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Scheidung: Haus das bereits vor Eheschließung mein Eigentum war Zugewinnregelung

23.09.2014 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Anwälte,

Ich habe ein Problem mit meiner Exfrau und der jetzt anstehenden Scheidung.

Ich habe mit 18 Jahren von meinen Eltern ein ca. 100 Jahre altes Haus geschenkt bekommen.
Danach haben mir meine Eltern und meine Großeltern in mehreren Scheiben jede Menge Geld geschenkt, um das Haus zu renovieren.
Bei den Arbeiten die 5-6 Jahre gedauert haben, habe ich meine noch Ehefrau kennengelernt.
Sie hat mir sehr geholfen und immer mit angefasst, in dieser Zeit aber bereits kostenfrei mit im Haus meiner Eltern gewohnt.
Als das Haus zu 90 % fertig war haben wir geheiratet und das Haus im Anschluß bezogen.
Da hatten wir zusammen das Haus fast komplett kernsaniert. Es war perfekt. Immerhin war ja fast alles neu. Wir haben keinen Ehevertrag!

In der Ehe haben wir etwa das gleiche Geld verdient. Kaum etwas davon noch ins Haus gesteckt ( war ja auch fast alles fertig und neu Mauerwerk, Dach, Heizung, Fenster, Elektrik, Bad und Küche). Es erfolgten lediglich noch das Pflastern der Einfahrt, Außenputz und Renovierungsarbeiten - Maximal 20.000 € / meist Eigenleistungen keine Firmen.

Nach nun etwa 12 Jahren haben wir uns getrennt.

Sie ist ausgezogen und ich bin in meinem Haus geblieben.
Leider ist jetzt das Haus auch schon wieder 12 Jahre älter und viele Arbeiten müssten schon wieder gemacht werden(Reparaturstau).


Wie würde man in dem Fall einen Zugewinn gerichtsfest berechnen?
Was muss dazu vorliegen um es zu belegen?

Muss ich einen Gutachter beauftragen oder müsste dies meine Ex machen?
Wer zahlt den?

Was passiert, wenn nach der Sanierung vor 12 Jahren mein Haus mehr wert war als heute?
Müsste dann nicht meine Ex auch einen Ausgleich für die "Abnutzung" zahlen?

Immerhin bewohnte sie das Haus mit bzw. Nutzte dieses mit ab, die Kosten der Haushaltsführung haben wir uns geteilt. Anschaffungskosten waren wie erwähnt Geldgeschenke meiner Eltern und Großeltern an mich - vor der Eheschließung - es gab keinen Kredit und somit auch keine Kreditkosten. Somit auch keine Monatlichen Kosten für ' s wohnen - wie Miete, wenn wir uns ein vergleichbares Haus gemietet hätten.

Oder wird das Haus bei der Scheidung komplett außen vor gelassen, weil es vor der Ehe schon mir gehörte und das Geld für die Sanierung auch vor der Ehe geflossen ist und seit dem der Wert nur nach unten geht?

Mit freundlichem Gruß


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihre Exfrau kann nur einen hälftigen Ausgleich bezüglich des Wertzuwachses der Immobilie seit der Heirat verlangen.
Stichtag für den Wert Ihrer Immobilie ist der Tag der Eheschließung. Da Sie diese mit in die Ehe brachten, gehört sie zu Ihrem Anfangsvermögen, § 1374 Abs. 1 BGB.
Ebenfalls werden die Geldzuwendungen an Sie zum Anfangsvermögen gerechnet, da Ihre Eltern und Großeltern wohl ganz alleine Ihnen das Geld zukommen lassen wollten. Natürlich könnte Ihre Exfrau einwenden, dass das Geld (auch vor der Ehe) hälftig auch für sie bestimmt war, aber erstens müsste sie das beweisen und zweitens wäre sie einem Rückforderungsanspruch der Schwiegereltern ausgesetzt. Diese wollten das Geld sicherlich „um der (zukünftigen) Ehe willen" zuwenden, so dass die Geschäftsgrundlage für die Schenkung mit der anstehenden Scheidung weggefallen wäre, § 313 BGB.

Was das Haus bei Eintritt in den Güterstand (Heirat) wert war, kann von Ihnen anhand von Vergleichshäusern evtl. ermittelt werden. Bestenfalls können Sie sich mit Ihrer Exfrau auf einen Anfangs- und Endwert des Hauses einigen, wobei der Anfangswert des Hauses indexiert wird (wegen Berücksichtigung des Kaufkraftschwundes).

Stichtag für den Endwert des Hauses (Verkehrswert) ist die Beendigung des Güterstandes,
d.h. der Zeitpunkt wo Ihnen bzw. Ihrer Exfrau der Scheidungsantrag zugestellt wird, § 1378 Abs. 1 BGB, § 1384 BGB.

Wenn die Immobilie inzwischen wieder an Wert verloren hat, und vor z.B. 5 Jahren mehr wert war als jetzt 2014, ist das so hinzunehmen. Es kommt nur auf den Wertzuwachs innerhalb der Ehezeit an.

Natürlich wird Ihre Exfrau soviel Geld als möglich aus der Immobilie ziehen wollen und den Endwert möglichst hoch, den Anfangswert möglichst niedrig sehen wollen, so dass der Zugewinn bzgl. des Hauses und somit ihr hälftiger Ausgleichsanspruch insgesamt höher ausfällt. Sollte es anhand von Recherchen (Internetportale) oder Maklereinschätzungen zu keiner Einigung kommen können, kann das Gericht im Zugewinnausgleichsverfahren einen Sachverständigen bestimmen. Diese Kosten werden im Streitfall vom Auskunftsberechtigten (also Ihrer Exfrau) getragen werden müssen:

Mangels ausdrücklicher gesetzlicher Regelung sind die Kosten eines zur Wertermittlung des Endvermögens erforderlichen Gutachtens vom Auskunftsberechtigten zu tragen, da diese Lösung der Interessenlage beider Parteien entspricht (BGH FamRZ 1982, 682; 2007, 711). Können sich beide Parteien nicht auf einen gemeinsam ausgewählten Sachverständigen einigen und dessen Bezahlung regeln, wird der Anfechtungsberechtigte i.d.R. einem vom Auskunftsschuldner beauftragten Sachverständigen weniger vertrauen als einem selbst ausgewählten. Daher wird dem Interesse des auskunftsberechtigten Ehegatten nicht ausreichend gedient, wenn er vom anderen verlangen kann, dass dieser einen Sachverständigen bestellt, bezahlt und dann dessen Gutachten übermittelt (BGH a.a.O.). Fallen die Kosten dem Auskunftsberechtigten zur Last, dient dies im Übrigen auch zur Vermeidung unnötiger Kosten, da der Auskunftsberechtigte bei dieser Sachlage einen Sachverständigen nur hinzuziehen wird, falls dies erforderlich ist.

Einen Nutzungsausgleich muss Ihre Exfrau nicht bezahlen, da „Wohnen" während der Ehegemeinschaft zum Familienunterhalt zählt, der nicht bei Scheidung auseinanderdividiert wird. Die vielen Arbeitsstunden, die Ihre Exfrau mit der Renovation mitgeleistet hat, sind wohl auch nicht extra zu bemessen, es sei denn, der Vermögenszuwachs wäre durch ihre Arbeitsleistung noch messbar vorhanden. Da Sie aber selbst sagen, dass das Haus mittlerweile schon wieder renovierfähig ist, kann das ausgeschlossen werden. Im Übrigen hat sie die Immobilie mitgenutzt und ihr wurden beträchtliche Mietzahlungen erspart.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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