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Scheidung und gemeinsames Haus - Kann das Haus nach der Scheidung auch ohne die Zustimmung der Ex-Fr

07.07.2008 23:13 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit drei Jahren lebe ich getrennt von meiner Frau. Sie verblieb mit den Kindern im Einfamilienhaus, welches uns beiden zu je 50 % gehört. Der Hypothekenkredit wurde mit beiden Eheleuten abgeschlossen und läuft in einem Jahr aus.

Vor einem Jahr reichte meine Frau den Scheidungsantrag ein. Die Verfahren zur Rentenauskunft zogen sich hin, doch jetzt liegen für beide die Versorgungsauskünfte vor. Das Familiengericht hat den Scheidungstermin in Kürze angesetzt.

Wenn die Scheidung ausgesprochen wird - und nichts weiter geschieht, außer die Ehe zu scheiden und die Altersvorsorgeansprüche auszugleichen, was passiert dann mit dem Haus ?

Ein Einvernehmen über einen freihändigen Verkauf am Markt kommt zwischen den beiden Eigentümern nicht zustande.

Werde ich weiterhin 50 % - Eigentümer bleiben , ggf. jahrelang ?

Kann das Haus nach der Scheidung auch ohne die Zustimmung der Ex-Frau auf dem Immobilienmarkt verkauft werden ?

Möglicherweise könnte ich die Teilungsversteigerung beantragen - doch abgesehen vom zu erwartenden Mindererlös - wäre dieser Versuch nicht aussichtslos, solange noch die minderjährigen Kinder mit der Mutter im Haus wohnen ?

Vielen Dank im voraus für Ihre Informationen

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung der Angaben.
Bitte bedenken Sie, dass an dieser Stelle nur eine vorläufige Einschätzung möglich ist und das jede Änderung oder Ergänzung des Sachverhalts zu einer geänderten rechtlichen Beurteilung führen kann.

Die Durchführung der Scheidung und des Versorgungsausgleichs hat auf das Haus keinen Einfluß. Es bleibt bei dem bisherigen Miteigentum. Das Familiengericht entscheidet auch nicht über die Auflösung des Miteigentums. Das Haus würde nur eine Rolle spielen, wenn eine Seite einen Antrag auf Zugewinnausgleich stellen würde, denn es stellt einen Vermögenswert bei beiden Eheleuten dar.

Es kann grundsätzlich dauerhaft dabei bleiben, dass Sie beide Miteigentümer des Hauses sind, die Scheidung hat keinen Einfluß, Sie können also ohne Zustimmung der Ehefrau oder Ex-Ehefrau das Haus nicht veräußern.

Für Ihre Lage gibt es nur folgende Möglichkeiten:

- Einigung über den freihändigen gemeinsamen Verkauf

- Übertragung der Miteigentumshälfte von einem auf den anderen Ehegatte, evtl. gegen Zahlung

- Teilungsversteigerung

§ 180 TVG lautet:

(1) Soll die Zwangsversteigerung zum Zwecke der Aufhebung einer Gemeinschaft erfolgen, so finden die Vorschriften des Ersten und Zweiten Abschnitts entsprechende Anwendung, soweit sich nicht aus den §§ 181 bis 185 ein anderes ergibt.
(2) 1Die einstweilige Einstellung des Verfahrens ist auf Antrag eines Miteigentümers auf die Dauer von längstens sechs Monaten anzuordnen, wenn dies bei Abwägung der widerstreitenden Interessen der mehreren Miteigentümer angemessen erscheint. 2Die einmalige Wiederholung der Einstellung ist zulässig. 3§ 30b gilt entsprechend.
(3) 1Betreibt ein Miteigentümer die Zwangsversteigerung zur Aufhebung einer Gemeinschaft, der außer ihm nur sein Ehegatte oder sein früherer Ehegatte angehört, so ist auf Antrag dieses Ehegatten oder früheren Ehegatten die einstweilige Einstellung des Verfahrens anzuordnen, wenn dies zur Abwendung einer ernsthaften Gefährdung des Wohls eines gemeinschaftlichen Kindes erforderlich ist. 2Die mehrfache Wiederholung der Einstellung ist zulässig. 3§ 30b gilt entsprechend. 4Das Gericht hebt seinen Beschluß auf Antrag auf oder ändert ihn, wenn dies mit Rücksicht auf eine Änderung der Sachlage geboten ist.
(4) Durch Anordnungen nach Absatz 2, 3 darf das Verfahren nicht auf mehr als fünf Jahre insgesamt einstweilen eingestellt werden.


Wenn das Wohl der Kinder durch die Versteigerung also ernstahft gefährdet würde, könnte Ihre Frau die Einstellung, auch mehrfach, beauftragen. Absatz 4 läßt die einstweilige Einstellung aber nur für fünf Jahre zu, d.h. Sie könnten am Ende doch die Versteigerung durchsetzen. Dies dürfte aber wirtschaftlich häufig nicht interessant sein.

Die von ihnen geschilderte Lage hat aber Auswirkungen beim Unterhalt. Ihre Frau muß sich einen Wohnwertvorteil anrechnen lassen.

Spätestens nach Ablauf des Darlehens könnten Sie auch eine Nutzungsentschädigung verlangen.

Sie sollten hier alle Möglichkeiten ausschöpfen um auf diese Weise Ihre Frau zu einem Verkauf zu bewegen.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung bieten.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht und Arbeitsrecht

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