Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
495.393
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Scheidung, was muss ich als Mann beachten?

| 10.04.2018 21:16 |
Preis: 25,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pleßl, Dipl.-Jur.


Guten Tag,

meine Ehepartnerin hat mich bereits nach 4 Monaten Ehe betrogen, von einem Tag auf den anderen hatte sie auch keine Gefühle mehr für mich. Dies nehme ich nun als Grund für eine Trennung.

Jetzt stehe ich vor einem riesigen Haufen Fragezeichen. Was sind meine Rechte? Wie sieht es mit einer sehr kurzen Ehephase rechtlich aus?

Kurz etwas zu unserem Profil:
Ich: 33 Jahre, Vollzeitbeschäftigt, Einkommen heute 2050€ Netto (Erst kürzlich eine Gehaltserhöhung von 400€ erhalten).

Sie: 27 Jahre, angestellt im öffentlichen Dienst, Vollzeitbeschäftigt, Gehalt schwankend zwischen 2100€ und 2800€ Netto. + Sparbücher mit ca. 10.000€



Keine Kinder!

Hinzu kommt noch unsere komplett eingerichte Wohnung. Teilweise haben wir Dinge gemeinsam gekauft, aber einen großen Teil an Möbeln hat sie mit in die Ehe gebracht.

Sie hat ein KFZ, ich ein KFZ und Motorrad.

Was muss ich nun alles beachten und was für Rechte habe ich?

Herzlichen Dank für Ihre Mühen und viele Grüße

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können nach den mitgeteilten Sachverhaltsinformationen Trennungsunterhalt verlangen. Um den punktuell berechnen zu können, muss Ihre Gattin Ihnen Auskunft über ihr Einkommen erteilen. Schon dafür sollten Sie einen Rechtsanwalt beauftragen. Ihre Gattin hat es ja anscheinend nicht anders gewollt...

Noch keine Kinder. Auch keine unterwegs? Sie werden dann Vater im Rechtsinn, § 1592 Nummer 1 Bürgerliches Gesetzbuch (auch für ein ggf. während des Seitensprungs gezeugtes Kind) und müssen ggf. die Vaterschaft anfechten, wenn Sie nicht der biologische Vater sind. Dafür gibt es Fristen, vgl. § 1600 b Bürgerliches Gesetzbuch. Eine interessante Regelung finden Sie auch in § 1599 Absatz 2 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch. Im Trennungsjahr kann noch viel passieren.

Sind Sie sich einig, wer die Ehewohnung behält? Miete oder Eigentum? Da besteht zur Vermeidung von Nachteilen jetzt Regelungsbedarf!

Das Anfangsvermögen sollten Sie jeweils für sich und Ihre Gattin dokumentieren, soweit bekannt/ möglich. Ich vermute mal, Sie leben im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Insoweit gibt der Sachverhalt nichts her. Auch für die Berechnung des Zugewinnausgleichs haben Sie einen Auskunftsanspruch.

Ihren Hausrat teilen Sie am besten einvernehmlich auf und dokumentieren die Einigung und den Erhalt der zugeordneten Gegenstände jeweils mit der Unterschrift. Was in Ihrem Eigentum steht, bleibt Ihr Eigentum (jedenfalls Auto und Krad). Das gilt auch für die Gegenseite: Ihre Gattin behält ihr Auto und ihre alten Möbel. Eine gerichtliche Auseinandersetzung ist insoweit meist vermeidbar.

Das Trennungsjahr müssen Sie einhalten. Das ist zwar emotional nicht so toll, aber wirtschaftlich gut für Sie als Unterhaltsgläubiger. Wenn Sie noch zusammen wohnen: Trennung von Tisch und Bett. Kurz vor Ablauf des Trennungsjahres können Sie den Scheidungsantrag einreichen lassen. Dafür brauchen Sie einen Anwalt (Anwaltszwang). In bestimmten Konstellationen reicht ein Anwalt für beide. Ob die frühzeitige Einreichung eines Scheidungsantrags taktisch klug ist, muss man sich nochmal angucken; immerhin kriegen Sie ja aller Voraussicht nach Trennungsunterhalt; aber auch hinsichtlich des Zugewinnausgleichs muss man noch entscheiden, welche Taktik für Sie am besten ist. Mit der Scheidung wird dann auch der Versorgungsausgleich durchgeführt. Der Zugewinnausgleich ggf. auch, aber da wird vermutlich nicht viel auszugleichen sein. Dazu ist auf jeden Fall auch noch anwaltliche Beratung anhand von Unterlagen wichtig.

Wenn ich Sie zunächst einmal bei der Geltendmachung von Unterhalt vertreten soll, haben Sie meine Kontaktdaten.

Ich hoffe, Ihnen beim gewählten Mindesteinsatz eine gute erste Orientierung gegeben zu haben.

Zur Vermeidung von Rechtsnachteilen sollten Sie (oder Ihr anwaltlicher Beistand, den Sie dann aber auch mit entsprechendem Vorlauf beauftragen sollten) Ihre Gattin noch diesen Monat (nachweisbarer Zugang dort) zur Auskunftserteilung auffordern. Dann gibt es nämlich schon für April Unterhalt. Ein kleiner Trost vielleicht.

Freundliche Grüße
Stefan Pleßl, RA







Nachfrage vom Fragesteller 11.04.2018 | 15:55

Guten Tag,

herzlichen Dank für die kompetente Beratung.

Es sind derzeit keine Kinder unterwegs, nicht das ich wüsste. Meine Ehepartnerin hat zwar seit Dezember 2017 die Pille weg gelassen (also nach der Hochzeit) aber bislang wurde aus unserem Kinderwunsch (ja, zu der Zeit war das auch noch ihr fester Wunsch, eine Familie zu gründen) aber nicht.

Wir leben derzeit Gott sei Dank noch in einer Mietwohnung. Eigentlich war geplant bei Schwangerschaft ein Haus zu kaufen.

Am Donnerstag möchte ich mich mit meiner Partnerin noch einmal zusammensetzen. Derzeit habe ich die Wohnung für 3 Tage verlassen, dass beide Seiten Zeit haben sich Gedanken zu machen. Sollten wir uns am Donnerstag für eine Trennung entscheiden, was sollte ich dann beachten, bzw. welche Auskünfte muss ich mir einholen, damit wir sinnvoll starten könnten? Das wäre mir sehr wichtig zu wissen.

Sollte es so kommen, stehe ich erst einmal komplett ohne Möbel da, da alles vor der Ehe während der Beziehung gekauft wurde, bzw. sie mit in die Beziehung gebracht hat. Sehe ich das richtig?

Sollte meine Ehegattin die Wohnung ebenfalls verlassen wollen, besteht dann trotzdem ein Anspruch auf den Trennungsunterhalt? Des Weiteren habe ich da noch eine Frage zum Trennungsunterhalt, was geschieht wenn sie aufgrund dessen einfach ihre Stelle reduziert um absichtlich weniger zu verdienen?

Sollte ich sofort ausziehen, muss ich dann auch noch weiterhin miete bezahlen? Der Mietvertrag wurde von beiden Seiten unterschrieben.

Wie muss ich mich verhalten, wenn meine Ehepartnerin während der Ehe schwanger wird? Hat sie eine Pflicht mich darüber zu unterrichten? Ohne es zu wissen, kann ich selbstverständlich ja auch nichts anzweifeln.

Vielen Dank für die Zeit die Sie sich nehmen.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.04.2018 | 22:22

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfragen.

Falls Sie sich morgen nicht versöhnen und entgegen meiner Empfehlung (noch) keinen Anwalt mit Ihrer Vertretung beauftragen wollen, müssen Sie außergerichtlich Ihren Anspruch auf Trennungsunterhalt verfolgen. Falls es zu einem Gerichtsverfahren kommt, besteht Anwaltszwang, weil es sich um eine sog. "Familienstreitsache" nach dem Gesetz über Angelegenheiten in Familiensachen und Angelegenheiten der Freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) handelt. Wenn Sie das also echt selbst machen wollen (ausrechnen können Sie den Anspruch ohnehin nicht), fordern Sie von Ihrer Gattin schriftlich eine

geordnete und systematische Auskunft über ihr Einkommen der letzten zwölf Monate, einschließlich etwaiger Einkünfte aus Kapitalvermögen und Steuererstattungen
; die Auskunft ist zu belegen zumindest durch Vorlage der korrespondierenden Verdienstabrechnungen und des (letzten) Bescheids über Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag.

Sie müssen nachweisen, dass Ihr Auskunftsersuchen ihr diesen Monat zuging, falls Sie für April noch Ansprüche durchsetzen wollen.

Das mit den Möbeln müssen Sie anders differenzieren. Ob die Möbel vor oder nach der Eheschließung angeschafft wurden, ist egal. Entscheidend ist: Was Sie (allein) gekauft haben, können Sie grundsätzlich mitnehmen. Ob vor oder während der Ehe, spielt keine Rolle. Schwierig ist es bei den Gegenständen, an denen Sie Miteigentümer sind. Da Sie sich ja offenbar noch an einen Tisch setzen können, sollte hier doch Einigkeit erzielt werden können, wer was nimmt und ggf. wie den anderen auszahlt.

Sie haben auch Anspruch auf Trennungsunterhalt, wenn Ihre Gattin aus der Ehewohnung auszieht.

Wenn sie die Stunden nur reduziert, um Ihnen zu weniger Unterhalt zahlen zu müssen, ist möglicherweise fiktives Einkommen zu berücksichtigen. Kommt auf die Einzelfallumstände an. Nochmal: Sie brauchen wohl Rechtsbeistand für den Trennungsunterhalt.

Nach Ihren Angaben haften Sie als Gesamtschuldner für die Miete. Sie müssen also im Außenverhältnis auch Miete zahlen, nachdem Sie ausgezogen sind.

Ihre Gattin wird Sie mutmaßlich informieren, wenn sie schwanger ist und keinen Unterhalt an Sie mehr zahlen will. Wenn Sie wirklich Zweifel haben, ob Ihre Gattin Ihnen sagen würde, wenn sie ein Kind erwartet, scheint mir (persönliche Anmerkung) das Vertrauen komplett weg zu sein. Die Anfechtungsfrist beginnt nicht vor der Geburt des Kindes.

Also: Sollten Sie nach dem morgigen Gespräch getrennt bleiben wollen, klären Sie möglichst morgen gleich grundsätzlich die Sache mit dem Hausrat/ den Möbeln und der Ehewohnung. Ggf. kündigen Sie beide unverzüglich zum nächst möglichen Termin den Mietvertrag.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die richtige Entscheidung treffen. Für die Abwicklung gescheiterter Ehen gibt es Anwälte.

Freundliche Grüße
Stefan Pleßl, RA











Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 11.04.2018 | 20:24

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.04.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63204 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle und informative Antwort. Hat mir sehr geholfen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr schnelle und kompetente Antworten! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
rasche und kompetente Beantwortung meiner Fragen. Genau das wollte ich. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER