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Scheidung, ja oder nein?


| 25.07.2007 09:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Ich bin seit 31 Jahren verheiratet, 56 Jahre alt. Mein Mann, Alkoholiker, 64 Jahre alt, lebt seit 4 Jahren in einem Pflegeheim und hat eine gerichtliche Betreuung.
Seit 10 Jahren bekommt er ca. 1000€ Rente wegen voller
Erwerbsminderung. Ich habe während der Ehe 14 Jahre wegen der beiden Kinder nicht gearbeitet. In der Zeit hat mein Mann ganz gut verdient. Allerdings hat er,während einer Selbständigkeit, 3 Jahre nur 200.00 DM an die Rentenkasse gezahlt. Seit er Rente bekommt, arbeite ich wieder, also seit 10 Jahren und verdiene
ca. 2.200€ brutto.Mein jüngerer Sohn, der noch in der Lehre ist, lebt bei mir.
Jetzt plane ich Ende des Jahres die Scheidung einzureichen, auch weil ich nächstes Jahr wieder heiraten will.
Außderdem möchte ich früher in Rente gehen, mit 62 oder 63 Jahren und vorher das Blockmodell Altersteilzeit in
Anspruch nehmen.Ich würde dann nur 650 € Rente bekommen.
Jetzt habe ich Bedenken, dass sich durch die Scheidung, die Rente noch mehr verringert
Mein Mann hat ja jetzt viele Jahre nichts in die Rentenversicherung eingezahlt.
Über den Versorgungsausgleich weiß ich Bescheid und ich bin informiert, wie er berechnet wird.
Die BfA meinte, ich könnte ja auf die Witwenrente warten, aber meinem Mann geht es in dem Heim wieder ganz gut.
Ich denke, wenn ich noch ein paar Jahre warte, ist es doch bestimmt ungünstiger für mich.
Außerdem könnte ja auch das Sozialamt irgendwann einen Beitrag von mir fordern für die Heimunterbringung.
Vor drei Jahren bin ich geprüft worden, aber wegen Kredit und Sohn, der noch in der Lehre ist, muß ich im Moment nicht zahlen.
Ich möchte eigentlich nur genau wissen, ob meine Rente evtl.
durch den Versorgungsausgleich gekürzt würde. Dann wäre wohl eine Scheidung nicht sinnvoll, so gerne ich auch wieder heiraten möchte.




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Sehr geehrte Ratsuchende,


hier ist die Frage leider mit einem "Ja" zu beantworten.

Nach Ihrer Schilderung ist es durchaus möglich, dass aufgrund der Versorgungsausgleiches Prozentpunkze auf das Rentenkonto Ihres Mannes übertragen werden, so dass es ggfs. zu einer Kürzung Ihrer Rentenansprüche kommen wird.

Allenfalls bestünde die Möglicheit, dass das Familiengericht den Versorgungsausgleich wegen grober Unbilligkeit auf Ihren Antrag hin ausschließt. Denn nach Ihrer Schilderung hat der Ehemann offenbar zum Familienunterhalt nicht beigetragen, so dass Sie für die Familie neben der Betreuung auch den Unterhalt tragen mussten.

Ein Ausschluss ist daher durchaus möglich, wobei es dann noch auf die Gesamtumstände ankommen wird, die aber im Rahmen einer individuellen Beratung geklärt werden müssten.

Und noch etwas sollten Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen: Werden Sie als Ehefrau zu Zahlungen ggfs. herangezogen, werden die dann eventuell von Ihnen aufzubringenden Kosten sicherlich sehr viel höher sein, als ein eventueller Abstrich bei der Rente.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2007 | 11:12

Sehr geehrter Herr Bohle,
danke für die Antwort. Ich habe noch eine Frage zum evtl. Ausschluß des Versogungsausgleiches.
Mein Mann ist erwerbsunfähig geworden durch sein Lungenemphysem.
Getrunken hat er immer. Nach dem Renteneintritt ist es schlimmer geworden. Ich habe ihn im Jahre 2000 verlassen, mit den Kindern. Wir sind allerdings nicht gerichtlich getrennt gewesen und ich habe auch meine Lohnsteuergruppe "3" behalten.
Dann kam er vor 4 Jahren mit Leberzirrhose in die Klinik. Nach den Delirium tremens stellte sich Korsakow-Syndrom heraus. Danach kam er ins Pflegeheim.
Meinen Sie, dass man dann immer noch den Versorgungsausgleich
wegen grober Unbilligkeit ausschließen kann?
Bis jetzt hat mir Ihre Antwort schon sehr geholfen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.07.2007 | 11:21

Sehr geehrte Ratsuchende,

nach Ihrer Schilderung spricht sehr viel für einen Ausschluss. Denn Ihr Mann hat offenbar nichts getan, um die Krankheit zu besiegen oder in den Griff zu bekommen. Insbesondere die Verlaufschilderung ab 2003 zeigt deutlich, dass er nichts unternommen hat, im Gegenteil.

Hier wird also sehr viel für einen Ausschluss aus Billigkeitsgründen sprechen, wobei ich aber Ihnen nicht verschweigen mag, dass diese subjektive Meinung ja nur auf eine kurze Darstellung berugt, letztlich allein das Familiengericht zu entscheiden hat.

So, wie Sie es aber schildern, werden Sie voraussichtlich bei einer Scheidung weniger zu verlieren haben.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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