Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung Immobilienbeteiligung in Deutschland für Deutschen mit Schweizer Wohnsitz

| 11.05.2013 23:52 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Anwalt/sehr geehrte Anwältin,

bei mir hat sich folgende Situation betreffs Erbrecht/Schenkung ergeben:
Ich bin Deutscher Staatsangehöriger mit Wohnsitz in der Schweiz (seit Anfang 2008) und habe inzwischen auch eine Niederlassungsbewilligung C erhalten

Meine Eltern wollen mir als vorgezogenes Erbe eine Immobilienbeteiligung an ihrer vermieteten Eigentumswohnung im Wert von ca. fünfzigtausend Euro schenken.
Frage A) Wo und wie muss die Schenkung versteuert werden?
Frage B) Werde ich durch die Annahme der Schenkung in Deutschland steuerpflichtig?
Wenn ja, was müsste in Deutschland versteuert werden, nur der Betrag aus den Mieteinnahmen und muss ich dabei meine Vermögensverhältnisse in der Schweiz offen legen? Bin ich gezwungen eine Deutsche Steuererklärung auszufüllen?
Frage C) Was ist, wenn effektiv kein Mieteinnahmen anfallen, weil die
Wohnungsverwaltung und Zinsen die Mieteinnahmen ausgleichen?
Die Wohnung wurde zumindest teilweise kreditfinanziert als Steuersparmodell
meiner Eltern angeschafft.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen nunmehr wie folgt beantworten:

Frage A) Wo und wie muss die Schenkung versteuert werden?

Nach §§ 1 Abs. 1 Nr. 2 iVm. 2 Abs. 1 Nr. 1 S. 1 des deutschen Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes (ErbStG) tritt die Steuerpflicht für Schenkungen unter Lebenden ein, wenn der Schenker zur Zeit der Ausführung der Schenkung oder der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer ein Inländer ist, für den gesamten Vermögensanfall (unbeschränkte Steuerpflicht).

Als Inländer gelten nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 S. 2 ErbStG

a) natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben,

b) deutsche Staatsangehörige, die sich nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben.

Ihre Eltern gelten demnach als Inländer, da sie einen Wohnsitz in Deutschland haben. Wenn Sie seit Anfang 2008 Ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, wären Sie nicht mehr als Inländer zu qualifizieren. Für die Steuerpflicht in Deutschland wäre es aber ausreichend, dass Ihre Eltern als die Schenkenden Inländer sind. Die Schenkung würde daher der deutschen Steuerpflicht unterliegen.

Nach dem Recht des Kantons Zürich wäre die Schenkung dort nicht steuerpflichtig. Denn eine Schenkungssteuerpflicht im Kanton Zürich besteht nur, wenn die Schenkerin oder der Schenker im Zeitpunkt der Zuwendung seinen Wohnsitz im Kanton Zürich hat oder im Kanton gelegene Grundstücke oder Rechte an solchen übergehen. Beides läge in Ihrem Falle nicht vor.


Frage B) Werde ich durch die Annahme der Schenkung in Deutschland steuerpflichtig?

Nein. Zwar wäre die Schenkung grundsätzlich in Deutschland schenkungssteuerpflichtig, nach § 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG gilt für Schenkungen an Kinder aber ein Freibetrag von 400.000,- €. Dies bedeutet, dass Ihnen Ihre Eltern innerhalb von 10 Jahren insgesamt 400.000,- € schenkungsweise zuwenden könnten, ohne dass hierfür Schenkungssteuer anfallen würde. Wenn der Wert der Immobilienbeteiligung also nur 50.000,- € beträgt, ist keine Schenkungssteuer zu zahlen.


Frage C) Was ist, wenn effektiv kein Mieteinnahmen anfallen, weil die
Wohnungsverwaltung und Zinsen die Mieteinnahmen ausgleichen?

Bei der Bewertung der Immobilienbeteiligung sind natürlich auch die Kosten der Wohnung zu berücksichtigen. Die Bewertung der Schenkung wird durch die Finanzbehörden vorgenommen. Da die Schenkung einer Immobilie notariell beurkundet werden muss, ist der Notar anschließend verpflichtet, die Finanzbehörden über die Schenkung zu unterrichten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 12.05.2013 | 15:06

Sehr geehrte Frau Bellmann,

vielen Dank für die überaus ausführliche Antwort,
in einem Punkt habe ich mich vielleicht ein bisschen unklar ausgedrückt, gestatten Sie deshalb die kurze Nachfrage:

Meine Hauptsorgen betreffs obiger Schenkung liegt in
Bezug auf die Zukunft: Die Wohnung wird auch nach der Schenkung
vermietet bleiben, so dass ich mich Frage, ob ich mit meinen anteiligen Mieteinnahmen zukünftig der deutschen Steuerpflicht unterliege und dazu neben meiner Schweizer Steuerklärung auch noch eine deutsche unter Offenlegung meiner Schweizer Finanzverhältnisse
leisten muss (was ich natürlich vermeiden will).

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.05.2013 | 16:24

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre freundliche Bewertung.

Der obige Aspekt hat sich für mich in der Tat nicht aus Ihrer Fragestellung ergeben. Gerne beantworte ich aber auch Ihre Nachfrage.

Leider werden Sie die Mieteinkünfte aus der deutschen Immobilienbeteiligung in Deutschland versteuen müssen. Sie sind zwar mangels eines Wohnsitzes in Deutschland hier nicht unbeschränkt steuerpflichtig nach § 1 Abs. 1 EStG, aber unbeschränkt steuerpflichtig nach § 1 Abs. 4 EStG, da die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach §§ 49 Abs. 1 Nr. 6, 21 EStG der deutschen Steuerpflicht unterliegen. Dies führt dazu, dass Sie jährlich eine Steuererklärung in Deutschland zu Ihren Mieteinkünften werden abgeben müssen. Hierbei bleiben Ihre schweizer Einkünfte leider nicht völlig unberücksichtigt. Zwar werden die Einkünfte aus der Schweiz nach § 24 des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und der Schweiz nicht in Deutschland versteuert, Deutschland darf diese aber zur Bestimmung des Steuersatzes heranziehen, sog. Progressionsvorbehalt. Sie werden also bei der Steuererklärung in Deutschland auch Ihre Einkünfte in der Schweiz angeben müssen.

Natürlich werden bei der Ermittlung der Mieteinkünfte auch die mit diesen in Zusammenhang stehenden Ausgaben berücksichtigt.

Ich hoffe, ich konnte auch die Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann
Rechtsanwältin

mit

Bewertung des Fragestellers 12.05.2013 | 14:46

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank nach Weikersheim für die überaus kompetente Antwort."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 12.05.2013 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67854 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
RA Winkler beleuchtete meine Frage in allen Aspekten gründlich, schnell und professionell. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Geike ist gut auf meine Frage eingegangen und hat diese verständlich beantwortet. Zudem hat er auch meine Nachfrage bestens beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank nochmals. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen. Als Rentner mit Aufstockung hätte ich eine Nachzahlung von mehreren Jahren nicht begleichen können. ...
FRAGESTELLER