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Scheidung, Heirat, Bleiberecht in Deutschland für Ausländer


19.12.2016 17:25 |
Preis: 80,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Sehr geehrte Anwählte,
Frage für meinen Bekannten.

Status:
• Herr ca. 21 Jahre alt
• Aufenthalt in Hessen.
• Wegen Familienzusammenführung nach Deutschland eingereist.
• Aufenthaltstitel Art: Aufenthaltserlaubnis, gültig noch ca. 8 Monate.
• Frau hat deutsche Staatsangehörigkeit.
• Leider wegen unvermeidbaren Gründen möchte jetzt ca. nach 9 Monaten der Mann sich scheiden lassen.

Ziel:
• Nach der Scheidung oder Scheidungsantrag kann der Mann in Deutschland bleiben.
• Während Scheidungsprozess möchte er beim Onkel in BW offiziell wohnen.


Unsere Möglichkeiten:
• Er kann Asyl beantragen.
• Er hat gleichzeitig eine andere Frau, die bereit ist sofort nach der Scheidung (von meinem Bekannten) zu heiraten, und sie hat auch deutsche Staatsangehörigkeit.

Unsere Fragen:
Bei erster Möglichkeit „Asyl"

Wann und Wo ?

Im Fall Asyl, möchte er gern in Baden-Württemberg sein Asylverfahren laufen lassen, weil seine engen Verwandten in BW wohnen, und ggf. kann er auch bei denen wohnen. Außerdem möchte er für die Scheidung einen Anwalt in BW beauftragen.
Für diese Ziele zu erreichen, welche Option soll er nehmen?
1. Beim Onkel in BW sich anmelden, von hier die Scheidung beantragen, und parallel Asyl beantragen.
2. Beim Onkel in BW sich anmelden, von hier die Scheidung beantragen, und warten bis er von den Behörden für die Ausreise gefordert wird, danach erst Asyl beantragen.
3. In Hessen erst Asyl beantragen, dann die Scheidung beantragen. (so aber hat er keine Chance in BW sein Asylverfahren laufen zu lassen, und wahrscheinlich muss der Anwalt für die Scheidung auch von Hessen sein).
4. In Hessen die Scheidung beantragen, dann in BW beim Onkel sich anmelden und hier Asyl beantragen.


Bei zweiter Möglichkeit „Heirat"

1. Eine Frau ist bereit gleich nach der Scheidung ihn zu heiraten und bereit gegenüber Behörden das schriftlich zu bestätigen. Dürfen in diesem Fall die Behörden trotzdem ihn um die Ausreise anfordern?
2. Falls ja, wäre das besser sein für die Überbrückungszeit, dass er das Asyl beantragen soll, bis die Scheidung komplett durchgeführt ist und dann mit der Dame heiraten.

Vielen Dank im Voraus.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung wie folgt beantworten:

1. Sie tragen vor Ihr Freund sei im Wege des Familiennachzugs nach Deutschland zu seiner deutschen Ehefrau gekommen.

Sie sagen die Aufenthaltsgenehmigung sei noch ca. 8 Monate gültig, da bei einem Familiennachzug meist eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre ausgesprochen wird, gehe ich davon aus, dass Ihr freund schon über 2 Jahre in Deutschland ist.

Trennt sich Ihr Freund von seiner Frau, zieht er also zu seinem Onkel nach BW, so gefährdet er seinen Aufenthalt in Deutschland. Er muss damit rechnen, dass die Ausländerbehörde seinen Aufenthalt verkürzt oder beendet, wenn diese mit bekommt, dass Ihr Freund die häusliche Gemeinschaft mit der Ehefrau aufgegeben hat.

Dies wird die Behörde nur dann nicht tun, wenn eine besondere Härte vorliegt, also wenn Ihr Freund von seiner Frau geschlagen wird oder andere Dinge vorfallen, die es ihm nicht zumutbar machen, weiter mit der Frau zusammen zu leben.

Somit wäre auf jeden Fall die ersten 3 Jahre abzuwarten, danach bekommt Ihr Freund einen eigentständigen Aufenthaltstitel und später eine Niederlassungserlaubnis. Diese wäre unbefristet.

2. Um sich scheiden lassen zu können, muss Ihr Freund ein Trennungsjahr durchlaufen. Eine schnelle Scheidung gibt es in Deutschland nicht. Erst wenn er ein Jshr nicht mehr bei seiner Frau lebt, könnte er die Scheidung einreichen. Dies könnte er auch von BW aus tun, das ist kein Problem.

Der Scheidungsanwalt muss nicht aus BW sein, dieser kann aus ganz Deutschland eine Scheidung für Ihren Freund organisieren.

3. Die Asylvariante ist sicher kein zu empfehlender Weg. Zum einen mag es schon an dem Asylgrund fehlen, zum Bespiel hat Ihr Freund in den letzten Jahren in Deutschland gelebt und konnte somit nicht in seinem Heimatland verfolgt werden, vielleciht kommt er auch aus einem sicheren Drittland.

Würde er sich als Asylsuchender registrieren, so würde er nach der Erstregistrierung innerhalb Deutschlands verteilt. Ein Recht bei seinem Onkel in BW zu leben hätte Ihr Freund nicht. Er müsste in einer Aufnahmestelle leben und dürfte sich auch nicht frei bewegen.

4. Sollten dennoch gründe bestehen, warum Ihr Freund nicht in sein Heimatland zurückkann, so wären diese gegenüber der Ausländerbehörde vorzutragen. Es könnte eine Duldung erreicht werden. Nach einiger Zeit war Ihr Freund dann lange genug in Deutschland, um eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.12.2016 | 19:32

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Paar Ergänzungen bitte noch...
-- Möglichkeit "Heirat" ist nicht beantwortet worden. Das war sehr wichtig.
-- 3 Jahre mit ihrer Frau weiter zu leben ist für ihn nicht möglich.
-- er ist seit ca. 6 Monaten in Deutschland.
-- Asyl Gründe in seinem Heimatland hat er schon genug. Da haben wir wenig bedenken, sowieso frage war wenn parallel eine andere Frau für ihn bereit steht, vielleicht kann man für die Überbrückungszeit Asyl Verfahren laufen lassen, meistens dauert das über 2 oder 3 Jahre bis Asyl anerkannt oder abgelehnt wird, inzwischen Scheidung wird komplett sein und kann dann mit anderer Frau geheiratet werden.

Bitte Abschnitt 2. Möglichkeit "Heirat" etwas konkreter antworten.

Vielen Dank im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.12.2016 | 20:46

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Ihr Freund lebt nun seit 6 Monaten in Deutschland und plant sich von seiner Frau zu trennen. Hier ist mit großer Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Ausländerbehörde hier den Aufenthalt verkürzen wird und Ihr Freund sehr bald aufgefordert werden wird Deutschland zu verlassen.

Um eine andere Frau heiraten zu können müsste Ihr Freund erst einma rechtskräftig geschieden sein. Da auch Ihr Freund in Deutschland lebt, wäre deutsches Familienrecht anwendbar, hier wäre also das Trennungsjahr zu beachten.

Für den Aufenthaltstitel Ihres Freundes ist aber bereits die Trennung gefährlich, er wird kein Visum bekommen, damit er nach der Trennung eine andere Frau heiraten kann. Das Amt würde hier von einer Scheinehe ausgehen oder Ihrem Freund sage, er soll bei der deutschen Botschaft in seinem Heimatland ein neues Visum beantragen, wer die Scheidung fertig ist.

Die Heirat mit einer anderen Frau ist also kein Option, so wird Ihr Freund kein Visum bekommen und wird Deutschland bald verlassen müssen.

Wir wäre also aus meiner Sicht an ein Asylantrag zu denken, oder er probiert es als Student oder mit einem Arbeitsvisum.

Kontaktieren Sie mich unter mail@kanzlei-park.de, ich helfe Ihnen gerne weiter.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

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