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Schadensersatzforderungen nach Unfall durch Radfahrer

| 07.12.2012 00:35 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

das 6 jährige Kind eines Medizinstudenten im Abschlussjahr wurde am 10.09.2012 auf dem Bürgersteig von einem erwachsenen Radfahrer angefahren und das Kind erllitt dabei eine Verletzung(Fussfraktur mit erheblichen Weichteilschaden und bleibender Narbe). Schuld wurde vollständig vom Radfahrer eingestanden und seine private Haftpflichtversicherung müsste haften.
Das Kind war ca. 5 Wochen in ambulanter ärztlicher Behandlung.
Der Vater des Kindes befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls in Prüfungsvorbereitungen für seine Abschlussprüfungen(2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung); Unfall passierte genau 30 Tage vor dem schriftlichen Teil seiner Abschlussprüfungen, deren Vorbereitungen durch den Unfall bzw. durch seine Folgen deutlich beeinträchtig wurden.
Denn der Vater musste sein Kind über 10 mal zu ambulanten ärztlichen Terminen bringen; zu Hause war sein Kind ca. die ersten 10 Tage nicht gehfähig und hatte starke Schmerzen; Der Vater musste es in dieser Zeit sozusagen oft tragen; und 7 Tage Schulausfall insgesamt.
Der Vater selber leidet schon seit mehreren Monaten an orthopädischer Erkrankung(Bandscheibenprotrusion Lendenwirbelsäule mit u.a. abwechselnden Schmerzen unterschiedlicher Stärke). Beschwerden des Kindsvaters haben sich deutlich verstärkt(starke Schmerzmittel wurden erforderlich) wegen der individuellen Betreuung seines verletzten Kindes, weil er sein Kind oft hin und her tragen musste für alltägliche Angelegenheiten.
Zur Info: Die Ehefrau(Kindsmutter) des Studenten war zum Zeitpunkt des Kindsunfalls schwanger( 38. Schwangerschaftswoche) und konnte nicht das verletzte Kind betreuen.
Dies alles hat seine Prüfungsvorbereitungen deutlich beeinträchtigt, jedoch hat der Kindsvater den schriftlichen Teil gerade noch bestanden, also nur eine Note 4.

Der Mündlich-Praktische Teil seiner Abschlussprüfung war angesetzt ca. 2 Monate nach Unfall des Kindes.
Die Beschwerden des Vaters nahmen kontinuierlich zu seit der individuellen Betreuung des verletzten Kindes, so dass er kurz vor seiner Mündlich-Praktischen Prüfung für mehrere Wochen vom Amtsarzt prüfungsunfähig attestiert wurde. Somit hat er sein Studium nicht abschliessen können; nächster Prüfungstermin wäre frühstens Mai 2013.
Somit hat er auch ein fiktives Einkommen verloren, weil er hatte geplant, ab Februar 2013 ein Job zu beginnen; Bewerbungen auf offene Stellen wollte er eigentlich sofort nach bestandener Prüfung losschicken und eine Jobgarantie ab 02/2013 wäre so gut wie sicher, weil Ärzte überall gesucht werden. .
Im amtsärztlichen Attest über die Prüfungsunfähigkeit ist aber nichts erwähnt über den Zusammenhang der Zunahme der Beschwerden und der individuellen Betreuung des Kindes; der Student hat den Unfall seines Kindes beim Amtsarzt nicht erwähnt, damit evtl. kein "falscher Eindruck" entsteht.

Nun die Fragen:
1) Für die Geltendmachung von Ansprüchen: wie soll dieser Zusammenhang zwischen der Zunahme der Beschwerden des Studenten und schließlicher Prüfungsunfähigkeit und der Betreuung des Kindes nachweislich hergestellt werden; muss der Student ein ärztliches Attest vorlegen, in dem explizit steht, dass die Ursache oder Hauptursache für die Zunahme seiner Beschwerden die Betreuung seines verletzten Kindes war, oder reichen die einzelnen Atteste aus, und der Zusammenhang sei ableitbar aus den einzelnen Attesten?
Einzelne Atteste: o.g. amtsärztliches Attest und fachärztliches Attest über das Kind.
Der Kindsvater selbst hat bei Zunahme seiner Beschwerden durch Betreuung des Kindes nicht sofort seinen Arzt aufgesucht, sondern hat die Beschwerdezunahme mit starken Schmerzmitteln überbrückt; er ist erst im November 2012 zum Arzt.

2) Um für den Ausfall des Einkommens ab 02/2013 Ansprüche geltend zu machen, welche Nachweise benötigt der Student; soll er sich jetzt bei der Klinik bewerben, wo er sowieso vor hatte, sich zu bewerben(wenn er Studium abgeschlossen hätte) und sein Job zu beginnen? Aber er müsste ja jetzt angeben, dass er sein Studium erst frühestens Mai 2013 abschliessen kann und dann hätte er "nur" einen Arbeitsvertrag ab Juli 2013 in der Hand, was ihn nichts bringen würde in Geltendmachung seiner Ansprüche. Welche Möglichkeiten gibt es hier? Denn es ist Fakt, dass er als approbierter Arzt sofort(ab Januar 2013) eine Stelle bekommen hätte. Braucht der Student unbedingt einen expliziten Nachweis eines zukünftigen Arbeitgebers mit zeitlicher Angabe eines evtl. Jobbeginns, oder reicht einfach der Hinweis auf die etlichen offenen Stellen für approbierte Ärzte?

Ich bitte um ein günstiges Angebot(Student) für die Beantwortung.
Herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen



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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Ihr größtes Problem in diesem Fall ist die sogenannte Schadensminderungspflicht. Diese bedeutet, dass der Geschädigte alles in seiner Macht tun muß, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. In Ihrem Fall ist der entscheidende Knackpunkt Ihre Erkrankung, von der Sie wußten und die Sie dennoch durch das Tragen des Kindes verschlimmert haben. Aufgrund der Schadensminderungspflicht hätten Sie andere Möglichkeiten finden müssen, das Kind zu bewegen, beispielsweise eine Krücke oder ähnliches, soweit dies möglich war.

Dies habe ich vorausgeschickt, da dies der wahrscheinlichste Angriffspunkt der Gegenseite sein wird und Sie darauf vorbereitet sein sollten.

Der nächste Angriffspunkt wird die Frage sein, ob und mit welcher Note Sie im Normalfall bestanden hätten. Auch darauf sollten Sie vorbereitet sein.

Nun zu den einzelnen Fragen:

1.) Ein Attest, in dem der Zusammenhang zwischen der Betreuung des Kindes und der Zunahme der Beschwerden bestätigt wird, ist zweifellos besser als kein Attest. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Gegenseite vor Gericht diesen Zusammenhang eh anzweifeln wird, so dass das Gericht dazu ein gerichtliches Gutachten anfordern wird. Es ist also wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig.

2.) Sie müssen beweisen können, dass Sie im Fall einer bestandenen Prüfung sofort einen Arbeitsplatz mit einem bestimmten Entgelt bekommen hätten. Eine Bewerbung und Zusage als Beweis wäre optimal, jedoch nicht möglich, weil keine Klinik unter diesen Umständen (kein Abschluß) eine Zusage geben würden.
Sie müssen daher über ein arbeitsmarkttechnisches Gutachten den Beweis erbringen. Für die vorgerichtliche Geltendmachung bzw. Klageerhebung reicht es aus, die Zusage und das Entgelt plausibel zu machen. Dafür reichen Arbeitsmarktstatistiken (Hinweis auf offene Stellen + HHinweis auf Durchschnittsverdienst) durchaus aus. Im Prozessfall wird das Gericht vermutlich ein eigenes Gutachten anordnen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.

Nachfrage vom Fragesteller 09.12.2012 | 14:05

Sehr geehrter Herr Weber,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Sie schreiben, dass ein Attest über den Zusammenhang zwischen der Betreuung des Kindes und der Zunahme der Beschwerden wünschenswert sei, aber nicht zwingend erforderlich.

1) Wäre aber ein amtsärztliches Attest(vorausgesetzt der Amtsarzt stellt es nachträglich aus oder ändert es nachträglich) diesbezüglich aussagekräftiger und weniger anfechtbar oder ein reicht ein fachärztliches Attest aus?

2) Wäre es zulässig, dass ich bei der Bewerbung angebe, dass ich mein Studium voraussichtlich Ende dieses Jahres abschliesse und dann beim Vortellungsgespräch mitteile, dass ich wegen Erkrankung mein Studium nicht abschliessen konnte, somit hätte ich wenigstens die schriftliche Einladung zum Vorstellungsgespräch in der Hand?
3) Falls nicht zulässig, würde ich gerne per email bei den Kliniken unverbindlich anfragen, ab wann frühestens diese mir eine Stelle anbieten könnten; wäre eine evtl. Zusage in Email-Form genauso ausreichend wie ein postalischer Brief?

Herzlichen Dank nochmals

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2012 | 23:06

Sehr geehrter Ratsuchender,

zu Ihren einzelnen Nachfragen:

1) Ein Amtsarzt wird von den meisten Gerichten als glaubwürdiger angesehen als ein Facharzt, so dass es hilfreicher wäre.

2) Die einladende Firma/Klinik würde sich betrogen fühlen, es könnte daher zu einem Strafverfahren gegen Sie kommen. Ich rate daher davon ab.

3) Die Form ist unwichtig, eine Zusage in Emailform wäre genauso ausreichend wie ein Papierbrief.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 18.04.2013 | 17:12

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Stellungnahme vom Anwalt:
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