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Schadensersatzanforderung - Diebstahl Fitnessstudio

| 15.02.2013 10:34 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


11:35

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde Ihnen den Sachverhalt kurz und prägnant erläutern.

Ich gehe seit längerem in ein Fitnessstudio, das seit geraumer Zeit berüchtigt ist, Mitglieder zu haben, die fremdes Eigentum bestehlen.

Gestern am 14.02.2012 hat es mich auch erwischt. Mein Handy mit sehr wichtigen Daten und Bargeld wurde aus meiner Geldbörse gestohlen. An allen Tagen bislang hatte ich extra ein Vorhängeschloss, dieses einemal hatte ich es vergessen und grade
an jenem Tag wurde es geklaut. Am Empfang gibt es einen 'Check-In' Schalter bei dem man sich anmelden muss. An diesem Tag kamen lediglich ca. 25 Personen trainieren, deshalb ist der Täterkreis durchaus gering. Die polizeiliche Ermittlung läuft, doch falls nichts gefunden werden sollte, bin ich durchaus bestrebt Schadensersatz von dem Fitnessstudio einzufordern.

Mir ist bewusst, dass das Fitnessstudio keine Haftung bei nicht vorhandenen Schlössern übernimmt, dennoch sollte man anmerken, dass das Fitnessstudio sich um die konformen Sicherheitsstandarts hätte kümmern sollen, aufgrund der vielen Raubdelikte.

Deshalb möchte ich meine Rechte als gesetzestreuer Bürger geltend machen und die Erstattung der 250€ und die der künftigen Handybeiträge einfordern.

Bitte dringend um Rat! Ich gedenke ein Schadensersatz-Schreiben zu schreiben und benötige dafür Ihre juristische Fertigkeiten.

15.02.2013 | 11:02

Antwort

von


(143)
Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
Tel: 07195/589260
Web: http://www.rems-murr-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Auch ein Fitnessstudio kann grundsätzlich kann für Diebstähle aus Spinden haftbar gemacht werden. Eine entsprechende Ersatzhaftung (anstelle des Diebes!) vom Fitnessstudio kann insbesondere dann eintreten, wenn es schon mehrfach wie in Ihrem Fall beschrieben zu Diebstählen gekommen ist und der Betreiber des Fitnessstudios dagegen nichts unternommen hat. Es wird dann davon ausgegangen, dass der Studiobetreiber in solchen Fällen seine Schutzpflicht aus dem Spotstudiovertrag verletzt hat. Schriftlich, oder in einem Gespräch, können Sie demnach den Betreiber als Auffordern, Ihnen den durch den Diebstahl entstandenen Schaden zu ersetzen.

Aber:
Diese Haftung versuchen die Studiobetreiber jedoch in den meisten Fällen durch ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder einen Aushang in den Kabinen auszuschließen.

Aus Ihrer Sachverhaltsschilderung kann ich jetzt nicht entnehmen, ob innerhalb des Fitnessstudios derartige Aushänge vorliegen. Ich rate Ihnen also, vorsroglich noch einmal die AGB's (z.B. in Ihrem Vertrag) durchzulesen.

Hinsichtlich der AGB`s gilt dass eine generelle Haftungsbeschränkung in solchen Fällen nicht zulässig ist, sie kann aber auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit seitens des Studiobetreibers beschränkt werden. Nach der Rechtsprechung haften Sie nur dann immer selbst für alle Schäden, die entweder durch eigenes Verschulden oder aber einfache Fahrlässigkeit des Studiobetreibers zustande kommen.

Ein eigenes Verschulden des Trainierenden, welches die Haftung des Studiobetreibers ausschließt, wird in der Regel nur dann anzunehmen sein, wenn z.B. der Spind nicht richtig abgeschlossen wurde oder die eignen Sachen unachtsam rumliegen gelassen worden sind. Sie schreiben selbst, dass Sie an diesem Tag vergessen haben, das Vorhängeschloss mitzunehmen. Hier könnte man zum Ergebnis gelangen, dass Ihr eigenes Verschulden gegenüber der Pflichtverletzung des Betreibers überwiegt.

Auch gibt es teilweise Rechtsprechung, welche die Ansicht vertritt, "dass ein Eigenverschulden des Trainierenden vorliegen kann, wenn dieser Sachen von hohem Wert in den Spinden eines Sportstudios einschließt und diese gestohlen werden" (OLG Hamm, Urteil vom 20.06.2005, Az: 8 U 234/04 ).

Sie sollten die AGB's überprüfen ob ein solcher Haftungsausschluß des Betreibers vorliegt. Natürlich steht es Ihnen dann dennoch frei, Ihn aufzufordern die Schäden zu begleichen - weigert er sich, sehe ich gewisse Risiken falls Sie versuchen sollten dann rechtlich diesen Anspruch durchzusetzen.

Ich würde Sie dann dahingehend beraten, zu hoffen dass der Dieb gefunden wird, um diesen dann in Anspruch zu nehmen.

Es tut mir leid keine besseren Nachrichten übermitteln zu können.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen dennoch hinsichtlich einer ersten Einschätzung weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Philipp Wendel


Rückfrage vom Fragesteller 15.02.2013 | 11:18

Vielen Dank für die Antwort, sei sie auch so niederträchtig, wie ich sie hätte erahnen können.

Ich habe soeben unter den AGB's 6.) gelesen, dass keine Haftung für Wertgegenständen übernommen wird, nach meinem Verständnis wird diese Regelung doch entkräftigt wenn der Betreiber die Sicherheitsstandarts nicht erhöht hat bei notwendigem Bedarf oder liege ich falsch?

Gruß,

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.02.2013 | 11:35

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Wie ich oben bereits erläutert haben, ist ein genereller Haftungsausschluss unwirksam. Wirksam wäre eine solche Klausel nur dann, wenn sie auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit seitens des Studiobetreibers beschränkt werden

Die Wirksamkeit Ihrer vorgebrachten Klausel kann ich leider ohne den genauen Wortlaut nicht beurteilen.

Dennoch, da Sie an dem Tattag leider Ihr Vorhängeschloß vergessen haben, liegt nach der Rechtsprechung ein Verschulden auf Ihrer Seite, welches eine etwaige Pflichtverletzung seitens des Betreibers überwiegt. Das bedeutet selbst dann, wenn die Klausel unwirksam ist, kann der Betreiber leider nicht zu einer Ersatzhaftung anstelle des Diebes herangezogen werden.

Ich hoffe für Sie dass die polizeilichen Ermittlungen aufgrund des "überschaubaren Täterkreises" erfoglreich sind und Sie wieder an Ihre Wertsachen gelangen, oder zumindest Schadensersatz erhalten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.
-Philipp Wendel-
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.02.2013 | 13:06

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