Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schenkung Immobilie - Pflichtteil

| 17.03.2015 00:43 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Ich benötige nur einen Ratschlag, damit ich überlegen kann, ob es sinnvoll ist einen Anwalt zu kontaktieren. Mein Vater hat meiner Schwester vor drei Jahren unser Elternhaus mit dem Einverständnis der drei weiteren Geschwister notariell geschenkt und den Wert des Hauses mit 100.000 Euro angegeben. Nun ist er gestorben und wir haben erfahren, dass es einen Pflichtteilergänzungsanspruch gibt, auf den wir drei Geschwister jedoch verzichten. Dummerweise ist da aber auch seine 2. Frau, mit der er vier Jahre bis zu seinem Tode verheiratet gewesen ist, mit drin. Diese jedoch ist im Moment im Besitz aller geldwerten Vermögen, lässt uns Geschwister aber im Ungewissen, wie hoch das ist oder ob überhaupt noch was da ist. Obwohl die Ehefrau in einer handschriftlichen Abmachung unterschrieben hat, dass das Elternhaus (über unsere Großeltern mütterlicherseits und über unsere Mutter) nur an uns Kinder gehen soll (das hat sie zusammen mit meinem Vater unterschrieben) und unser Vater noch ein handschriftliches Testament vor der Schenkung aufsetzte, das beinhaltet, dass das Elternhaus nur an seiner vier Kinder gehen soll, fordert sie jetzt den Pflichtteil aus dem Haus. Wir haben bis jetzt noch kein Geld geerbt, ihr Anwalt will uns wohl eine Aufstellung schicken, was an Geldern da ist, aber ich denke, die Konten sind von ihr leer geräumt. Unsere Schwester bewohnt mit ihrer Familie das renovierungsbedürftige Elternhaus und hat selbst wenig Geld um auszuzahlen.
Es ist alles nicht gut geregelt worden von unserem Vater, das wissen wir. Was muss meine Schwester von der 2. Ehefrau unseres Vaters befürchten? Wie kann der Pflichtteil errechnet werden - bei einem geschätzten Barvermögen von 10.000 Euro? Mein Vater hatte diese Frau nur geheiratet, damit sie mal seine beiden Renten bekommt, er war wesentlich älter als sie.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Der Pflichtteilsanspruch der Witwe bezieht sich auf die gesamte Erbmasse, also auf alles, was zum Todeszeitpunkt vorhanden war. Zugleich haben Sie als Kinder aber auch gegen die Witwe den gleichen Pflichtteilsanspruch, ebenfalls basierend auf der gesamten Erbmasse. Dazu haben Sie und die Witwe gegen die jeweils anderen Erben Anspruch auf Auskunft auf die Höhe des Erbes, d.h. Sie können von der Witwe die Kopien der Kontoauszüge vom Todestag fordern. Zugleich können Sie auch im Rahmen des Pflichtteilsergänzungsanspruches Auskunft über frühere Schenkungen des Vaters an die Witwe fordern, d.h. auch die Herausgabe der Kopien der Kontoauszüge, so dass Sie Leerräumungen erkennen können.

Auf diese Art und Weise kann die Schwester dann eigene Ansprüche gegen die Witwe mit deren Ansprüchen gegen die Schwester aufrechnen.

Dabei ist zu beachten, dass das Haus nur noch mit 80 % des aktuellen Wertes anzusetzen ist, weil seit der Schenkung bereits drei Jahre vergangen sind.

Der Witwe steht ein Pflichtteil in Höhe von 12,5 % der Erbmasse zu. Wenn das Barvermögen also € 10.000 umfaßt, steht der Witwe durchaus ein Pflichtteilsergänzungsanspruch in Höhe von 1.250 € zu.

Die Berechnung ist aber etwas kompliziert, ich empfehle daher dringend, einen Fachanwalt für Erbrecht einzuschalten. Dieser kann dann die jeweilige Anspruchshöhe genauer berechnen und die Auskunftsansprüche durchsetzen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.03.2015 | 01:06

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die gute Beratung. "