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Schdenersatz, Verdienstausfall und Schmerzensgeld


23.05.2018 11:45 |
Preis: 30,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


14:11

Gustav Ganz (G) erlitt mit seinem neu gekauften PKW, einem chinesischen Modell, nach drei Monaten einen schweren Unfall. Der PKW sackte auf gerader Strecke plötzlich hinten ab, geriet ins Schleudern und überschlug sich. G wurde erheblich verletzt, der PKW war total beschädigt.
Ein Sachverständigengutachten ergab: Der Unfall ist auf einen Bruch der hinteren Schubstrebe zurückzuführen. Diese hatte Risse aufgewiesen, die durch einen Bearbeitungsfehler – Schmieden bei zu niedriger Temperatur – zurückgehen. Diese Risse hätten bei einer Untersuchung im Wege „magnetischer Flutung" festgestellt werden können.
G möchte wegen des Unfallschadens – PKW, Verdienstausfall während der Arbeitsunfähigkeit, Schmerzensgeld – keinen Rechtsstreit in China gegen das Herstellerwerk D führen und fragt, ob und welche Ansprüche er gegen die in Deutschland ansässigen Unternehmen hat, nämlich den Händler Hans Hastig e.K. (H) und die China Cars Vertriebs-GmbH (C), die das Fahrzeug importiert hat.

23.05.2018 | 12:13

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

G kann von H Ersatz aller ihm entstandenen Schäden verlangen. H kann sich hiervon auch nicht durch Vertragskonstruktionen befreien (anders wäre es bei einem Leasingvertrag).

Entstandene Schäden wären zunächst der unnötig aufgewendete Kaufpreis abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die Zeit der Nutzung. G kann entweder einen neuen PKW verlangen oder aber Rückzahlung des Kaufpreises wenn Ihm die Nacherfüllung nicht zuzumuten ist. Hier sollte es leicht sein zu belegen, dass das Vertrauen in ein Auto gleichen Typs nicht gegeben ist und daher Kaufpreisrückzahlung verlangt werden kann.

Außerdem kann Ersatz aller Heilungskosten verlangt werden. Dieser Anspruch kann jedenfalls zum Teil an die Krankenkasse übergegangen sein. G sollte diese hier informieren. Außerdem alle Kosten die mit der Heilung verbunden waren (Taxikosten zur Teilnahme an Rehamaßnahmen).

Verdienstausfall kann nur geltend gemacht werden, soweit dieser entstanden ist. Ein Teil des Anspruchs dürfte auf den Arbeitgeber übergegangen sein.

Schmerzensgeld kann je nach Art der Verletzung zusätzlich gefordert werden.

Vereinfacht kann gesagt werden: G ist wirtschaftlich so zu stellen als hätte der Unfall nie statt gefunden (auch Gutachterkosten sind ersatzfähig). Für erlittene Schmerzen sowie Folgeschäden hat ein Ersatz darüber hinaus zu erfolgen. Anspruchsgegner ist H.

Ich hoffe Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 23.05.2018 | 12:21

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Krueckemeyer,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich hätte noch eine kurze Frage.
Welche Paragraphen lassen sich in diesem Fall anwenden (BGB&HGB)?
Spielt C generell keine Rolle in diesem Fall?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.05.2018 | 14:11

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich gehe davon aus, dass es sich bei G nicht um einen Kaufmann im Sinne des HGB handelt. Daher sind die Paragraphen des BGB anwendbar.
Eine wesentliche Rolle spielen hier die Paragraphen 346,323,434,433, 280 und 249 Abs. 2.
Der Importeur und der Hersteller spielen nur insoweit eine Rolle als der Händler hier Regress nehmen kann.

Bei weiteren Fragen können sie mich gerne via E-Mail kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


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