine Teilungsversteigerung möglich ist, vereinbaren. Hierdurch schützen Sie sich und auch Ihren Sohn vor einseitigen Verfügungen Ihrer Tochter. Sollten geldwerte Vorteile oder Mieten aus dem Miteigentumsanteil herrühren, könnte hier eine vertragliche Regelung u.U. in Bezug auf die Lasten des Hauses oder auch in Bezug auf die Hypotheken zum Tragen kommen.

Ferner könnte auch ein Nießbrauchsrecht durch Ihre Tochter für Sie festgelegt werden, was aber nur die Nutzung des Objektes betrifft.

Diese Punkte gelten allerdings nur im Hinblick darauf, dass die jetzigen Eigentumsverhältnisse beibehalten werden, wogegen eigentlich keine besonderen Umstände sprechen.

Bei den Hypotheken ist es so, dass diese nur als Sicherheit für ein Darlehen, welches ja nicht Ihre Tochter betrifft, dienen. Daher wird zwar wirtschaftlich eine Schuldenfreiheit bzw. -verringerung des Objekts herbeigeführt, da Ihre Tochter das Objekt jedoch auch mit Schulden erworben hat, würden diese auch Ihr Erbe belasten. Insofern stellt zwar eine Verringerung der Schuldenbelastung eine Schenkung dar, diese dürfte jedoch innerhalb der Freibeträge liegen und auch für Ihren Sohn, der die andere Haushälfte erhalten soll, wird durch die Schuldentilgung ein finanzieller zukünftiger Vorteil in gleichem Maß geschaffen.



Insgesamt besteht jedoch die Problematik, dass Ihrer Tochter das Erbe unabhängig auch von einem Erbanspruch Ihnen gegenüber oder unabhängig eines Erbanspruchs Ihres Sohnes Ihnen oder evtl. gegenüber Ihrer geschiedenen Frau besteht. So würde u.U. überhaupt keine Ausgleichspflicht bestehen, wenn nur Ihre Tochter erbberechtigt gewesen ist.



Wenn der Miteigentumsanteil durch einen Kaufvertrag übertragen werden soll, dann sind hier ebenfalls vertragliche Regelungen möglich, die Ihrer Tochter zwar das Eigentum entziehen würden, jedoch bei Ihnen eine erhebliche finanzielle Belastung hinterlassen würden. Um diese zu vermeiden, könnte hier auch ein Nutzungs oder, wie oben schon beschrieben ein Nießbrauchsrecht eingeräumt werden.



Gestatten Sie mir, da die Fragestellung recht komplex ist, Sie am Montag telefonisch zu kontaktieren und noch einige Informationen zu erfragen, um Ihre Frage dann abschließend zu beantworten.



Ich hoffe, Ihnen trotzdem bereits einige hilfreiche Ansätze vermittelt zu haben.



Bis zum Wochenanfang verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER