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Scheidung, Haus mit Krediten belastet


14.07.2006 16:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Grund
Ich möchte mich von meiner Frau scheiden lassen, da sie seit längerem einen Freund hat.

Fakten
- Wir bewohnen ein Grundstück mit Doppelhaushälfte, Garage und Wintergarten,
- Meine Frau und ich sind zu gleichen Teilen im Grundbuch eingetragen,
- Haus und Grundstück sind noch mit hohen Krediten belastet,
- Meine Frau hat die Kredite mit unterschrieben,
- Ich verdiene ca. das Dreifache von meiner Frau und kann daher das Haus erhalten, die Kredite abzahlen und meinen Sohn pflegen, was ich sowieso schon fast allein mache,
- Nach einem Unfall meines Sohnes erhielten wir von der Versicherung des Unfallgegners ca. 60.000 Euro für einen behindertengerechten Umbau des Hauses. Dieses Geld wurde für einen Etagenlift, für eine Terrassenüberdachung und für die barrierefreie Gestaltung der Außenanlage verwendet.
- Mein Sohn ist volljährig und kann zumindest finanziell selbst für sich sorgen.

Fragen
Da ich meiner Frau die Hälfte des Zugewinns auszahlen möchte und dann auch möglichst alle Rechte am Haus an mich gehen sollen, da ich ja auch die Kredite abzahlen werde, möchte ich wissen, wie der Wert des Hauses berechnet wird.
Werden die Kosten für den behindertengerechten Umbau, die von der Versicherung für meinen Sohn bezahlt wurden, bei der Wertermittlung berücksichtigt? Wird als Wert des Hauses der Erstellungswert oder der Verkaufswert herangezogen?
Hat meine Frau ein Recht auf Unterhaltszahlung, obwohl sie selbst arbeiten geht und ich hohe finanzielle Belastungen habe?
Ab wann gelten getrennte Kassen, denn jede weitere Tilgung des Hauskredites erhöht auch den Anteil des von mir zu zahlenden Zugewinnausgleiches.

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben summarisch wie folgt beantworten:

Sie müssen Zugewinn und Eigentum trennen. In die Zugewinnberechnung fließt sowohl bei Ihnen als auch bei der Frau der hälftige Wert der Immobilie als „Haben“ und die hälftigen Schulden als „Soll“ ein.

Ungeachtet des Zugewinns bleibt das hälftige Eigentum bei Ihrer Frau. Diese muss dann aber auch die Belastungen zur Hälfte an Sie ersetzen oder direkt an das Kreditinstitut selbst zahlen. Einfachste Möglichkeit wäre eine Übertragung des Grundstücks auf Sie bei gleichzeitiger (alleiniger) Übernahme der Kredite. Dies setzt aber neben dem Einverständnis der Frau auch das Einverständnis der Bank voraus. Kommt es zu keiner Einigung, bleibt Ihnen nur die zwangsweise Auseinandersetzung im Wege der Teilungsversteigerung.

Regelmäßig wird der Wert des Hauses als Verkehrswert durch einen Gutachter bestimmt. Dabei werden natürlich auch die behindertengerechten Einrichtungen berücksichtigt.

Der Zugewinn wird berechnet zum Zeitpunkt der Zustellung Ihres Scheidungsantrages bei der Ehefrau.

Regelmäßig werden Sie die hälftigen Belastungen des Hauses ab dem Trennungszeit auszugleichen sein.

Ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt besteht nur, wenn Bedürftigkeit besteht. Geht Ihre Frau selbst arbeiten und erwirtschaftet damit ausreichend Einkommen, wird nachehelicher Unterhalt regelmäßig zu versagen sein. Anders nur bis zur Scheidung, Trennungsunterhalt wird unter Berücksichtigung des Einkommens durchaus möglich sein. Hierbei kommt es aber auf die konkreten Verhältnisse an.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.07.2006 | 22:16

Leider kann ich aus Ihrer Antwort nicht entnehmen, wie ich handeln soll, damit ich auf jeden Fall mit meinem behinderten Sohn im Haus wohnen bleiben kann, da er sonst in ein Heim muss.
Kann meine Frau in einem Ehescheidungsfolgenvertrag, vorbehaltlich meiner elleinnigen Kredittilgung, ihre Rechte am Haus an mich abtreten, obwohl sie noch mit hälftigem Anteil im Grundbuch steht? Sonst gehört meiner Frau ja die Hälfte des Hauses, obwohl ich den ganzen Kredit bezahlt habe. Ich möchte meiner Frau im Rahmen des Zugewinnausgleiches auch ihre Hälfte am schon bezahlten Kredit auszahlen. Geht das?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.07.2006 | 12:05

Gerne nehme zu Ihrer ergänzenden Frage Stellung:

Die von Ihnen gewünschte Rechtsfolge kann auf vertraglicher Weise mit der Frau erreicht werden. Hierzu kommt wie schon geschildert der „Verkauf“ an Sie gegen Befreiung von den Schulden in Betracht . Allerdings muss hier die Bank wie gesagt Ihre Frau aus den Verträgen entlassen. Die andere Variante wäre tatsächlich die Überlassung an Sie, dies dann gegen entsprechende Zahlung einer Miete für den Anteil der Frau. Hier könnte vereinbart werden, dass diese in Form der Ratenzahlungen an die Bank erfolgen soll. Dabei bleibt Ihre Frau hälftige Eigentümerin und haftet auch weiter für die Darlehen.

Solange Ihre Frau im Grundbuch steht, gehört ihr das halbe Haus. Gleichzeitig haftet Sie unabhängig vom Grundbuch gegenüber der Bank.

Die bisherigen Kreditzahlungen sowohl der Frau als auch von Ihnen fließen automatisch mit in den Zugewinn ein, so dass hier ein entsprechender Ausgleich möglich und sogar nötig ist.

Letztendlich bleibt in weiten Teilen Ihnen überlassen, welchen Weg Sie wählen. Bedenken Sie für ihre Frau nur, dass eine Haftung gegenüber der Bank bestehen bleibt, bis diese sie aus dem Vertrag entlässt. Erfahrungsgemäß ist dies nicht leicht zu erreichen.

Zur weiteren Begleitung und der Prüfung der genauen Zahlen rate ich zu einer Vertretung durch einen Kollegen vor Ort.

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