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Schätzung Zinserträge

| 17.06.2009 06:51 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Hallo,

nach dem Tod meiner Schwiegermutter in 2008 haben wir Sparkonten geerbt. Wir hatten nur geringe Zinserträge aus den Sparkonten,
da z.T. Zinsen noch zu Lebzeiten meiner Schwiegermutter kapitalisiert wurden (und damit in die Einkommensteuererklärung 2008 meiner Schwiegermutter eingehen) und wir z.T. bestehende Darlehen abgelöst haben.
Die Zinserträge lagen unter dem Freibetrag. Deswegen haben wir auch die Anlage KAP nicht ausgefüllt.
Jetzt schätzt das Finanzamt im Einkommensteuerbescheid Zinserträge von einigen Tausend Euro (die wir nicht gehabt haben) und erhebt darauf steuern.
Ist die Schätzung zu Recht erfolgt ? Die Einkommensteuererklärung wurde von uns korrekt und vollständig ausgefüllt.
Müssen wir beweisen, dass wir keine Steuern hinterzogen haben ? Wie ?
Gilt die Unschuldsvermutung nicht für Finanzämter ?

Vielen Dank für die Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes:

Ich weise darauf hin, dass hier eine erste Orientierung über die bestehende Rechtslage erfolgen kann und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt oder Steuerberater Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Sie schreiben auf der einen Seite, dass die Steuererklärung korrekt und vollständig ausgefüllt wurde und auf der anderen Seite, dass „ Zinsen noch zu Lebzeiten meiner Schwiegermutter kapitalisiert wurden und wir z.T. bestehende Darlehen abgelöst haben“. HIer ist nicht klar -und Einzelheiten können wohl auch kaum im Rahmen dieser Plattform von mir nachgeprüft werden - ob Sie hier alle Zinserträge erfasst haben.

Falls Sie der Aufforderung des Finanzamts nicht nachkommen, eine vollständige Erklärung abzugeben, kann dort geschätzt werden.

Sie müssen gegenüber dem Finanzamt sämtliche Erträge aus Kapitalvermögen unter Vorlage der Unterlagen erklären. Bitte bedenken Sie, dass die Banken (in Deutschland) verpflichtet sind, sämtliche Zinserträge der Finanzverwaltung zu melden, so dass dort bereits sämtliche Informationen über die Zinserträge einer Person vorliegen können.

Außerdem sind die Banken verpflichtet, im Todesfall sämtliche Kontostände von Konten und Geldanlagen der Finanzverwaltung (für die Zwecke der Erbschaftsteuer) zu melden. Das Finanzamt ist somit umfassend informiert über den Nachlass hinsichtlich des Geldvermögens und hat bei fehlenden Angaben zu den Zinserträgen eine Basis für die Schätzung.

Somit führt an einer vollständigen Erklärung kein Weg vorbei, auch wenn sich am Ende keine Steuernachzahlung daraus ergibt. Sie sollten von den Banken auch ausdrücklich die Steuerbescheinigungen anfordern (die „Jahresbescheinigung“ und Erträgnisaufstellungen reichen hierfür nicht aus).

Wenn das Finanzamt bereits einen Schätzungsbescheid erlassen hat, wurde die vollständige Erklärung nach meiner Erfahrung bereits mehrfach angefordert. Aus Ihrer Schilderung lässt sich nicht erkennen, ob Sie möglicherweise Zinserträge und Zinsaufwendungen gedanklich saldiert haben.

Wenn Sie diese Erklärung (en) vollständig abgeben, müssen Sie darüber hinaus keine weiteren Beweise erbringen, dass Sie keine Steuerhinterziehung begehen wollten. Wenn Sie aber nun trotz ausdrücklicher Aufforderung seitens des Finanzamts Zinseinnahmen aus anderen Quellen als den deutschen Banken oder Versicherungen, also solche Erträge aus dem Ausland oder Quellen, bei denen keine Zinsabschlagsteuer einbehalten wurde, besteht die Gefahr des Vorwurfs der Steuerverkürzung.

Sie sollten nun auf jeden Fall für alle Jahre, für die das Finanzamt Schätzungen vornimmt, die Anlage KAP ausfüllen. Sollten mehrere Erben Rechtsnachfolger sein, gilt dies ebenso im Rahmen einer Feststellungserklärung für die Erbengemeinschaft. Da es für die Erbengemeinschaft keine Freistellung von Zinsabschlagsteuer gibt, sind dort auch anrechenbare Steuern angefallen, die bei der persönlichen Steuererklärung eines jeden Erben berücksichtigt werden.

Sollte der Schätzungsbescheid nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung nach § 164 AO stehen, sollten Sie umgehend Einspruch gegen den Schätzungsbescheid einlegen.


Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 19.06.2009 | 06:32

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