Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Scheidungsfolgen EU-Ausländerehe. (M = DE ; F = ES). Sorgerecht/ Kinder.

16.04.2013 01:11 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Scheidung und deren Folgen wie Unterhalt, Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Kurzehe

Sehr geehrter Rechtsanwalt,
sehr geehrte Rechtsanwältin,

ich habe eine brennende Fragen zumal sich die mittlerweile alltäglichen Streitigkeiten mit meiner Ehefrau leider stark häufen. Erst in den vergangenen ca. 12 Monaten habe ich erlebt, dass meine Frau und ich diametral entgegengesetzt gerichtete Lebens- und Erziehungsvorstellungen führen. (Leider.) Danke vorab für Ihre Empfehlung.

Meine Frau ist Estin (d.h. aus Estland) - wir haben mitte d. J. Jahre 2011 geheiratet. Zum Zeitpunkt der Hochzeit lebte meine Frau noch in Estland. Da meine Frau als Beamtin in einer estnischen Großstadt tätig war und sie ihren Job liebte, wollte sie nach der Heirat nicht unmittelbar zu mir ziehen.

Ich wollte damals einen Ehevertrag abschließen - meine Frau nicht. Ich hatte damals "klein beigegeben", um des Friedens willen und um die Hochzeitsvorbereitungen nicht zu belasten. Wir haben ergo keinen Ehevertrag geschlossen, was ich mittlerweile sehr bereue. (Aufgrund der moralischen Grundeinstellung meiner Frau ist an einen Ehevertrag auch nicht mehr zu denken.)

Schon bald nach der Heirat jedoch wurde meine Frau schwanger und gebar in 2012 unseren gesunden Sohn, den ich über alles liebe. Meine Frau ist erst einige Monate vor der Geburt zu mir nach Deutschland gezogen, da ich vehement darauf drängte. Unser Sohn ist aus meiner Sicht zum Glück in Deutschland geboren.

Seit der Geburt geht es leider wie befürchtet: Meiner Frau gefällt es in DE nicht wirklich gut, versucht auch abgesehen von der Kinderbetreuung nicht wirklich, sich hier zurechtzufinden (schlichtweg Desinteresse für dieses Land). kümmert sich aber andererseits meistens gut und liebend um unseren Sohn, fängt andererseits aber leider andauernd Streit mit mir an, zumeist wegen absoluter Lapalien. Dies geht schon seit vielen Monaten so. Ich stelle unverrückbar fest, dass die Mentalitäten sehr unterschiedlich sind.

Ich kann die permanenten Provokationen, beispielsweise wenn ich spät abends und erledigt aus der Arbeit komme, nicht mehr ertragen. Meine Frau kann nicht verstehen, dass das Berufsleben nicht weniger fordernd ist als die Kindererziehung als Mutter. Ich tue jedoch schon alles mir mögliche, um Sie im Haushalt, zu unterstützen (z.B. Einkäufe, mit Sohn spielen, Wohnung säubern, z.T. kochen, etc.) im Rahmen der mir gegebenen Zeit. Finanziell trage ich alle Alltagskosten u.dgl. sowieso komplett alleine.

Ich möchte nun die Scheidung, aber auf keinen Falle das Sorgerecht für meinen Sohn verlieren, den ich unter keinen Umständen wieder hergeben möchte. Ich befürchte jedoch dass meine Frau aufgrund Ihres Gemütes, welches impulsiv ist und unüberlegte Handlungen zumeist bevorzugt, kurz bzw. unmittelbar nach Zustellung eines Scheidungsantrages zurück nach Estland reist und unseren Sohn gegen meinen Willen mitzunehmen versucht. Beispielsweise in der Zeit, in der ich im Büro bin.

Meine Frau ist noch einige Zeit lang (insgesamt drei Jahre) aufgrund der Geburt von Ihrer Arbeit freigestellt, kann also binnen drei Jahren nach der Geburt, d.h. bis ca. 2014, Ihre Arbeit in der estnischen Behörde wieder aufnehmen, d.h. bis 2014 ist Ihre Arbeitsstelle in Estland weiterhin für sie "reserviert".


Folgende dringende Fragen habe ich nun an Sie:

1. Ich will das Schicksal meines Sohnes unmöglich meiner Frau überlassen. Mein großer Wunsch ist, dass ich nach der Scheidung zumindest das Mitsorgerecht behalte. Meine nicht schlecht dotierte Anstellung kann ich leider unmöglich aufgeben. Meine Frau ist leider vergleichsweise wenig gut ausgebildet: Ich verdiene aktuell netto ca. 4000,- EUR. Meine Frau aktuell 00,- EUR. (Vor der Scheidung verdiente meine Frau in Estland umgerechnete 800 EUR).
Kann ich dies durchsetzen und verlangen, dass meine Frau auch nach der Scheidung in Deutschland bleibt zugunsten des Kindeswohles ?

2. Damit meine Frau auch nach der Scheidung und zum Wohle des Kindes in Deutschland bleibt, würde ich freiwillig aus der aktuell gemeinsam bewohnten Wohnung ausziehen und mir eine eigene Wohnung in nächster Nähe suchen. Ich würde mich in diesem Sinne bereit erklären, die Wohnungsmiete für die Wohnung meiner Frau, zumindest für die kommenden ca. 1,5 bis 2 Jahre, weiterhin komplett zu bezahlen. Für meinen Sohn würde ich meiner Frau weiterhin 500 EUR monatlich überweisen. Dieses Geld soll alleine für meinen Sohn (Baby) verwendet werden. Mehr will/ kann ich dzt. nicht geben.
Welche Unterhaltsansprüche könnten aber seitens Frau noch gegen mich schlimmstenfalls gerichtet werden ?

3. Wird diese Ehe als "kurze Ehe" betrachtet, sofern der Scheidungsantrag noch vor Ablauf des Jahres 2013 gestellt wird ?

4. Werde ich oder wird meine Frau letztlich das Sorgerecht erhalten ?

5. Welche finanziellen Einbußen aufgrund Unterhaltes werde ich a.) unmittelbar nach der Scheidung und b.) ca. 2 Jahre nach der Scheidung c.) ca. 5 Jahre nach der Scheidung haben ?

Herzlichsten Dank vorab für Ihre Antworten.

Ich bedanke mich außerordentlich!

16.04.2013 | 01:52

Antwort

von


(708)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:



1. Prinzipiell erhalten beide Ehepartner nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht.

Dies kann Ihnen nur entzogen werden, wenn hierfür Gründe vorliegen, die eine Gefährdung des Kindeswohles darstellen würden.

Prinzipiell kann Ihre Frau auch nicht ohne Ihre Einwilligung ins Ausland verziehen. Sie kann aber das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht vor einem Gericht einklagen, auch wenn es dann beim gemeinsamen Sorgerecht verbleiben würde. Sofern Sie den Prozess gewinnen würde, könnte sie dann ins Ausland verziehen.

Auch Ihnen steht der Rechtsweg frei, sodass Sie rechtzeitig das Gericht entscheiden lassen könnten, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt.

2. Bei einem Einkommen von 4.000 EUR netto sind die von Ihnen freiwillig gezahlten 500 EUR mehr als Sie nach Düsseldorfer Tabelle müssen.

Ihre Frau hat jedoch noch Anspruch auf Trennungsunterhalt. Dies kann hier allerdings nicht pauschal berechnet werden, da von Ihrem Nettoeinkommen noch z.B. Fahrtkosten, Ratenzahlungskredite, die freiwillige Miete sowie Altersvorsorge in Abzug gebracht werden können. Auch ist entscheidend, ob noch weitere Kinder/Unterhaltsberechtigte existieren.

Auf alle Fälle ist dieser Unterhalt im Trennungsjahr (bis zur Rechtskraft der Scheidung) zu zahlen.

3. Wird diese Ehe als "kurze Ehe" betrachtet, sofern der Scheidungsantrag noch vor Ablauf des Jahres 2013 gestellt wird ?

Eine Kurzehe liegt vor, wenn von der Hochzeit bis zur Scheidung nicht mehr als 3 Jahre vergangen sind, also auch inklusive Trennungsjahr. Bedenken Sie, dass dieses auch bei einer Kurzehe einzuhalten ist.

In diesem Fall kann die Ehe schneller geschieden werden, da auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs verzichtet werden kann.

4. Werde ich oder wird meine Frau letztlich das Sorgerecht erhalten ?
Wie bereits geschrieben erhalten Sie beide das gemeinsame Sorgerecht, sofern keine Kindeswohlgefährdung vorliegt.

5. Welche finanziellen Einbußen aufgrund Unterhaltes werde ich a.) unmittelbar nach der Scheidung und b.) ca. 2 Jahre nach der Scheidung c.) ca. 5 Jahre nach der Scheidung haben ?

Die Belastungen aufgrund des Unterhaltes sind von vielen Faktoren abhängig (siehe Nr. 2). Fakt ist jedenfalls, dass der Kindesunterhalt weiter zu zahlen ist und auch nachehelicher Unterhalt, mindestens während der ersten 3 Lebensjahre des Kindes. Danach ist es davon abhängig, ob Ihre Frau wieder zurück in den alten Beruf kann. Die kurze Ehedauer spielt hier sicherlich eine Rolle hinsichtlich der Dauer der Unterhaltszahlungen.

Die konkrete Höhe hängt dann davon ab, was Ihre Frau dann verdienen wird. Sie ist ab dem 3. Geburtstag jedenfalls wieder verpflichtet, eine Arbeitsstelle aufzunehmen.

Ich kann Ihnen nur raten, frühzeitig einen Anwalt zu beauftragen. Da wir Rechtsanwälte nach Streitwert abrechnen, sind die Gebühren nicht von der Zeit der Beauftragung abhängig, sodaß Sie frühzeitig die "richtigen Weichen" stellen sollten.

Als Fachanwältin für Familienrecht stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne im Rahmen eines gesonderten Auftrages zur Verfügung.

Nutzen Sie sehr gerne auch die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Dr. Corina Seiter
- Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht und Strafrecht -

P.S. Achtung: Das Weglassen oder die Zweideutigkeit von Informationen kann die rechtliche Beurteilung änder


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

ANTWORT VON

(708)

Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Internet und Computerrecht, Fachanwalt Familienrecht, Fachanwalt Strafrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Verkehrsrecht, Tierrecht, Ordnungswidrigkeiten, Zivilrecht, Vertragsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Dankeschön! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage zum berüchtigt komplexen Erbrecht wurde sehr kompetent beantwortet – untermauert mit den relevanten §§ - hat der RA uns den Weg zum Vorgehen in der Lösung des Problems aufgezeigt und uns so die nächsten rechtssicheren ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine Antwort, die keine Erklärung braucht. Bin bereits heute dabei Ihre Ratschläge zu befolgen. Ich bedanke mich sehr für Ihre Antwort., Natürlich werde ich mich auf dem anderen Weg bei Ihnen melden. Es ist für mich eine schwere ... ...
FRAGESTELLER