Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.392
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Scheidung und Gütertrennung


21.11.2012 13:33 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier



Nach 23 Ehejahren verließ ich im August 2011 meinen Mann und unser gemeinsames Haus. Mit meinem Sohn zog ich in eine Altbauwohnung.
Trotz dieser endgültigen Trennung konnten mein Mann und ich weiterhin auf einer vernünftigen Ebene miteinander sprechen.
Wir leben seit der Eheschließung im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Bezüglich der Gütertrennung haben wir unterschiedliche Ansichten.
Wir sind beide Eigentümer unseres Hauses (Baujahr 1998) und Grundstücks. Des Weiteren besitzen wir noch ein unbebautes Grundstück, welches Bauland ist. Wir besitzen 70.000 € Barvermögen, welches in Aktienfonds angelegt ist. Der Hausrat ist geteilt .
Mein Mann schlägt vor, dass ich ihm meine Haus- und Grundstückshälfte übertrage und er im Gegenzug die Bankverbindlichkeiten in Höhe von z.Z. 120.000,00 € (Kreditverpflichtung 1998: 160.000 €) übernimmt. Gleichzeitig erhalte ich von unserem unbebauten Grundstück seine anteiligen Eigentumsrechte übertragen. Außerdem geht das Barvermögen in Höhe von 70.000,00 € in mein Eigentum über.
Mein Vorschlag gegenüber meinem Mann unser bebautes Grundstück erst einmal durch einen unabhängigen Gutachter bewerten zu lassen, lehnt er ab. Dies würde nur zusätzliche unnötige Kosten verursachen.
Im November 2011 vereinbarten mein Mann und ich einen Notartermin zur Unterzeichnung einer Scheidungsfolgevereinbarung. Ich lehnte damals die Unterzeichnung des Notarvertrages ab, da u.a. darin unter §1 „Gütertrennung" stand, dass der Ausgleich eines in etwa entstandenen Zugewinns von Anfang der Ehe an auf Grund hierdurch wechselseitig erklärten und angenommenen Verzichts ausgeschlossen wird und vereinbaren als Güterstand für unsere Ehe die Gütertrennung.
Frage1: Verzichte ich damit auf meinen zu erwartenden Zugewinnausgleich, da mein Mann in den gesamten Ehejahren immer wesentlich mehr verdient hat wie ich?
Frage 2: Wenn laut Notarvertragsentwurf mein Mann die Hypothek auf unser Haus vollständig übernimmt und mich damit laut Notarvertrag aus den Schuldverpflichtungen entlässt, muss ich mich erst bei der zuständigen Bank um eine Haftungsentlassung aus den Kreditschulden bemühen?
Ich danke für Ihr Bemühen.
Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
In Ihrem Fall muss zwischen Vermögensauseinandersetzung und Zugewinnausgleich unterschieden werden.

Gemeinsame Vermögensstände, wie das Haus und das Grundstück, aber auch die auf dem Haus stehenden Belastungen, sind zugewinnsneutral. Dies deswegen, weil jedem Ehegatten die Hälfte in das Endvermögen bei der Ermittlung des Zugewinnausgleichs einzustellen wäre. Ebenso verhält es sich mit dem Aktiendepot, wenn es auf beider Namen angelegt sein sollte.

Der Zugewinnausgleich regelt lediglich den Vermögenszuwachs während der Ehe. Er bildet also den Ausgleich, wenn und soweit ein Ehegatte mehr Vermögen am Ende der Ehe hat, als der andere. Sind aber beide Eheleute jeweils hälftige Eigentümer der Vermögenswerte, so kann es sein, dass kein Zugewinnausgleich vorzunehmen ist, sondern lediglich eine Vermögensauseinandersetzung des gemeinschaftlichen Eigentums.

Wenn Sie die von Ihnen zitierte Scheidungsfolgenvereinbarung unterzeichnen, verzichten Sie auf die Durchführung des Zugewinnausgleichs und stimmen einer Güterstandsänderung in den Güterstand der Gütertrennung zu. Dann ist es für Sie ausgeschlossen, den Zugewinn geltend zu machen. Von daher sollten Sie von einem Kollegen vor Ort vor Abschluss der Scheidungsfolgenvereinbarung prüfen lassen, ob ein Zugewinnausgleichsanspruch besteht.

Was die Schuldhaftentlassung angeht, so wäre in den Vertrag aufzunehmen, dass sich Ihr Ehemann um eine Schuldhaftentlassung bei der Bank kümmern muss. Dies sollte auch vor Abschluss des Vertrages geprüft werden. In vielen Fällen entlässt die Bank nicht ohne weiteres den Ehegatten aus dem Kreditvertrag. In diesem Fall wäre die Scheidungsfolgenvereinbarung zu ergänzen, dass Sie ein Rückforderungsrecht Ihres Miteigentumsanteils haben, wenn die Bank Sie aus dem Kreditvertrag in Anspruch nimmt.

Vor Abschluss der Scheidungsfolgenvereinbarung sollten Sie daher prüfen lassen, ob ein Zugewinnausgleich besteht. Ebenso sollten sie von Maklern einen annäherenden Verkehrswert für Ihre Immobilie einholen, um prüfen zu können, ob der Ausgleich, der hier von Ihrem Ehemann begehrt wird, annähernd gerecht ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt

Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie befinden sich in einer emotional anstrengenden Scheidung oder Trennungsphase, die es einem schwer macht, Luft zu holen?

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER