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Schadensersatzansprüche zwischen Kreditnehmern


22.01.2005 14:18 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ein Kredit von 02/1997 mit 2 Kreditnehmern wurde von einem Kreditnehmer 09/1999 abgelöst, jetzt verlangt er den gesamten Ablösebetrag vom anderen Kreditnehmer zurück.
Ist er im Recht und wann ist oder war die Verjährungsfrist?
22.01.2005 | 15:32

Antwort

von


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Köbelinger Str. 1
30159 Hannover
Tel: 0511. 220 620 60
Web: www.tarneden-inhestern.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich verstehe ich Ihre Frage wie folgt:

es gibt einen Kreditgeber: A
es gibt 2 Kreditnehmer: B und C
A gibt B und C zur gemeinsamen Verwendung eine bestimmten Betrag, z.B.: 1000 €.

B hat den Kredit 09/1999 vollständig abgelöst, also 1000 € an A zurückgezahlt.

Jetzt verlangt B den vollen Betrag - also 1.000 € - von C.


1. Kann B den vollen Betrag verlangen?
Wenn B und C gemeinsam einen Kredit aufnehmen, haften Sie im Außenverhältnis (also dem Kreditgeber A gegenüber) in der Regel gesamtschuldnerisch, d.h. der Kreditgeber kann von einem der beiden Kreditnehmer den vollen Betrag zurück verlangen. Der Inanspruchgenommene muss sich dann den Betrag von dem anderen selbst zurückholen. Gemäß § 426 BGB sind die Kreditnehmer im Innenverhältnis (also zwischen B und C) zu gleichen Anteilen verpflichtet, d.h. B kann im Regelfall den hälftigen Betrag (hier also 500 €) von C zurück verlangen.

Etwas anderes gilt nur, wenn - was möglich ist - B und C eine andere Vereinbarung getroffen haben. B kann von C nur dann den vollen Betrag verlangen, wenn beide eine Vereinbarung getroffen haben, dass im Innenverhältnis C die gesamte Summe zahlen soll.


2. Ist die Forderung des B gegen C verjährt?

a) Grundsätzliches
Die Verjährung beginnt dann, wenn das Darlehen zur Rückzahlung fällig ist. Das kann ein bei Darlehensvergabe vereinbarter bestimmter Tag sein. Es kann aber auch vereinbart sein, dass eine Kündigung zur Fälligstellung erforderlich ist. Ist gekündigt worden, wird das Darlehen fällig.
Von der Fälligkeit an verjährt das Darlehen nach altem Verjährungsrecht nach 30 Jahren, nach neuen Verjährungsrecht nach 3 Jahren.

b)
Befriedigt der B den Kreditgeber, geht die Darlehensforderung des Kreditgebers auf den B über. Diese Forderung kann B dann gegenüber C geltend machen. Daneben hat B einen gesonderen Anspruch aus dem Innenverhältnis der Gesamtschuldner. Auch dieser verjährte nach altem Recht nach 30 Jahren.

c) Änderung der Verjährung
Das Verjährungsrecht ist aber mit Wirkung zum 01.01.2002 geändert worden, siehe schon oben.

aa) Der Ausgleichanspruch unter Gesamtschuldnern verjährte nach alter Rechtslage nach 30 Jahren, nach neuer Rechtslage nach 3 Jahren.

bb) der Darlehensanspruch verjährte nach alter Rechtslage ebenfalls nach 30 Jahren, nunmehr nach 3 Jahren, s.o.

d)
Es stellt sich also bei Ihnen die Frage, wie sich die Änderung der Verjährung auswirkt.

In ihrem Fall verbunden mit der Frage, was gilt, wenn die Verjährung nach neuem Recht kürzer als nach altem Recht ausfällt:

Dabei gilt grundsätzlich, dass auf unverjährte Ansprüche das neue Verjährungsrecht Anwendung findet. Ist die Verjährungsfrist nach neuem Recht kürzer als nach altem, wird die Frist der kurzen - neuen - Verjährung ab dem 01.01.2002 berechnet. Die dreijährige Verjährungsfrist würde als am 01.01.2002 beginnen. Die 3 Jahre sind seither vergangen. Die Ansprüche müssten daher verjährt sein.

Wie Sie sehen, ist ihr Fall rechtlich ziemlich schwer zu beantworten. Hinzu kommt, dass ggf. gesonderte vertragliche Abreden zu berücksichtigen sind und auch verjährungsunterbrechende oder -hemmende Tatbestände vorliegen können, sodass doch noch keine Verjährung vorliegt. Deswegen muss die hier erteilte Auskunft unter dem Vorbehalt erteilt werden, dass hier nicht die gesamten Vertragsverhältnisse bekannt sind.

Ich hoffe, Ihre Frage dennoch ausreichend beantwortet. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen



Rolf Tarneden
Rechtsanwalt aus Hannover
tarneden@wieck-zimmermann.de
0179 - 735 26 13






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