Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Scheidung – womit muss ich rechnen?


25.07.2006 09:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geehrte Rechtsberaterin, sehr geehrter Rechtsberater,

ich denke ernst darüber, meinen Lebenslauf zu verändern.
Da ich mir ein Aha-Effekt ersparen möchte, will ich mich hier vorab informieren was mich/uns erwartet.

Die Ist-Situation:
Verheiratet seit 1995, beide zum ersten Mal, beide keine „Vorkinder“, beide Berufstätig.
Vorher - 1994 - eine Eigentumswohnung gekauft, beide Darlehnsnehmer, im Grundbuch aber nur meine (damals noch) Verlobte als Eigentümerin eingetragen.
Zu Beginn des Jahres 2006 ein 2-jähriges Kind adoptiert (bis dato Kinderlos) – meine Frau meldete sich bei ihrem Arbeitgeber für drei Jahre in die Elternzeit ab – hat also kein Einkommen zurzeit, vorher waren unsere Gehälter ähnlich (Frau/Mann – 40%/60%)

Die Zukunftssituation:
Ich werde erstmal ausziehen - um das Trennungsjahr zu beginnen.


Meine Fragen beziehen sich nur auf das Finanzielle:

1. Unterhalt für das Kind will und werde ich zahlen – keine Frage.
Aber welches (Netto-)Einkommen wird für die Berechnung genommen?
Das mit der Steuerklasse 1 (als lediger), 3 (zurzeit) oder 4 wie kinderlos?
Mit Kinderfreibetrag oder ohne?
Erst dann kann ich mich in die Düsseldorfer Tabelle einordnen – richtig?

2. Muss ich in dieser Situation den Unterhalt für die Mutter zahlen? (Alter des Kindes entscheidend?)
Die Tatsache dass es bald in den Kindergarten kann und die Mutter z.B. „Teilzeit“ könnte?
Wenn der Mutterunterhalt zu zahlen ist - wie hoch, wie lange und ab wann?
Sofort wenn ich ausgezogen bin oder erst nach der Scheidung? (nach der Gerichtssprechung/Urteil)

3. Muss ich trotzdem weiter das Darlehen für die Eigentumswohnung mitzahlen, auch wenn ich nicht in der Wohnung wohne? (die mir auch gar nicht gehört)
Eigentlich habe ich nur das Darlehen mit der 10-jährigen Laufzeit unterschrieben, der ist schon aber abgelaufen.

Ich bedanke mich für Ihre Antwort.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

1. Die Höhe der Unterhaltspflicht richtet sich danach, welches Einkommen Sie während der Zeit, für die Unterhalt verlangt wird, tatsächlich haben. Es ist damit die jeweils geltende Steuerklasse zu berücksichtigen. Deshalb sollten bei der Berechnung unmittelbar bevorstehende Änderungen der Steuerklasse bereits berücksichtigt werden.
Sie sind verpflichtet, steuerliche Vorteile, die ihnen möglich sind, auch wahrzunehmen und müssen daher Steuerfreibeträge, die Ihnen zustehen, auch eintragen lassen.
2. Solange Sie getrennt leben, steht Ihrer Frau Trennungunterhalt zu.
Nach der Scheidung dürfte nach Ihrer Schilderung Betreuungsunterhalt geschuldet sein. Die Gerichte sehen die Verpflichtung zu einer Halbtagstätigkeit ab etwa dem 8. Lebensjahr des Kindes, die Verpflichtung zur Ausübung einer Ganztagestätigkeit ab etwa dem 12. Lebensjahr des Kindes.
3. Wenn Sie Darlehensnehmer sind, sind Sie der Bank weiterhin verpflichtet. Im Verhältnis zu Ihrer Frau dürfte allerdings ein Freistellungsanspruch bestehen. Hierzu wäre jedoch erforderlich, die genaue Situation und die Verträge zu kennen.

Zur detaillierten Beratung sollten Sie unbedingt einen Kollegen vor Ort aufsuchen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Für evtl. Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2006 | 11:00

Sehr geehrter Herr Steininger,
danke für Ihre Antwort.
Natürlich werde ich einen Kollegen vor Ort kontaktieren - ich mag aber nicht, ganz unvorbereitet und unwissend zum Beratungsgespräch zu gehen.

Meine Nachfrage zu Punkt 1.:
Sie schreiben: "Es ist damit die jeweils geltende Steuerklasse zu berücksichtigen"
Aber welche ist es dann? Ich lebe zwar getrennt, bin aber immer noch verheiratet - welche Steuerklasse gilt dann?
Und habe ich den Kinderfreibetrag immmer noch auf der LoStKarte obwohl das Kind nicht bei mir im Haushalt lebt?

zu Punkt 2.:
Ich habe keine Berechnung gewünscht, sonst hätte ich auch die Zahlen genannt - Hallo Herr Bohle :-)
Ich dachte mehr an eine Formel für die Berechnung oder einen Link wo man die Formel finden kann.

und zu Punkt 3.:
Sie schreiben: "Wenn Sie Darlehensnehmer sind, sind Sie der Bank weiterhin verpflichtet. Im Verhältnis zu Ihrer Frau dürfte allerdings ein Freistellungsanspruch bestehen."
Könnten Sie mir den "Freistellungsanspruch" geneuer erklären?

Danke und Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2006 | 11:39

Während des Jahres, in dem Sie sich dauerhaft trennen, bleibt es bei der gemeinsamen Veranlagung. Sie werden dann im Jahr, das auf die Trennung folgt, nach Steuerklasse I versteuert. Falls Kinder im Haushalt eines Ehegatten leben, wird dieser nach Steuerklasse II besteuert.

Leider ist hier eine pauschale Formel wenig sachdienlich und wird nur zu falschen Ergebnissen führen. Hier ist die Beratung vor Ort mit Anpassung an Ihre konkreten Verhältnisse unerlässlich.

Wenn das Darlehen nur Ihrer Frau dient, werden Sie im Innenverhältnis die Aufwendungen, die Sie geleistet haben, zurückfordern können. Sollte die Bank also Zahlun-gen für ein Darlehen von Ihnen fordern, dass (auch nach Ihren Vereinbarungen in-tern) nur der Ehefrau dient, können Sie im Innenverhältnis Ausgleich verlangen. So lange keine Leistung Ihrerseits erfolgt ist, können Sie (abstrakt und für die Zukunft) verlangen, dass Ihre Frau Sie freistellt, also die Zahlungen übernimmt. Dies ändert aber nichts gegenüber der Bank.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER