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Schein-Volontariat

| 29.04.2018 10:28 |
Preis: 38,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein journalistisches "Volontariat" in einem Verlag absolviert, das knapp unterhalb der Mindestlohngrenze vergütet worden ist. In dieser Zeit fand keinerlei Ausbildung statt. Es gab keine theoretischen Anteile, keine Seminare, Kurse oder dergleichen; weder einen Ausbildungsplan noch einen mir als solchen vorgestellten Ansprechpartner für Fragen zu meiner journalistischen Ausbildung.

Stattdessen habe ich von Anfang an ohne jegliche Einschränkung die Arbeit eines vollwertigen Redakteurs übernommen, mit zahlreichen Überstunden, und nach wenigen Monaten sogar die Arbeit eines "Leitenden Redakteurs", als der ich in den Impressen einer Vielzahl von Publikationen aus der Zeit meines Volontariats auch ausgewiesen bin. Das alles zwei Jahre lang unterhalb der Mindestlohngrenze, weswegen ich in dieser Zeit mit Hartz IV aufstocken musste.

Meine Frage: Was kann ich im Nachhinein noch tun? Wie aussichtsreich wäre z. B. eine nachträgliche Klage auf eine angemessene Vergütung und gäbe es für eine solche ggf. Fristen zu beachten? (Seit Beendigung meines Volontariates im September 2017 bin ich in dem Verlag als "normaler" Redakteur angestellt und möchte meinen Arbeitgeber ungern verklagen, bevor ich eine andere Stelle gefunden habe.)

Vielen Dank für Ihre Mühe.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Im Nachhinein sind Ihre Ansprüche sehr begrenzt. Sie hätten während des Volontariats die Ansprüche z.B. auf inner- und überbetrieblicher Ausbildung geltend machen können.

Die Ansprüche sind in dem Tarifvertrag für das Redationsvolontariat an Zeitschriften geregelt. Hiernach hätten Sie die Ausbildung einfordern können.

Wie Sie bereits selbst erkannt haben, ist die Zeit nicht wie eine Volontariat zu behandeln und Sie könnten die Vergütung eines Redakteurs abzüglich der erhalteten Vergütung einfordern. Der Anspruch auf Vergütung unterliegt der regelmäßigen Verjährung und verjährt damit nach 3 Jahren ab Ende des Jahres, indem die Ansprüche entstanden sind. Sofern im Arbeitsvertrag oder Volonariatsvertrag Ausschlußfristen vereinbart sind, müssen auch diese beachtet werden.

Um eine gerichtliche Auseinandersetzung zu vermeiden, könnten Sie gegebenenfalls den Arbeitgeber bitten, Ihnen zumindest wegen der fehlenden Weiterbildung im Volontariat nunmehr im Arbeitsverhältnis Weiterbildungsmöglichkeiten auf Kosten des Arbeitgebers zu gewähren.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 29.04.2018 | 13:24

Haben Sie vielen Dank für Ihre aufschlussreiche Antwort! Eine Nachfrage hätte ich tatsächlich.
"verjährt nach 3 Jahren ab Ende des Jahres, in dem die Ansprüche entstanden sind": D. h., ich müsste für Ansprüche ab September 2015 bis Jahresende 2018 klagen bzw. hätte für Ansprüche ab Januar 2016 Zeit bis Ende 2019?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.04.2018 | 15:46

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, genau so ist es. Nachlesen können Sie dies auch in §§195 und 199 BGB.

Viel Erfolg und ein schönes Restwochenende.

Beste Grüße

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht


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Bewertung des Fragestellers 29.04.2018 | 15:57

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FRAGESTELLER 29.04.2018 4,8/5,0
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