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Scheidung - Was passiert mit dem Haus?

02.09.2011 23:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christoph M. Huppertz


Hallo,

mein Noch-Mann und Ich haben vor 10 Jahren geheiratet. Wir haben 2 Kinder (8 und 13 Jahre).

Nach der Heirat haben wir auf dem Grundstück seiner Eltern, genauer gesagt ans Elternhaus meines Mannes gebaut. Ich habe ca. 15000 Euro mit investiert. Da mein Mann der Hauptverdiener ist und ich mich um die Kinder kümmern musste, brachte er den Großteil an Kapital mit ein.

Seit 1 1/2 Jahren bin ich auf 400-Euro-Basis angestellt. Nun steht die Trennung ins Haus und ich werde mit beiden Kindern in eine Wohnung ziehen. Mein Mann bleibt im Hausanbau wohnen, da es sich um sein Elternhaus handelt.

Wenn möglich wollten wir uns allein wegen der Kinder im Guten trennen, dass er für die Kinder Unterhalt bezahlen muss ist uns beiden klar.

Nun aber noch einige grundsätzliche Fragen, ...

Habe ich trotz 400€-Job Anspruch auf Ehegatten-Unterhalt oder muss ich mir auf die Schnelle sogar einen Vollzeit-Job suchen?
Wie wirkt sich die Trennung auf den Hausanbau aus? Werden die Raten zur Tilgung des Kredits aufs Haus meinem Noch-Ehemann irgendwie angerechnet oder ist es vorprogrammiert, dass der Anbau (trotz schlechter Verkaufschancen, da Anbau am Elternhaus...) verkauft werden muss? Ein Erhalt des Hauses ist bei einem Bedarfskontrollbetrag von ca. 1000 € für meinem zukünftigen Ex-Mann wohl leider nicht möglich.

(Selbst wenn der Hausanbau nicht mehr gemeinsam von uns bewohnt wird, sollten zumindest unsere Kinder später eine gewisse Sicherheit durch ihn haben)

Vielen Dank im Voraus

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen beantworte ich Ihnen unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und des gewählten Einsatzes im Rahmen einer Erstberatung gerne wie folgt.  


Nachehelicher Unterhalt ist noch in weiter Ferne. Zunächst entsteht ein Anspruch auf Trennungsunterhalt ab dem Zeitpunkt der Trennung. Einzelheiten zur Dauer und zur Höhe zu machen, ist im Rahmen dieses Forums nicht möglich.

Langfristig müssen Sie eine über den 400 €-Job hinausgehende Arbeit aufnehmen bzw. sich zumindest hierum bemühen (so genannte Erwerbsobliegenheit).

Falls der Ehemann im Haus verbleibt, wird dies im Rahmen der Unterhaltsberechnung berücksichtigt und zwar doppelt.
Zum Einen wird sein mietfreies Wohnen als Einkommen angerechnet. Es zählt der Wohnwert. Dieser berechnet sich allerdings nicht danach, was man an Miete für das Haus erzielen könnte. Entscheidend ist, was er an Miete spart, weil er nicht nach der Trennung in eine eigene Wohnung zieht.
Zum Anderen werden die Kreditraten, die weiter gezahlt werden, vom Einkommen in Abzug gebracht.


Später wird eine Vermögensauseinandersetzung vorzunehmen sein. Und zwar wie folgt (wenn der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft besteht):

Bei beiden Ehegatten ist das gesamte Anfangs- und Endvermögen zu berechnen. Eine unterschiedliche Differenz bei den Ehegatten ist dann durch Zahlung einer Geldsumme (an den Benachteiligten) auszugleichen. Es findet keine Ausgleichung im Hinblick auf einzelne Vermögenswerte (z.B. das Haus) statt. 

Eine endgültige und seriöse Beantwortung der Frage, ob, von wem und in welcher Höhe eine Zahlung zu erbringen ist, ist so ohne Weiteres nicht möglich. Hierfür benötigt man:

- Anfangsvermögen Ehemann,
- Endvermögen Ehemann,
- Anfangsvermögen Frau,
- Endvermögen Frau.

Für die Zahlung kann es notwendig sein, dass das Haus verkauft, im Notfall versteigert wird.


Ob und wie das Haus erhalten werden kann, ist einerseits eine Frage, ob man sich einigen kann. Andererseits ist es natürlich eine finanzielle Frage.


Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben. Eine Tätigkeit in Ihrem Einzelfall kann dieser Beitrag natürlich nicht ersetzen. Für weitere Unterstützung im Trennungs-/Scheidungsverfahren stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Abschließend darf ich Sie vorsorglich freundlich auf die kostenfreie Nachfragemöglichkeit hinweisen.

Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2011 | 01:09

Habe ich das richtig verstanden?

Der Wohnwert bedeutet, das was der Ehemann eigentlich an Miete bezahlen würde wenn er nicht im Haus bliebe wird zum Einkommen hinzu gerechnet und was an Raten für das Haus zu bezahlen ist wird vom Einkommen wieder abgezogen, daraus ergibt sich im Groben die Grundlage für den Unterhalt der Kinder? Ich muss mir über kurz oder lang sowieso Gedanken um einen Vollzeit-Job machen und erhalte deshalb keinen Trennungs-/ Ehegattenunterhalt?

Wird das Haus (obwohl es auf dem Grundstück SEINER Eltern steht und überwiegend vom ihm bezahlt wurde)auch mir beim Zugewinn angerechnet und habe ich also Anspruch daran oder fällt diese Überlegung sowieso weg, da es sich um das Grundstück der Eltern und nicht das meines Noch-Mannes handelt?

Ich habe wie gesagt keine Ersparnisse mit in die Ehe gebracht bis auf die 15000, kann es deshalb sein, dass ich letzten Endes an Ihn einen Ausgleich zahlen muss, da ich mehr Zugewinn erwirtschaftet habe als er?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.09.2011 | 01:35

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfragen beantworte ich gerne wie folgt.


Das mit dem Wohnwert/den Tilgungen verstehen Sie richtig.
Allerdings sind dies nur zwei Faktoren, die bei der Unterhaltsberechnung und zwar dort beim Einkommen berücksichtigt werden. Die Berechnung insgesamt ist weit komplexer und abstrakt nicht möglich.

Sie müssen nicht sofort einen Vollzeitjob aufnehmen. Auch entfällt selbst dann nicht unbedingt ein Unterhaltsanspruch. Zunächst hätten Sie sicherlich einen Trennungsunterhaltsanspruch, jedenfalls von Ihren Voraussetzungen her. Es kommt natürlich auch auf die Leistungsfähigkeit des Mannes an.

Eine Einschätzung zum Zugewinnausgleich ist seriös nicht abzugeben. Wie oben ausgeführt sind die aufgezählten 4 Werte zwingend festzustellen. Dies ist anhand Ihrer Angaben nicht möglich.


Sie sollten in jedem Fall weitere anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Nach Ihrer Darstellung dürften Sie im Zeitpunkt einer Trennung Beratungshilfe erhalten, die Sie bei Ihrem Amtsgericht beantragen können.


Mit freundlichem Gruß


-Huppertz-
Rechtsanwalt

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