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Scheidung gemeinsamen Haus

11.01.2011 11:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Wir haben 1991 ein Haus gebaut und sind seit 2008 geschieden. Seit 2006 lebt er nicht mehr in unserem Haus, hat aber bis 2008 den monatlichen Abtrag bezahlt. Ich habe von meinen Eltern 1991 als Vorerbe ein Summe von 245000.-- erhalten für einen Hauskauf. Leider habe ich meinen Mann ins Grundbuch eintragen lassen, obwohl er kein eigenes Vermögen hatte. Unsere Hypothek läuft im Jahr 2012 aus, die Restsumme von 66000.- werden meine Eltern für mich ablösen. Bezahle, seit 2009 alleine den Abtrag. Jetzt fordert er Geld, erst dann will er aus dem Grundbuch raus. Alle Geldtransfers liefen über mein Konto und wir haben noch 2 Darlehensverträge mit meinen Eltern abgeschlossen, die nicht zurückbezahlt wurden. Wie sehen meine Chancen aus? Wie muss ich dagegen vorgehen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Ich weise darauf hin, dass das Hinzufügen bzw. Weglassen von wesentlichen Sachverhaltsbestandteilen zu einem völlig anderen rechtlichen Ergebnis führen kann. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls eine Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, gehe ich auf Ihre Frage wie folgt ein:

In Ihrem Fall ist zwischen Vermögensauseinandersetzung an der Immobilie und Zugewinnausgleich zu unterscheiden. Grundsätzlich ist das gemeinsame Einfamilienhaus im Zugewinnausgleich wertneutral, weil es jedem Ehegatten zur Hälfte in das Endvermögen eingestellt werden muss. Allerdings haben Sie hier eine beträchtliche Schenkung Ihrer Eltern erhalten, die in Ihr Anfangsvermögen eingestellt werden müsste, so dass Ihr Zugewinn wesentlich niedriger ausfällt, als derjenige Ihres geschiedenen Ehegatten.

Bei der Vermögensauseinandersetzung hätte Ihr geschiedener Ehemann einen Anspruch auf Auszahlung des hälftigen Wertes der Immobilie abzüglich der darauf lastenden Verbindlichkeiten.

Einmal angenommen Ihr Haus hätte einen Wert von 200.000 € und die darauf befindlichen Schulden betragen noch 66.000 €, so ermittelt sich ein bereinigter Wert von 134.000 €, so dass Sie für die Übertragung des hälftigen Miteigentumsanteils Ihres gechiedenen Mannes, diesem noch einen Ausgleichsbetrag in Höhe von 67.000 € bezahlen müssten.

Bei einer Durchführung des Zugewinnausgleichs, würde aber die Schenkung Ihrer Eltern berücksichtigt werden. Bei einer Schenkung von rund 125.000 € hätten Sie anhand des obigen Beispiels keinen Zugewinn während der Ehe erwirtschaftet, wohingegen der Zugewinn Ihres geschiedenen Ehemannes rund 67.000 € beträgt und Sie damit ihm gegenüber einen Ausgleichsanspruch in Höhe von 33.500 € hätten, der dann mit dem Zahlbetrag aus der Vermögensauseinandersetzung an der Immobilie verrechnet werden könnte, so dass Sie tatsächlich nur 33.500 € an den geschiedenen Ehemann bezahlen müssten, um Alleineigentümerin der Immobilie zu werden.

Das Beispiel ist eine vereinfachte Darstellung der tatsächlichen Berechnung und dient lediglich dazu, Ihnen diese zu veranschaulichen.

Allerdings verjährt der Anspruch auf den Zugewinnausgleich nach Ablauf von 3 Jahren ab Rechtskraft der Scheidung, also Beendigung des Güterstandes, zum Ende des Jahres. Da Ihre Scheidung im Jahre 2008 erfolgte, müssen Sie Ihren Anspruch zeitnah gegenüber dem geschiedenen Ehegatten geltend machen, da die Verjährung zum 31.12.2011 droht.

Ich empfehle Ihnen daher dringend, einen Fachanwalt für Familienrecht mit Ihrer Vertretung vor Ort zu beauftragen, um Ihre Ansprüche aus der Schenkung der Eltern zu sichern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

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