Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadensersatz vom Packetreiseveranstalter wegen notwendiger Reisepreisminderung

12.03.2009 13:40 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Hallo,
Ich bin Busreiseveranstalter und habe bei einem Packetreiseveranstalter ein fertiges Programm mit Hotelübernachtung gebucht .Angeboten und geworben wurde mit einem Hotel welches Sauna und Solarium als besonderes Ausstatungsmerkmal besitzt und geräumige neu renovierte Zimmer.Es handelte sich dabei um das eigene Hotel des Packetreiseveranstalters welches Zimmer mit einer m² Anzahl besitzt die einem 3 ***und 4**** Hotel entsprechen. Es wurde darauf hingwewiesen das die Unterkunft in diesem Hotel oder gleichwertigen Partnerhotels stattfindet. Weiterhin wurde eine Schifffahrt inklusive Abendessen und ein Zwischenstop mit Snack und 1Glas Wein in Form von Gutscheinen gebucht.
1. das Partnerhotel war alles andere als neu renoviert und Geräumig.
es war abgewohnt und wahrscheinlich als Jugendherberge genutzt. obwohl eine Tafel mit 3 ***laut DEHOGA angebracht war, entsprach die Zimmergröße noch nicht einmal der 2** Kategorie.
2. In einem gebuchten Einzelzimmer war die Schranktür so herausgebrochen das die Gefahr bestand, diese jederzeit an den Kopf zu bekommen. Auf Grund dieser bestehenden Verletzungsgefahr , bestand die Kundin auf ein anderes Zimmer welches nicht vorrätig war. Auch konnte die Schranktür nicht innerhalb 24 h repariert werden. Die Dame mußte mit anderen fremden Personen in ein Doppelzimmer so das dies nun als Dreibettzimmer genutzt wurde. Von Sauna und Solarium natürlich keine Spur.
Mit den Gutscheinen für die Schifffahrt sollte laut Vertrag auch das Essen an Bord bezahlt werden, was nicht funktionierte, da es keinerlei Absprachen zwischen Schiff und Packetreiseveranstalter gab. Ich mußte mir vor Ort das Geld von meinen Kunden borgen um die Restaurantrechnung zu bezahlen da Kartenzahlung nicht mögklich war auf dem Schiff. Diese Peinlichkeit hätte ich mir gern erspart.Den Betrag den ich in Bar bezahlt habe, ist zwar bei der Endabrechnung mit dem Veranstalter in Abzug gebracht worden allerdings bin ich bei meinen Kunden wegen dem Vorfall in Ungnade gefallen, welches sich mit Stornierungen nachfolgender Reisen und oder Nichtbuchungen ausdrückte. Desweiteren waren die Gutscheine für den Snack und das Glas Wein( 0,1 ) mit 2,50 €
im Vertrag angegeben . Ich wies darauf hin, das ich diese Leistung von den Gästen vor Ort kassiere so wie die Bestellungen dafür eingegangen sind. Vor Ort war der Snack und das Glas Wein mit 2,-€ auf Preiskarten die auf den Tischen standen ausgepreist, so das meine Kunden natürlich auch nur diese 2,-€ mir zahlten.

Über diese Vorfälle habe ich bereits eine Antwort auf diesem Portal erhalten. Und zwar das die Dame mit dem gebuchten EZ die dann mit fremden im Dreibetzimmer war 35 % des Reisepreises verlangen kann und auch bekam von mir. und die 2 Gäste im DZ die nun mit einer fremden Person sich ein Dreibettzimmer teilen mußten je 25 % Preisnachlass auf den Reisepreis bekommen.
Außerdem sind 5 % Reisepreisnachlass für alle Personen als Schadensersatz geltend zu machen wegen der nicht vorhandenen Sauna. Desweiteren wurde mir erklärt dass man einen Gutschein nur dafür einsetzen kann um etwas verbilligt zu bekommen oder damit einen Rabatt zu erwirken aber nicht das der Gutschein teurer ist als das Produckt was man damit erwirbt. So das mir hier ebenfalls Schadensersatzforderungen zustehen würden.
Nun ist es mittlerweile zu einer Verhandlung gekommen wobei die vorläufige Rechtsauffassung des Richters folgende ist.
1.Die herrausgebrochene Schranktür wäre max. ein Reisepreisnachlass von 50,-€ wert. das Zimmer hätte ja weiterhin genutzt werden können.
2.Das Hotel habe zwar keine Sauna und kein Solarium aber dafür ja 2 Kegelbahnen und 2 Restaurants das würde dies ja esetzen.
3. Das ich das Essen auf dem Schiff bezahlen mußte, dabei sieht der Richter auch keinen Nachteil meiner Person da ja dieser Betrag am Ende verrechnet wurde.
Meine angegebenen Zeugen, der 2. Busfahrer der alles mitbekommen hat und auch die schranktür fotographiert hat sowie die Damen die im Dreibettzimmer übernachten mußten, wurden vom Gericht geladen und einen Tag davor wieder abbestellt. Die Begründung dafür war das der Richter aus dem Urlaub kam und dessen Vertreter eigenmächtig die Zeugen geladen hätte, die der Richter nicht hören wollte.Dafür wollte der Richter aber den 2. Busfahrer der nicht geladen war, tel.als Zeugen hören. Dies teilte mir meine RA in mit . Allerdings wurde der Zeuge nie angerufen und bei der Verhandlung streitete der Richter vehement ab diesen Zeugen jemals tel. hören zu wollen.
Meine Frage?
Muß ich mir diesen Unsinn gefallen lassen ?
Meiner Meinung nach hat der Richter von der Frankfurter Liste noch nie etwas gehört und auch im übrigen habe ich das Gefühl das der Vergleich der Sauna mit einer Kegelbahn wohl etwas daneben ist.
Der Streitwert ist z.Z. 750 € so dass die Möglichkeit zur Berufung besteht.

Sehr geehrter Fragesteller,

Schranktür: Das Gericht kann die Minderung des Reisepreises schätzen (§ 287 ZPO). Wieviel Minderung für eine herausgebrochene Schranktür angemessen sind, lässt sich nicht exakt bestimmen. Üblich ist allerdings nicht die Angabe einer Summe (hier 50 EUR), sondern einer Quote. Hinsichtlich unbrauchbaren Mobiliars wurde beispielsweise entschieden, dass ein Kleiderschrank ohne Regalböden (also de facto unbrauchbar) oder ein beschädigtes Bett und Nachtschränkchen Minderungsquoten von 5% rechtfertigen. Diese Fälle sind evtl. hier vergleichbar. Zwingend ist dies jedoch nicht, da die Umstände letztlich eine andere Bewertung rechtfertigen können.

Kegelbahn statt Sauna: Die Rechtsauffassung des Gerichts ist insoweit in der Tat abwegig. Wenn vertraglich eine bestimmte Zusicherung gemacht wurde, dann musste diese natürlich eingehalten werden. Ansonsten liegt eine Pflichtverletzung vor, die zum Schadensersatzanspruch führt. Da Sie bereits an die Kunden einen Teil der Reisepreise zurückgezahlt haben, können Sie insoweit vom Hotelanbieter Regress verlangen. Eine fehlende Sauna wird nicht durch eine Kegelbahn "ausgeglichen". Das Fehlen von Sauna und Solarium dürfte jeweils mit 5 - 10% zu Buche schlagen (wenn man aus der Rechtsprechung vergleichsweise das Fehlen von Hallenbad bzw. Fitnessraum heranzieht).

Schiffahrt: Dass Sie als Anbieter einer Pauschalreise während der Reise Gelder von den Reisenden "pumpen" mussten, würde ich ebenfalls als Reisemangel ansehen. Den Reisenden wird zunächst die Reisekasse geschmälert, was im Folgenden Einbußen in der Erholungsqualität nach sich ziehen kann. Auch dass Sie als Anbieter sich deswegen dem Vorwurf der Unprofessionalität ausgesetzt sehen, ist durchaus verständlich. Wenn dies in die Reisepreisminderung gegenüber den Kunden eingeflossen ist (ich würde als Servicemangel ca. 5% vom Tagesreisepreis für angemessen halten), dann ist insoweit eine Regressforderung gegenüber dem Hotelvermittler möglich.

Zur Beweisaufnahme: Der Zeugenbeweis ist nur dann erforderlich, wenn es sich um streitige Tatsachen handelt. Sollte z. B. unstreitig sein, dass die Schranktür defekt war, dann muss deswegen kein Zeuge mehr gehört werden. Dass zwischen dem nach der Geschäftsverteilung eigentlich zuständigen Richter und der Urlaubsvertretung Unstimmigkeiten bestehen, erscheint zwar etwas befremdlich. Ein Berufungsgrund ergibt sich daraus allerdings nicht direkt. Vielmehr müsste ein Verfahrensfehler, d. h. ein Rechtsfehler bei der Anwendung des Verfahrensrechts vorliegen. Das könnte z. B. der Fall sein, wenn wesentlicher Parteivortrag oder ein Beweisangebot übergangen wird. Ob ein solcher Fall vorliegt, lässt sich anhand Ihrer Schilderung nicht beurteilen. Sie müssten ggfs. Ihre Anwältin anweisen, einen erneuten Beweisantrag zu stellen und entsprechend zu begründen.

Die Berufung ist übrigens nur dann zulässig, wenn Sie insgesamt zu mindestens 600 EUR unterliegen (§ 511 Abs. 2 Ziff. 1 ZPO). Ist der Beschwerdewert niedriger, ist nur die Anhörungsrüge gemäß § 321a ZPO statthaft.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.04.2009 | 14:47

Hallo,
In der besagten Angelegenheit ist vor Gericht eindeutig von unserer Seite dargelegt worden,dass das Einzelzimmer mit der herausgebrochenen Schranktütr nicht bewohnbar war ,da durch die halb heraushängende Schranktür eine hohe Verletzungsgefahr bestand. Diese Schranktür befand sich in dem engen Korridor vom Eingang des Zimmers in den Wohn und Schlafbereich. Die Kundin wollte dieses Zimmer natürlich nicht und ein anderes Einzelzimmer war nicht mehr vorrrätig. Auch wurde innerhalb der 24 h keine Reparatur durchgeführt. Die Kundin musste nun zu Zwei für Sie fremden Personen per Aufbettung in ein anderes Doppelzimmer, was nun ein Dreibettzimmer wurde.Von meiner Seite wurden diesen 3 Personen ein Reisepreisnachlass nach Beschwerde ausgezahlt. 25 % vom Reisepreis für die Dame die statt ein Einelzimmer nun im Dreibettzimmwer war mit fremden Personen und jeweils 20 % vom Reisepreis für die Damen die ein Doppelzimmer gebucht hatten und nun mit einer fremden Person im Dreibettzimmer verbringen mussten. Nach Ansicht des Richters wäre das Zimmer weiterhin bewohnbar gewesen ich hätte ja nur mit Hilfe eines Schraubendrehers das Zweite Scharnier herausschrauben müssen !!!! So die Begründung im Urteil.
Das gebuchte und vom Packetreiseveranstalter in Rechnung gestellte Essen auf dem Schiff, welches ich von den Gästen nochmal kassieren musste, da nichts organisiert war vor Ort, wäre lediglich als Peinlichkeit vom Gericht bewertet aber nicht mit einer Minderung zu rechtfertigen.Der Betrag von 231,-€ für das Essen auf dem Schiff wurde im Nachgang mit der Endabrechnung verrechnet in Form einer Gutschrift ,die mir allerdings nicht viel nützte.


In Berufung kann ich gehen, da der Streitwert bei 757,50 € liegt

Meine Frage : Hat es noch Sinn in dieser Sache weiter zu machen und wenn ja , könnten Sie mich vertreten? Da ich meiner Anwältin jedes Wort in den Mund legen muß und mich pausenlos über die rechtliche Lage auf diesem Portal erkundigen muß ,was ja eigentlich nicht meine Aufgabe ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.04.2009 | 16:25

Zu Ihrer Nachfrage:

Die Berufung ist nur dann zulässig, wenn Sie durch das Urteil zu mindestens 600,00 EUR beschwert sind. Der gesamte Streitwert der Sache ist nicht entscheidend bzw. nur dann, wenn Ihre Klage in voller Höhe abgewiesen worden ist.

Abgesehen davon sind die Anforderungen an eine erfolgreiche Berufung seit der Reform auch erhöht. Es kann nicht mehr wie früher in jedem Fall, in dem die Berufungssumme erreicht ist, Berufung eingelegt werden, sondern es müssen dem Gericht insb. Rechtsfehler vorzuwerfen sein. Dazu lässt sich ohne Kenntnis des Urteils und der Schriftsätze keine Aussage treffen.

Um ganz sicher zu gehen, können Sie die Erfolgsaussichten einer Berufung von einem anderen Anwalt prüfen lassen. Ob die Berufung überhaupt zulässig wäre, sollten Sie aber zunächst Ihre Anwältin fragen, bevor unnötige weitere Kosten entstehen.

Angesichts der Entfernung von knapp 600 km kann ich selbst die Sache nicht übernehmen. Insgesamt würde ich von einer weiteren Verfolgung der Sache auch eher abraten. Die potentiellen Kosten dürften außer Verhältnis zum Wert der Sache stehen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68211 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Kurze treffende Antwort, auf Nachfrage sofort reagiert, empfehlenswert ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Bin jetzt wieder etwas entspannter und werde die Ratschläge befolgen . Danke nochmals . ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort auf meine Frage war sehr umfangreich, informativ, freundlich und letztendlich hilfreich für mich. Herzlichen Dank für die tolle Beratung! ...
FRAGESTELLER