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Scheidungsmöglichkeiten ohne die Hölle für mein Kind.

29.08.2014 11:33 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


„Anonyme Geistgestörte" geheiratet u. erst später als Solche erkannt.

Schon immer hatte meine Frau (damals Freundin) regelmäßig Wutanfälle (sie hat z. B. die kleinste höflich ausgedrückte Kritik wütend nicht akzeptiert).

Nachdem das Kind gekommen ist, hat sie bei der kleinsten Unmännlichkeit bezüglich des Kindes, die Ihr nicht gut passt, einen Wutanfall, bei dem sie das Kind anschreit und beschimpft. Natürlich, erträgt sie weiter hin nicht die geringste höflich ausgedrückte Kritik über ihr Verhalten ohne sofort genervt und wütend zu werden. Manchmal wenn man ihr höchst ruhig, geduldig, höflich und gefühlvoll das offensichtlich Negative an ihr Verhalten erklärt, gibt ihr, nach den entsprechenden Wutanfall, ihren Fehler zu aber nur im Weinen und nach tausenden Ausreden, als ob es sich um ein kleines verwöhntes Mädchen handeln würde.

Dass sie ihr Wut täglich auf unser Kind auslässt, macht mich und die Kleine total fertig. Die Situation ist nicht mehr auszuhalten und die einzige Lösung, die ich sehe, wäre die Scheidung.

Nun ist das Problem, wenn ich mit dem Scheidungsprozess anfange, wird das Kind bei Ihr höchstwahrscheinlich bleiben müssen und sie wird das Kind (jetzt 2 Jahre alt) mit Ihren Wutanfällen psychisch total fertig machen, was sich wegen der Belastung der Scheidungssituation noch verstärken wird.

Gibt es irgendeinen Weg, eine Scheidung durchzuführen, ohne dass mein Kind die Hölle erleben muss und tief traumatisiert wird?

Sehr geehrter Ratsuchender,

eine Scheidung ist nur in Form des gerichtlichen Verfahrens vor dem Familiengericht möglich. Da dieses Verfahren an grundlegende Voraussetzungen gebunden ist, muss Ihre Frau beteiligt werden.

Grundsätzlich ist eine Scheidung nach einem Jahr des Getrenntlebens möglich, wenn beide Parteien der Scheidung zustimmen. Es gibt zwar auch die Möglichkeit der Scheidung vor Ablauf des einen Jahres. Dazu ist aber das Vorliegen besonderer Umstände erforderlich, die hier nicht gegeben sind.

Das Problem stellt sich hier in erster Linie für das Kind. Dazu führen Sie aus, dass das Kind bei der Mutter bleiben müsste. Das ist natürlich genau zu klären. Nach Ihrer Darstellung wird man das Kind nicht bei der Mutter lassen können und es muss nach anderen Möglichkeiten gesucht werden.

Zu klären ist, ob eine Betreuung durch Sie möglich sein kann. Dabei wird zu berücksichtigen sein, ob das Kind neben Ihrer Berufstätigkeit auch durch Kindergarten/Kinderkrippe betreut werden kann oder ob eine Betreuung durch eine Tagesmutter möglich ist. Das muss ersteinmal geklärt werden.

Wenn es Möglichkeiten gibt, sollten Sie die Trennung herbeiführen und mit der Tochter die gemeinsame Wohnung verlassen oder Ihre Frau zum Verlassen auffordern.

Mit der Trennung stehen natürlich weitere Probleme im Zusammenhang.

Die Mutter wird ein Umgangsrecht einfordern, das ihr auch zusteht. Allerdings wird man, wegen der Wutanfälle, wohl an einen begleitenden Umgang denken müssen, damit die Tochter nicht allein mit der Mutter ist und deren Anfällen ausgesetzt ist.

Es wird kaum möglich sein, das Kind vollkommen aus der Scheidungsituation vollständig herauszuhalten; man kann aber mögliche Beeinträchtigungen mit den oben aufgezeigten Möglichkeiten jedenfalls gering halten, wenn nicht ganz vermeiden können.

Da es offenbar wohl auch nicht möglich ist, die Mutter zu einer ärztlichen Untersuchung und Behandlung zubewegen, müssen Sie letztlich einen Weg finden,dass die Tochter bei Ihnen bleiben kann.

Um dieses auch in die Tat umzusetzen, müssen Sie natürlich zunächst die Fage der Betreuungsmöglichkeiten klären. Dazu können Ihnen Beratungstellen hilfreich zur Seite stehen. Gerne können Sie sich mit mir in Verbindung setzen, damit ich Ihnen solche nennen kann. Ich kann diese hier nicht angeben, da wegen des Bezuges zu Ihrem Wohnort auch Rückschlüsse auf Sie gezogen werden könnten.

Grundsätzlich sollten Sie zudem vor Ort einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin beauftragen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2014 | 11:49

Ich hätte folgende Fragen auf die unten übertragenen Absätze:


"Das Problem stellt sich hier in erster Linie für das Kind. Dazu führen Sie aus, dass das Kind bei der Mutter bleiben müsste. Das ist natürlich genau zu klären. Nach Ihrer Darstellung wird man das Kind nicht bei der Mutter lassen können und es muss nach anderen Möglichkeiten gesucht werden."
Wie wären die theoretischen Standard-Schritte, bis es (vom Richter?) festgelegt wird, dass das Kind bei seiner Mutter nicht bleiben darf?


"Zu klären ist, ob eine Betreuung durch Sie möglich sein kann. Dabei wird zu berücksichtigen sein, ob das Kind neben Ihrer Berufstätigkeit auch durch Kindergarten/Kinderkrippe betreut werden kann oder ob eine Betreuung durch eine Tagesmutter möglich ist. Das muss ersteinmal geklärt werden."
Das Kind wird schon von einer Kinderkrippe betreut, so dass ich das Kind vor und nach der Arbeit ruhig betreuen könnte.


"Wenn es Möglichkeiten gibt, sollten Sie die Trennung herbeiführen und mit der Tochter die gemeinsame Wohnung verlassen oder Ihre Frau zum Verlassen auffordern."
Darf ich einfach so, mein Kind nehmen und in eine andere Wohnung ziehen oder meine Frau zum Verlassen auffordern? Wie sind die gesetzlichen Schritte überhaupt in beiden Fällen?


"Da es offenbar wohl auch nicht möglich ist, die Mutter zu einer ärztlichen Untersuchung und Behandlung zubewegen, müssen Sie letztlich einen Weg finden,dass die Tochter bei Ihnen bleiben kann.
Um dieses auch in die Tat umzusetzen, müssen Sie natürlich zunächst die Fage der Betreuungsmöglichkeiten klären. Dazu können Ihnen Beratungstellen hilfreich zur Seite stehen. Gerne können Sie sich mit mir in Verbindung setzen, damit ich Ihnen solche nennen kann. Ich kann diese hier nicht angeben, da wegen des Bezuges zu Ihrem Wohnort auch Rückschlüsse auf Sie gezogen werden könnten."
Ich werde Sie kontaktieren, um die Beratungstellen in meiner Nähe zu erfahren. Vielen Dank.


Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.09.2014 | 12:19

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Sie und Ihre Frau sich einigen können, dass das Kind bei Ihnen bleibt, bedarf es keiner richterlichen Entscheidung.

Kommt eine Einigung nicht in Betracht, sollten Sie zunächst das Jugendamt um Unterstützung und Vermittlung bitten.

Kommt auch dann keine Einigung zu Stande, werden Sie den Antrag bei dem zuständigen Familiengerecht stellen müssen, dass Ihnen zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen wird. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist ein Teil des Sorgerechts, das Sie und ihre Frau gemeinsam ausüben.

Wenn aber, wie in Ihrem Fall, das Wohl Ihres Kindes gefährdet ist, wenn es bei der Mutter bleibt, müssen Sie die gerichtliche Entscheidung herbeiführen; das sollten Sie nur mit anwaltlicher Hilfe beantragen

Sofern die Betreuung des Kindes sichergestellt ist, wie Sie ausführen, kann das Kind auch bei Ihnen leben. Jedenfalls wird das Argument, Sie könnten die Betreuung nicht sicherstellen, dann schon nicht mehr in Betracht kommen.

Da Ihnen und Ihrer Frau das Sorgerecht gemeinsam zusteht, können auch Sie mit dem Kind in eine andere Wohnung ziehen. Ist die Frau damit nicht einverstanden, werden Sie, wie oben geschildert, den Antrag bei dem zuständigen Familiengericht stellen müssen.

Sofern Ihre Frau die Wohnung nicht verlassen will, können Sie bei dem zuständigen Familiengericht auch einen Antrag auf Übertragung auf Wohnungszuweisung stellen. Wenn Sie mit dem Kind in der Wohnung bleiben, kann Ihnen durch das Gericht die Wohnung allein zugewiesen werden.

Ich rate Ihnen dringend, vor Ort einen Rechtsanwalt zu beauftragen, der für Sie dann die notwendigen Anträge stellt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

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