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Scheidung - Hausverkauf - Erbe weg?

03.10.2009 19:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


1993 habe ich geheiratet, im gleichen Jahr haben mein Mann und ich ein Haus mit Einliegerwohnung gekauft, in die meine Mutter einzog. Dafür verkaufte meine Mutter ihre Eigentumswohnung und zahlte mir mein Erbe, von damals 90.000 DM plus für meine Töchter 20.000 DM, aus. 80.000 DM wanderte in die Finanzierung, 30.000 DM in die Renovierung, Notarkosten ect.
2005 reichte mein Mann die Scheidung ein, das Haus wird nicht mehr bewohnt und steht zum Verkauf. Durch einem Umbau und Umfinanzierung in 2003 steht eine Dahrlehensschuld von ca.140.000 € abzüglich ca. 40.000 €, aus einer Lebensversicherung meines Mannes, die die Bank als Sicherheit beansprucht hat.
Nun gibt es ein Kaufangebot in Höhe von 90.000 € für das Haus.
Mein Mann ist mit dem Preis einverstanden, ich nicht, denn er hat ein 4x höheres Einkommen als ich!
Es ist noch kein Scheidungsurteil gesprochen, weder die Unterhaltsansprüche noch der Zugewinn sind geklärt.
Nach Aussage meines Anwaltes habe ich keine Aussicht mein Erbteil und das Geld meiner Töchter jemals wieder auf meinem Konto zu sehen, da der Zugewinn auf " Null" hinauslaufen wird.
Kann ich mein Erbe und das Geld meiner Töchter wirklich abschreiben?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Vermögen, welches im Hinblick auf ein künftiges Erbrecht erworben wird, wird nach Abzug aller Verbindlichkeiten Ihrem Anfangsvermögen hinzugerechnet, § 1374 Abs. 2 BGB. Gleiches gilt auch für Schenkungen. Es muss somit differenziert werden, ob die 90.000 DM tatsächlich im Hinblick auf ein künftiges Erbrecht geflossen sind oder ob diese als Schenkung an Sie und Ihren Ehemann zugewendet wurden. Bei letzterem hätte dies Auswirkungen auf das Anfangsvermögen Ihres Ehemannes. Zu berücksichtigen ist auch, dass ein Erwerb mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht nur dann vorliegt, wenn Sie selbst keine oder keine vollwertige Gegenleistung erbringen. Eine solche Gegenleistung könnte in der Überlassung der Einliegerwohnung zu sehen sein. Es muss dann ein Vergleich der Gegenleistung mit dem Wert des Erwerbs vorgenommen werden, um eine genaue Beurteilung vornehmen zu können (OLG Brandenburg 06.05.2008 - 10 UF 197/07). Die 20.000 DM an Ihre Töchter sind hier separat zu betrachten, da dieses Geld nicht Ihnen zustand, sondern rein rechtlich als Schenkung an Ihre Töchter zu verstehen ist.

Soweit Sie durch den Erwerb des Hauses eine Wertsteigerung erlangt haben, wäre diese dem Endvermögen zuzurechnen, § 1375 BGB. Unter Umständen besteht dann eine Ausgleichspflicht.

Insgesamt sind vorliegend viele Faktoren zu berücksichtigen, die Sie nicht alle genannt haben. Zu einer genauen Berechnung des Zugewinnausgleichs müsste auch das Anfangs- und Endvermögen Ihres Ehemannes bekannt sein. Deswegen kann eine Berechnung hier nicht vorgenommen werden. Nach den von Ihnen geschilderten Angaben, ist es durchaus wahrscheinlich, dass kein Zugewinn erworben wurde (da Ihr Anfangsvermögen durch das künftige Erbrecht recht hoch war) und dieser tatsächlich bei „Null“ liegt.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können und hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine andere rechtliche Bewertung ergeben.

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