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Schadensersatzforderung wegen Schäden am Mietanhänger

| 04.04.2014 09:35 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Sehr geehrte Damen und Herren,


ich hatte einen Planen-Anhänger gemietet, und um Treibstoff zu sparen bei der Leerfahrt die Plane abgenommen (zu zweit, anschließend im Kofferraum) verstaut. Ich habe sie (zu zweit) kurz vor der der Rückgabe wieder am Anhänger befestigt.

Bei der Rückgabe waren daher noch Falten sichtbar, und der Mitarbeiter des Anhängerverleihs sagte mir entsetzt, dass ich die Plane nicht hätte entfernen dürfen (auch aus Sicherheitsgründen, weil dann durch aerodynamische Anregungen Schweißnähte an Stangen brechen könnten) und verwies auf ein Schild auf einem Regal über der Theke, außerhalb des Sichtbereichs (dort stand tatsächlich dass die Planen nicht entfernt werden dürfen) - und dass die Kaution in Höhe von 100€ vorerst einbehalten würde.

Nach mehreren vergeblichen Anrufversuchen (die Verantwortliche, Entscheidung fällende Person war immer gerade nicht da...) wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass mehrere Kratzer auf der Plane sind und ein Loch, und deswegen die Kaution bis auf Weiteres einbehalten wird. Außerdem sollte ich einen persönlichen Termin vereinbaren. Dies schloss ich jedoch (per Telefonat) aus, da dies meinerseits ca. 500km Autofahrt und 6h Zeit beansprucht hätte (Mietung in München, ich wohnhaft in Stuttgart) und dies unverhältnismäßig gewesen wäre. Ich forderte den Vermieter anschließend schriftlich auf, die Kaution umgehend zu überweisen, da:

- bei der Anmietung kein Übergabeprotokoll gemacht wurde (3 Zeugen)
- diese Schäden ich meiner Überzeugung nach nicht verursacht habe (3 Zeugen für sorgsamen Umgang, ich bestritt dafür verantwortlich zu sein)
- ich nicht darauf hingewiesen worden bin, dass man die Plane nicht entfernen dürfte (ebenfalls 3 Zeugen dafür, außerdem: wie viele Anhänger fahren ohne Plane, mit Plane zu fahren im leeren Zustand ist unverantwortlich aus Sicht der Umwelt und kann bei Seitenwinden für mein Dafürhalten eher zu Instabilitäten führen)
- der Anhängerverleih meines Erachtens fahrlässig gehandelt hat, wenn er von Sicherheitsrisiken mit entfernter Plane weiß, aber nicht darauf hinweist dass sie nicht entfernt werden darf
- meiner Meinung nach völlig unabhängig davon, durch wen Kratzer in die Plane gekommen sind, das unter die normale Abnutzung eines Nutzfahrzeuges fällt, dass ja gerade als Arbeitsgerät und nicht als Repräsentationsfahrzeug eingesetzt wird, und dadurch in seinem Nutzwert nicht beeinträchtigt ist und auch zum vollen Preis weiter vermietet werden kann.

Daraufhin erhielt ich ein Schreiben, dass
- alle Schäden auf meine Planen-Abnahme zurückführt
- mich auffordert binnen 2 Wochen
entweder 500€ als Vorschuss für einen Gutachter zu überweisen
oder selbst einen Gutachter hinzuschicken
- andernfalls erstellt der Verleih eine Rechnung ohne Gutachten

Nun meine Fragen
1) kann man die Schäden auf das Abnehmen der Plane durch mich eindeutig zurückführen ohne Übergabeprotokoll?
2) kann der Verleih einfach so Kautionen einbehalten, auch wenn ich meine Schuld an den Schäden bestreite, es Zeugen gibt und kein Übergabeprotokoll?
3) wenn irgendeine Rechnung (ob nach Bauchgefühl oder nach Gutachten, egal) kommt, "muss" / sollte (im eigenen wirtschaftlichen Interesse) ich diese bezahlen?
4) ist es sinnvoll (bzw. Ihrer Meinung nach Effektiv), ein Schreiben per Anwalt dorthin zu senden?
5) ist es angebracht, den Verleih zu verklagen oder selbst Schadensersatz (z.B. wegen Anwaltskosten) einzufordern?
6) wie schätzen Sie im Falle einer Klage (welche Seite auch immer klagt) meine Erfolgschancen ein, nicht zahlen zu müssen und die Kaution zurückzubekommen?
7) ist es sinnvoll/effektiv sich an den Verbraucherschutz zu wenden?

Was mich dabei antreibt, sind neben der Kaution auch das Gefühl ungerecht behandelt (abgezockt) zu werden, und die Tatsache, dass es laut Google Erfahrungsberichten auch anderen so ging (scheint für mich eine Masche zu sein) so dass ich dem Verleih einen kleine Denkzettel geben und andere Mieter vor so etwas bewahren möchte. Umso mehr, als dass es nach eigenen Aussagen des Verleihs sich ja auch ein latentes Sicherheitsproblem handelt, auch wenn einem der Verbot ohne Plane zu fahren unabsichtlich verschwiegen wird.

Für eine hilfreiche Antwort oder gute Tipps wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt.

Der Vermieter muss Ihnen nachweisen, dass Sie Schäden verursacht haben.

Es ist gerade Sinn einer Kaution/Mietsicherheit (vermeintliche) Ansprüche des Vermieters abzusichern. Der Vermieter darf daher die Kaution zunächst einbehalten.

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie die Schäden nicht verursacht haben, brauchen Sie eine eventuelle Rechnung nicht begleichen.

Hier sollte aber das eventuelle Prozesskostenrisiko berücksichtigt werden.

Sie könnten auch "unter Vorbehalt" zahlen.

Ansprüche des Vermieters verjähren sechs Monate nach Übergabe (§ 548 Abs. 1 S. 1 BGB). Nach Ablauf dieser Zeit sollten Sie an den Vermieter noch einmal herantreten.

Es ist anzuraten, der Gegenseite eine Frist zur Rückzahlung zu setzen. Nach Ablauf befindet sich die Gegenseite in Zahlungsverzug. Beauftragen Sie dann einen Rechtsanwalt, der sich mit der Gegenseite auseinandersetzt.

Es sollte sorgsam geprüft werden, ob sich eine Klage aber auch bereits eine anwaltlich außergerichtliche Vertretung ohne Rechtsschutzversicherung wirtschaftlich rechnet.

Anhand Ihrer Schilderung lässt sich nicht abschließend die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Klage einschätzen. Das Gericht hat die Zeugenaussagen und ein eventuell einzuholendes Gutachten zu werten.

Grundsätzlich stehen Ihre Chancen wegen der Beweislage und -last für Sie gut.

Zu berücksichtigen sind aber auch die Allgemeinen Gechäftsbedingungen des Vermieters.

Beim Verbraucherschutz(verein) erhalten Sie eine Beratung bzw. Einschätzung der Lage unter Berücksichtigung der vorhandenen Unterlagen.
Vielmehr als hier werden Sie - bis auf eine Bewertung der AGB - wohl nicht erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt



Bewertung des Fragestellers 04.04.2014 | 11:37

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