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Schadensersatz wegen Salmonellenerkrankung


31.03.2006 16:01 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Wir haben im Februar 2 Wochen „AlI inclusive“ Urlaub auf Lanzarote gemacht.
Unsere Kinder ( 1 + 3 Jahre) haben sich nach 2 Tagen sehr krank gefühlt.
Magen Darm und Unwohlsein.
Wir mussten unsere Tochter 1 Jahr nach 6 Tagen mit 41 Grad Fieber (nach einem starken Fieberkrampf) ins Krankenhaus bringen. Nach einer Übernachtung konnten wir das Krankenhaus verlassen.
Die Kinder klagten den gesamten Urlaub über Unwohlsein.
Wir haben beide Kinder dann noch mal vor Ort untersuchen lassen aber man hat dort nichts „gefunden“.

Da nach der Rückkehr aus dem Urlaub beide Kinder immer noch nicht fit waren, haben wir Sie hier untersuchen lassen, hier wurde bei beiden Kindern eine Salmonellenerkrankung diagnostiziert.

Da sie schon am 2 Tag erkrankten und wir in den ersten Tagen nur im Hotel gegessen haben,
gehen davon aus dass sich beide Kinder mit der Verpflegung im Hotel angesteckt haben.

Wir haben daraufhin den Reiseveranstalter Neckermann angeschrieben und um Rückerstattung des Reisepreises und/oder „entgangene Urlaubsfreuden“ und der vor Ort entstandenen Arztkosten aufgefordert.

Neckermann hat darauf hin geantwortet dass Sie keinerlei Zusammenhang mit der Verpflegung im Hotel und der Erkrankung unserer Kinder sehen. Neckermann will keine Entschädigung zahlen.

Müssen wir dass akzeptieren oder können wir da noch was geltend machen?

PS: Ich habe im Internet gelesen dass es ein Gerichtsurteil gibt welches besagt dass Richter davon ausgehen das wenn man Vollpension/All Inclusive gebucht hat und man an Salmonellen erkrankt davon auszugehen sei dass man sich im Hotel infiziert hat! Leider finde ich es nicht mehr.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ausgehend von Ihrer Schilderung könnten Ihnen sehr wohl Ansprüche auf Minderung des Reisepreises (§ 651d Abs. 1 BGB) und Schadenersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit (§ 651f Abs. 2 BGB) sowie Ersatz der Arztkosten für Ihr Kind zustehen.

Das Landgericht Düsseldorf hat am 23.10.2000 Az. 22 S 443/99 in dem von Ihnen angesprochenen Urteil entschieden, dass ein Reisender, der während eines Aufenthalts auf den Malediven eine Darmerkrankung mit hohem Fieber erlitten hat und nach seiner vorzeitigen Rückkehr in Deutschland sogleich eine Salmonellenerkrankung festgestellt, der Beweis des ersten Anscheins dafür spricht, dass die Erkrankung auf die in dem Hotel verabreichten Speisen zurückzuführen ist, sofern es auf der Urlaubsinsel nur das von dem Reisenden bewohnte Hotel als Essensausgabestelle gab.

Ihren Angaben zufolge haben die Ärzte auf Lanzarote ein entsprechende Diagnose erstellt. Da sich der Vorfall bereits am Beginn der Reise ereignet hat, sprechen die Umstände auch dafür, dass im Hotel gegessen wurde. Wieviele Kinder waren denn im Hotel? Gab es noch andere Kranke? Sofern wenige Kinder anwesend waren, ist dies ein weiterer Haftungsaspekt - deren Körper verkraften verdorbene Lebensmittel ja weniger als Erwachsene. Auch ernähren sich Kleinkinder ja anders.

In Sachen Haftungshöhe führt das LG Düsseldorf weiter aus, das der erkrankte Reisende ab dem Beginn der Krankheit einen Anspruch des auf die entsprechende Zeit entfallenden Reisepreises hat. Für die Urlaubszeit zuvor besteht kein Minderungsanspruch. Daneben besteht für die Zeit der Krankheit ein Anspruch auf Schadenersatz wegen vertanen Urlaubs.Der mitreisende Ehegatte des im Urlaub erkrankten Reisenden (muss auch für Sie als Eltern gelten!) hat für die Zeit der Krankheit am Urlaubsort einen Minderungsanspruch von 40%.

Sie sehen also, dass Sie Ihre Rechte anwaltlich vertreten durchsetzen sollten; gerne unterstütze ich Sie bei der Wahrung Ihrer Interessen.

Mit freundlichen Grüßen


Michael Böhler
Rechtsanwalt
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