Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Scheidung / Zugewinn

04.11.2012 18:55 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Mann und ich sind seit 1973 Jahre verheiratet und haben bis jetzt etwa 1 Jahr getrennt gelebt. Wir wurden jetzt auf Antrag meines Mannes geschieden, obwohl de meisten Belange (Eigentumswohnung, Erbe, etc.) noch nicht geklärt wurden. In diesem Zusammenhang habe ich Fragen, die ich gerne klären würde.

Frage 1 – Scheidung
Ich war in diesem Jahr in September im Urlaub. Als ich kam, fand ich in meiner Post ein Schreiben des Anwalts meines Ehemannes mit der Mitteilung, dass er die Scheidung beantragt hatte (das kam für mich sehr überraschend, wir hatten im Jahr davor abgemacht, dass wir uns nicht scheiden lassen wollten).
Ich hatte auch eine Benachrichtigung der Post, dass ich ein Einschreiben abzuholen hatte (dort war nicht zu erkennen von wem das Einschreiben war), dies tat ich auch. Dort wurde ich vom Gericht zum 01.11.2012 zitiert. Es war ein Scheidungstermin. Daraufhin habe ich eine Anwältin kontaktiert, der ich mitteilte, diesen Termin verzögern zu wollen, damit ich vor der Scheidung alle anstehenden Problemen mit meinem Mann klären kann.
Sie teilte mir mit, dass um eine Verzögerung zu bewirken, wir keine Zeit mehr hätten und das wäre nicht schlimm, wir könnten die Dinge auch nach der Scheidung klären .

Als ich dann beim Gericht war und ich dieses Thema bei der Richterin ansprach, informierte sie mich darüber, dass es wohl Zeit gewesen wäre, diese Verzögerung zu bewirken, wenn die Anwältin dies beantragt hätte. Sie sagte auch, es wäre meine Schuld, dass ich nicht richtig informiert war und dass ich zu diesem Zeitpunkt im Urlab war und sprach die Scheidung an diesen Tag direkt aus. Ich kan jetzt meinen Mann nicht mehr unter Druck setzen, um die anstehende Lösung unserer Belange möglichst schnell zu erledigen. Ausserdem glaube ich, die Klärung unserer Probleme privat zu betreiben ist wahrscheilich aufwändiger und teurer.

ICH WURDE ALSO VON MEINER ANWÄLTIN FALSCH INFORMIERT UND FÜHLE MICH UM MEINE RECHTE BETROGEN. HABE ICH KEINE MÖGLICHKEIT, MICH GEGEN DIESE ENTSCHEIDUNG ZU WEHREN UND NOCH EINE VERZÖGERUNG ZU ERWIRKEN? EINIGE MEINER BEKANNTEN; HABEN TATSÄCHLICH ALLES VOR DER SCHEIDUNG ERLEDIGT! DAS WÄRE UNENDLICH WICHTIG FÜR MICH.

GIBT ES AUCH, WIE ICH GLAUBE, GROSSE UNTERSCHIEDE DER ENTSTEHENDEN KOSTEN BEI DER KLÄRUNG DIESER BELANGE?

Frage 2 - ZUGEWINN
Die Lage ist folgende: Bei unserer Heirat hatte keiner von uns Kapital. Jetzt am Ende unserer Beziehung sieht es so aus:

Mein Mann bekam 100.000 DM von seinem Vatter im Jahre 1997geliehen (für die wir ca. 6 Jahre lang Zinsen bezahlt haben). Das Geld haben wir in den Kauf einer Wohnung investiert. Im Jahr 2000 haben wir diese Wohnung verkauft und eine andere in einer anderen Stadt gekauft. Bei dem Tod meines Schwiegervatters 2003 erbte mein Mann noch dazu 60.000 €. Jetzt will er dieses Geld als Zugewinn von mir bezahlt bekommen, d.h. 100.000 DM und die 60.000 €.

Auch in 1997 hat mein Vater mir einen Darlehen von etwa 105.000 € gegeben, um ein Haus im Ausland für den Urlaub zu kaufen (mein Mann wollte sich nicht daran beteiligen und hat mir eine Erklärung unterschrieben, dass er damit einverstanden sei, dass ich dieses Haus alleine kaufe). Das Haus ist auf meinem Namen eingetragen.
Ich sollte im Rahmen meiner Möglichkeiten das Darlehen an meinem Vater zurückzahlen. Allerdings konnte ich bis heute keine Tilgung an ihn leisten, da wir zunächst dabei waren, eine Eigentumswohnung in Deutschland gemeinsam zu bezahlen, unsere Kinder während des Studiums zu unterstützen und mein Mann wurde auch noch arbeitslos (6 Jahre lang ohne staatliche Unterstützung). Aus den genannten Gründen schulde ich noch immer das gesamte Darlehen, zusätzliches Geld für Verbesserungen, die mein Vater in dem Haus vorgenommen hat + die entstandenen Zinsen. Schenken kann er mir das Geld nicht, weil ich noch 3 Geschwistern habe, die dann benachteiligt würden.

Das Haus kostete ca. 105.000 €. An Verbesserungen kommen ca. 30.000 € dazu. Da ich bis jetzt kein Geld zurück zahlen konnte, sind ca. 100.000 € Zinsen dazu gekommen.

Ich möchte eine Zugewinneinteilung und eine Gütertrennung notariell festlegen. Dabei kann ich mir vorstellen, dass mein Mann einen Anspruch auf einen Mehrwert des Hauses im Ausland beanspruchen wird und auf sein Erbe.

Können Sie mir sagen, wie wird das verteilt? D. h. wie viel Zugewinn ungefähr hat er erwirtschaftet und wie viel ich?

Sehr gerne hätte ich dazu eine baldige Antwort und würde den entsprechenden Honorar auf Ihrem Konto überweisen, wenn Sie mir Ihre Bankdaten mitteilen.

Mit freundlichen Grüßen
EINE VERZWEIFELTE



Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:




Zum ersten Teil:


Die Rechtsanwältin wäre verpflichtet gewesen zu versuchen, eine Terminsverschiebung zu bewirken


Dies aus folgendem Grund:

Bei Ihnen sind noch nicht alle sog. Folgesachen, wie zB der Zugewinnausgleich geklärt.

Ist eine außergerichtliche Einigung nicht möglich, müssen diese Folgesachen gerichtlich geltend gemacht werden.

Hierzu ist es für den Mandanten stets am kostengünstigsten, wenn diese Verfahren in den sog. Scheidungsverbund einbezogen werden, also zusammen mit der Scheidung verhandelt und entschieden werden.

Das reduziert das Kostenrisiko aus dem Grund, weil im Scheidungsverbund jede Partei stets Ihre eigenen Anwaltskosten trägt , egal ob sie gewinnt oder verliert

Das Kostenrisiko ist daher auf die Kosten des eigenen Rechtsanwalts und die hälftigen Gerichtskosten begrenzt.

Außerhalb des Scheidungsverbundes ist es so, dass die Kosten nach Gewinnen- Verlieren verteilt werden, so dass hier doch ein gewisses Kostenrisiko besteht.


Auch ist es so, dass ein Prozeß mit einem größeren Streitwert wie der Scheidungsverbund mit dem Zugewinnausgleich immer billiger kommt als mehrere kleine Prozesse.


Um ein Verfahren in den Scheidungsverbund einzubeziehen, ist es erforderlich 14 Tage vor der anberaumten Gerichtsverhandlung das Verfahren am Familiengericht einzureichen.


Diese Chance wurde Ihnen genommen, so dass keine Möglichkeit besteht, das Verfahren noch kostengünstig zusammen mit der Scheidung geltend zu machen.


Sie sind leider darauf zu verweisen, Ihren Zugewinn zunächst außergerichtlich geltend zu machen, und wenn hier keine Einigung erzielt werden kann, den Weg der gerichtlichen Geltendmachung außerhalb des Scheidungsverbundes zu beschreiten.



2. Teil

Hier kann ich Ihnen keine genauen Zahlen nennen, da ich nicht alle erforderlichen Informationen habe.


Beim Zugewinn ist es zunächst erforderlich Bilanzen zu erstellen.

Diese müssen genau stichtagsbezogen sein, also auf den Tag genau das Vermögen darstellen.

Der erste Stichtag ist der Tat der standesamtlichen Eheschließung, der zweite Tag der Tag an dem Ihnen der Scheidungsantrag durch das Gericht zugestellt wurde.


Für diese Tage machen Sie eine Aufstellung darüber, was jeder Ehegatte an Vermögen hatte, Aktive und Passiva, Soll und Haben.


Dan machen Sie eine extra Aufstellung über alles, was die Ehegatten während der Ehezeit geerbt haben , oder von den Eltern oder von Dritten geschenkt bekommen haben, § 1374 II BGB


Alles was ererbt oder geschenkt wurde, wird rechnerisch ins Anfangsvermögen gestellt und nimmt daher nur mit der Wertsteigerung am Zugewinnausgleich teil.


Aus den von Ihnen angegebenen Vermögenswerten kann ich also noch nichts entnehmen.

Für die Ermittlung des Zugewinnausgleichs ist es wichtig, dass streng stichtagsbezogen das Vermögen aufgestellt wird; was war am Tag der Eheschließung vorhanden, was am Tag der Zustellung des Scheidungsantrags.


Bei Ihnen ist das Darlehen des Vaters vorhanden, dass als Passivum ( Soll ) in das Endvermögen einbilanziert werden muss.

Das Haus im Ausland ist bei Ihnen ebenfalls ins Endvermögen einzustellen mit seinem derzeitigen Verkehrswert.


Das gemeinsame Haus ist bei jedem von Ihnen mit dem hälftigen Verkehrswert ins Endvermögen einzustellen.

Die 60.000 Euro kommen bei Ihrem Mann ins Anfangsvermögen.

Sie nehmen nur dann mit ihrer Wertsteigerung am Zugewinn teil, wenn sie im Endvermögen noch vorhanden sind

Ob Sie ihm hier etwas geben müssen kommt allein auf das Ergebnis der von Ihnen zu erstellenden Bilanz an


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen



Mit freundlichen Grüßen



Claudia Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Familienrecht









Nachfrage vom Fragesteller 04.11.2012 | 23:59

Bei dem ersten Teil fehlt mir die Antwort auf meine Frage:

1. da ich falsch beraten wurde, gibt es keine Möglichkeit diese Entscheidung der Richterin rückgängig zu machen? Ich konnte nicht wissen, daß ich falsch beraten wurde und es kann nicht sein, daß ich keine Möglichkeit haben kann, mich zu währen.

2. Ist es sinnvoll den Anwalt zu wechseln? Ich kann jetzt keinen Vertrauen mehr zu ihr haben, allerdings kennt sie jetzt den Fall durch mehrere Gespräche.

Bei der zweiten Frage werden mir folgende Sachen nicht klar: Werden in der Bilanz des Anfangsvermögen bei mir das Darlehen meines Vaters und die Zinsen berechnet, die daraus entstanden sind oder nur das Darlehen an sich?

Und bei meinem Mann, kommen die 100.000 DM Darlehen seines Vaters in die Bilanz, da das Darlehen nicht zurückbezahlt wurde weil er starb und die 60.000 €, die er geerbt hat oder nur die 60.000 €?

Die Stichtagen sind der 14.09.1973 (standesamtliche Heirat) und die Zustellung des Scheidungsverfahren war am 19.09.2012.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.11.2012 | 09:22

Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Nachfrage.


Sie können gegen den Beschluss des Familiengerichts Beschwerde einlegen.

Das betrifft aber nur die Frage der Scheidung selbst.

Sie können dadurch leider nicht die Folgesache Zugewinnausgleich nachträglich in den Scheidungsverbund einbeziehen.

Sie können sich nur an die Rechtsanwältin selbst wenden und diese in Regress nehmen, wenn die Falschberatung bei Ihnen zu einem Vermögensschaden geführt hat.

Eine Gerichtsentscheidung kann nicht wegen einer Falschberatung rückgängig gemacht werden.

Das ist eine Angelegenheit rein zwischen Mandant und Anwalt.


Zu Ihrer 2. Frage


Die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Anwalt und Mandant ist ein Vertrauensverhältnis


Ist dieses nicht gegeben ist eine fruchtbare Zusammenarbeit nicht möglich, was sich im Ergebnis der anwaltlichen Tätigkeit niederschlagen wird.

Ich rate zum Anwaltswechsel

Beim Anfangsvermögen müssen Sie ganz genau auflisten , was zum Stichtag vorhanden war.

War an genau dem Tag das Darlehen noch geschuldet ?

Wenn ja, in welcher Höhe, wobei auch die zu zahlenden Zinsen, wenn diese betragsmäßig feststehen einzubeziehen sind


Es muss auch geprüft werden, wieviel von der Darlehensvaluta zum Stichtag noch vorhanden war.


Bei Ihrem Mann ist ebenso zu verfahren, wobei aufgrund des Todes des Vaters, wenn die Darlehensrückzahlung nicht von den Erben geltend gemacht wird, das Darlehen nicht mehr als Soll in das Endvermögen gestellt wird.


Die 60.000 Euro sind dem Anfangsvermögen zuzurechnen.

Ob sie auch ins Endvermögen einzustellen sind hängt davon ab, ob sie dort noch vorhanden ist


Wie Sie sehen ist die Materie sehr komplex.


ich rate Ihnen daher, sich zu einem ´Fachanwalt für Familienrecht zu begeben und die Sache unter seiner fachkundigen Anleitung anzugehen.




Mit freundlichen Grüßen


Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Familienrecht



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70508 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Wilking hat meine Frage zu 100% beantwortet und auch die Rückfrage noch bearbeitet. Was ich vor allem toll fand, dass dies alles innerhalb von zwei Stunden passierte und jetzt kommt es: An einem Sonntag! Herr Wilking, vielen ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Anwalt, jederzeit wieder! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Ausführliche Erklärung hat mir sehr geholfen. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER