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Schadensersatz vom Makler wegen nachträglich erhöhtem Kaufpreis einer Immobilie?

| 07.09.2011 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Schadensersatz von einem Makler wegen nachträglich erhöhtem Kaufpreis einer Immobilie durchsetzen. Wie beurteilen Sie folgenden Sachverhalt?

Aufgrund eines Exposés eines Maklers (welches auch im Internet veröffentlicht war) haben wir ein Einfamilienhaus auf einem Erbpachtgrundstück zum Kaufpreis X besichtigt.

Nach Erstbesichtigung haben wir näheres Interesse bekundet, einen Zweittermin mit Sachverständigen erbeten und den Kaufpreis von Summe X als angemessen bezeichnet. Die Höhe der Maklerprovision von 6,96% zzgl. MwSt. hingegen haben wir für zu hoch bezeichnet. Daraufhin hat der Makler uns eine niedrigere Provision in Höhe von 4,67% inkl. MwSt. bei Kaufentscheidung innerhalb von 5 Tagen zugesagt. Wir sagten diese zu, wenn wir in dieser Zeit einen zweiten Besichtigungstermin mit unseren Sachverständigen durchführen können. Nun kam der zweite Besichtigungstermin erst zwei Wochen später zu Stande, der Makler hielt sein Angebot jedoch Aufrecht.

Innerhalb dieser zwei Wochen stellten wir fest, dass der Kaufpreis im Internet-Exposé des Maklers um 4.000,- Euro erhöht wurde. Eine Information hierüber erhielten wir nicht.

Die Zweitbesichtigung des Kaufobjektes verlief positiv und wir Eheleute und der Sachverständige teilten dem Makler unsere positive Kaufentscheidung (zu dem bisher offiziell bekanntem Kaufpreis X) vor Ort mit.

Daraufhin setzte uns der Makler von dem nun um 4.000,- Euro erhöhten Kaufpreis in Kenntnis. Auf unsere Nachfrage zum Grund der Erhöhung hin, informierte uns der Makler über ein um diese Summe erhöhtes Kaufangebot eines zweiten Interessenten. Hiervon wäre er auch erst heute am Tage der Zweitbesichtigung durch den Verkäufer informiert worden.

Schlussendlich haben wir nun die Immobilie zum um 4.000,- Euro erhöhten Kaufpreis erworben.

Abgesehen von der Fragwürdigkeit des vermeindlich zweiten Kaufinteressenten und der Tasche, dass die 4.000,- Euro Preiserhöhung so ungefähr den Verlust aus dem Provisionsnachlass ausgleichen, werfen wir dem Makler jedoch eine Kaufpreiserhöhung vor, NACHDEM wir Ihm unsere explizite Kaufentscheidung mitgeteilt haben.

Hat eine Schadensersatzklage wegen nachträglich erhöhtem Kaufpreis Erfolgsaussicht?
Wie ist Ihre Einschätzung?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Ich sehe hier leider keine Möglichkeit, dass Sie Schadensersatz verlangen können.

Der Kaufvertrag über die Immobilie ist nicht durch Ihre Kaufentscheidung oder die Mitteilung Ihres Beschlusses gegenüber dem Makler verbindlich zustandegekommen. Der Kauf wurde erst durch den notariellen Vertrag wirksam vereinbart.

Zu diesem Zeitpunkt war Ihnen die Erhöhung des Kaufpreises durch die Mitteilung des Maklers bekannt und wurde von Ihnen auch wissentlich akzeptiert.

Rechtlich lag in der Nennung des höheren Kaufpreises ein neues Angebot gem. § 150 II BGB. Dieses hätte von Ihnen nicht angenommen werden müssen, wenn Sie mit dem höheren Preis nicht einverstanden waren. Da der höhere Kaufpreis letztlich nicht ohne Ihr Zutun zu zahlen gewesen wäre, können Sie keine Erstattung der Differenz verlangen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben und bedaure, keine günstige Antwort geben zu können. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.09.2011 | 20:28

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