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Schäden am Fertighaus vor der Abnahme

| 28.04.2013 10:46 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Schaden bei Arbeiten von Baufirma; Beweislast

Hallo,

folgender Sachverhalt, für den wir einen fachkundingen Rat benötigen:

Von einem großen deutschen Fertighaushersteller beziehen wir ein schlüsselfertiges Haus ohne Eigenleistung.
Dieses Haus ist bereits weitestgehend fertig gestellt, einschließlich der Fassade (Aussenputz). Die Abnahme hat noch nicht stattgefunden.

Durch uns gesondert beauftragt wurde durch ein 2. Unternehmen eine Regenwasserzisterne eingebaut. Diese ist nicht mit dem Haus verbunden, allerdings in unmittelbarer Nähe (ca. 1m) zum Haus ins Erdreich eingelassen.

Am Aussenputz (Erstellt durch den Fertighaushersteller) haben wir nun im Bereich der eingebauten Zisterne eine Beschädigung. Auch war diese Beschädigung einige Tage vor Einbau der Zisterne noch nicht vorhanden. Dies ist anhand von Photos belegbar.
Die Entstehung des Schadens durch den Einbau der Zisterne ist für mich daher naheliegend, aber nicht zwingend.

Zum Zeitpunkt des Einbaus der Zisterne waren vom Fertighaushersteller beauftragte Unternehmen ebenfalls im Haus tätig (Innenausbau).

Schlussraten sowohl für den Fertighaushersteller als auch dem "Zisternenbauer" wurden noch nicht gezahlt.
Bislang haben wir den Schaden noch keinem der Unternehmen angezeigt. Ebenso haben wir keine Informationen der Unternehmen bezüglich des Schadens erhalten.

Wie sollten wir zur Behebung / Beseitigung des Schadens nun am besten vorgehen?
Welchen Rat können Sie uns zum weiteren Vorgehen geben?
Wem sollten wir den Schaden anzeigen und ggfs. Zahlungen zurückhalten?

Herzlichen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst wäre ggf. nochmals die Ursache der Beschädigung zu klären, wobei meines Erachtens die Entstehung durch das Verhalten der von Ihnen genannten Baufirmen indiziert ist, dafür spricht der erste Anschein.

Eine Verursachung durch Dritte ist aller Voraussicht nach auch ausgeschlossen.

Sie sollten daher den Schaden beiden Unternehmen anzeigen.

Diese sollen sich mit ihrer jeweiligen Versicherung in Verbindung setzen.

In der Tat sollten Sie sich primär an die Firma wenden, die die Zisterne eingebaut hat.
Denn der zeitliche Zusammenhang spricht eher dafür.

Bis zur Klärung sollten Sie die Schlussraten zurückhalten.

Sie haben folgenden Vorteil:
Die Pflichtverletzung des Schuldners (Firma, die die Zisterne gebaut hat) kann der Gläubiger (Sie) auch durch den Nachweis dartun, dass die Schadensursache allein/hauptsächlich aus dem Verantwortungsbereich des Schuldners herrühren kann.

Dieses ist in der höchstrichterlichen Rechtsprechung anerkannt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 28.04.2013 | 12:20

Sehr geehrter Herr Hesterberg,

vielen Dank für Ihre zügige Antwort.
Einen Aspekt möchte ich gerne noch weiter hinterfragen bzw. ist mir noch nicht so ganz klar.

Mir geht es weniger um die Höhe des Schadens (dürfte eher gering sein), als um den korrekten Ablauf, auch um den Haushersteller nicht aus seiner Gewerksverantwortung (und damit verbundenen Garantie- und Gewährleistungszusagen) zu entlassen.

Das Haus (einschließlich Fassade) wurde von uns noch nicht abgenommen. Damit sollte (nach meinem laienhaften Rechtsverständnis) der Gefahrenübergang auf uns noch nicht vollzogen sein. Ob wir damit überhaupt Eigentümer der Fassade sind, ist für mich unklar (aber ggfs. auch für diesen Sachverhalt nicht relevant).

Ist damit das Vorgehen, den Schaden primär dem Zisternenbauenbauer anzuzeigen, valide oder ist es sinnvoller, dies als abnahmerelevanten Mangel des Hausherstellers zu deklarieren, so dass dieser sich um die weitere Behandlung des Schadens kümmern muss?
Können Sie auf die Auswirkungen / Nebenwirkungen auf die noch ausstehende Abnahme des Gewerkes "Haus" noch eingehen?

Und zuletzt: was mache ich, wenn jede Seite auf die andere zeigt?

Herzlichen Dank
Der Ratsuchende

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.04.2013 | 14:06

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

richtig, sofern noch keine Abnahme erfolgte, können Sie immer Gewährleistungsansprüche etc. geltend machen, diese gehen somit nicht verloren.

Denn Abnahme (ohne Vorbehalt der Geltendmachung von Mängelansprüchen) bedeutet, Sie sehen das Werk als im Wesentlichen vertragsgerecht erbracht an.

So sollte auch in einem Abnahmeprotokoll dieser Schaden festgehalten sein, solange dieser bis zu einer Abnahme noch nicht geklärt ist.

Im Zweifel kann aber auch die Abnahme bis dahin verweigert werden; nur wegen unwesentlicher Mängel kann die Abnahme nicht verweigert werden.

Ich würde daher unbedingt auch den Bauträger, der das Haus, anschreiben.

Dieser müsste in der Tat wegen ggf. noch nicht erfolgter Eigentumsübertragung eigene Ansprüche gegen die andere Firma prüfen.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 28.04.2013 | 11:23

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

eine Ergänzung noch:

Die beiden Firmen sollen Ihnen mitteilen, was sie wann genau gemacht haben.

Auf dieser Basis wäre es dann an einem Gutachter (den die Versicherung der Baufirma auch stellen kann bzw. wird), die Verursachung näher zu klären.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.05.2013 | 12:47

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

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"Die Beantwortung der Fragen hat uns bei der weiteren Bearbeitung sehr geholfen und ich kann Herrn Hersterberg weiterempfehlen.

In der Ausführlichkeit einen Punkt abzug, da wir keine definitive Antwort haben, wer nun für die Beseitigung des Schadens verantwortlich ist. Ggfs ist dies aber auch aus dem Sachverhalt nicht eindeutig ableitbar."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 01.05.2013 4,8/5,0
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