Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadensersatz vom Krankenhaus einklagen


| 29.09.2005 07:56 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Guten Tag,
Am Samstag den 24.09.2005 spielte meine Tochter (2 Jahre und 11,5 Monate alt) auf einen Spielplatz.
Beim spielen ist Sie dann vom Klettergerüst gesprungen (Höhe ca. 40cm). Dabei hat sich meine Tochter am rechten Bein verletzt. Darauf hin sind wir zum (ca. 12:30 Uhr) Krankenhaus Seefeld gefahren. Dort wurde Sie gefragt was Ihr weh tut und meine Tochter hat auf Ihr rechtes Knie gezeigt. Dann hat die behandelnde Ärztin das rechte Knie abgetastet und geröntgt. Beim ausziehen der Schuhe hat meine Tochter geschrieen. Genauso beim Röntgten. Die behandelnde Ärztin hat dann gesagt, dass meine Tochter sich nichts gebrochen hat. Es wurde im Krankenhaus eine Binde um das rechte Knie gemacht.
Am Sonntagabend wurde der rechte Fuß dick.
Dann ist meine Frau gleich Montag früh hier in Frankfurt am Main zum Arzt gefahren. Dort wurde dann das ganze komplette rechte Bein geröntgt. Und der Arzt hat dann festgestellt das Sie sich den Unterschenkel gebrochen hat.
Kann ich das Krankenhaus auf Schmerzensgeld verklagen?
Bis zu welcher Summe kann ich das Krankenhaus verklagen?
Wie kann ich Schadensersatzansprüche wahrnehmen?
Kann man von den Krankenhaus Schadensersatz einklagen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Anfrage beantworte ich anhand der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt:

Zunächst unterstelle ich der guten Ordnung halber, dass die von Ihnen gemachten Angaben der Richtigkeit entsprechen.

Grundsätzlich steht Ihrer Tochter ein Anspruch auf Schmerzensgeld (z.B. wegen erlittener Schmerzen infolge einer unterlassenen sachgerechten Behandlung) zu, wenn dem behandelnden Arzt / den behandelnden Ärzten eine Pflichtverletzung aus dem ärztlichen Behandlungsvertrag nachzuweisen ist.

Eine solche Pflichtverletzung ist z.B. dann gegeben, wenn dem behandelnden Arzt ein Behandlungsfehler vorzuwerfen ist. Ein Behandlungsfehler liegt u.a. dann vor, wenn dem behandelnden Arzt ein Diagnosefehler (z.B. unterlassene Befunderhebung oder Fehlinterpretation von Befunden) nachzuweisen ist.

Im vorliegenden Fall liegt ein klarer Diagnosefehler vor, da bei Ihrer Tochter im Rahmen der ersten Untersuchung im Krankenhaus der Bruch des Unterschenkels offensichtlich übersehen wurde. Auch wenn Ihre Tochter lediglich angegeben hat, Schmerzen im Knie zu haben, so wäre eine umfassende Abklärung erforderlich gewesen. Zum einen kann man von einem knapp dreijährigen Kind sicherlich nicht erwarten, dass es seine Verletzungen fehlerfrei lokalisiert. Zum anderen hätte man, da die erhobenen Befunde kein eindeutiges Ergebnis ergeben haben, eine weitere Befunderhebung veranlassen und das komplette Bein röntgen müssen. Dann wäre bereits im Krankenhaus der Bruch des Unterschenkels aufgefallen und hätte fachgerecht behandelt werden können.

Ihrer Tochter steht wegen dieser Pflichtverletzung aus dem mit dem Krankenhaus geschlossenen ärztlichen Behandlungsvertrag ein Anspruch auf Schmerzensgeld dem Grund nach zu.

Die Höhe des Schmerzensgeldanspruches ist aus der Ferne nur schlecht zu beurteilen. Maßgeblich bei der Bemessung eines solchen Anspruches ist aber im Wesentlichen die Größe, Heftigkeit und Dauer der erlittenen (und durch eine rechtzeitige Behandlung zu vermeiden gewesenen) Schmerzen, das Erfahren psychischer Unannehmlichkeiten sowie das Gewicht, das dem Behandlungsfehler zuzumessen ist. Bei Ihrer Tochter ist zum einen zu berücksichtigen, dass der Bruch eines Unterschenkels für ein kleines Kind, das entsprechend schwer ruhig zu stellen ist - gerade wenn der Bruch übersehen wird - sehr schmerzhaft sein dürfte. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass Ihre Tochter „nur“ zwei Tage lang unter diesen Schmerzen gelitten hat. Denn bereits am Montag wurde der Bruch dann bei der zweiten Behandlung erkannt und fachgerecht behandelt. Die Höhe des Schmerzensgelds dürfte daher nur relativ gering anzusetzen sein und einen vierstelligen Betrag nicht erreichen.

Die Schadensersatzansprüche sollten, da es sich beim Gebiet des Arzthaftungsrechts um eine umfassende Spezialmaterie handelt, zunächst außergerichtlich von einem Anwalt geltend gemacht werden. Wenn eine außergerichtliche Lösung scheitert, dann können Sie den Klageweg beschreiten. Insbesondere ist darauf zu achten, dass man nicht einfach „das Krankenhaus“ verklagt, denn dieses ist nur die Institution. Richtiger Beklagter ist in so einem Fall immer der Träger des Krankenhauses. Hier kann es viele Fallstricke geben, da der Träger nicht immer ohne weiteres zu erkennen ist. Alleine deshalb bietet sich die Beauftragung eines Rechtsanwaltes an.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben. Wenn Sie eine abschließende Beurteilung Ihrer Angelegenheit erreichen möchten, so bietet sich die Beauftragung eines Rechtsanwaltes vor Ort an oder eines anderen Rechtsanwaltes Ihres Vertrauens an. Hier empfehle ich die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes, der die Fachanwaltsbezeichnung „Fachanwalt für Medizinrecht“ führt, da ein Rechtsanwalt mit dieser Zusatzqualifikation einen Schwerpunkt seiner Ausbildung auf die Bearbeitung arzthaftungsrechtlicher/medizinrechtlicher Fälle gelegt hat.


Gerne bin ich auch bereit, Ihre weitere rechtliche Vertretung in der Angelegenheit zu übernehmen.



Mit freundlichen Grüßen


Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator


Gisselberger Straße 31
35037 Marburg


hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2005 | 10:44

Guten Tag,

Es kommt noch dazu dann ich mit meiner Tochter das ganze Wochenende in München Spazieren gegangen sind, und jedes Mal wenn jemand ganz leicht an Ihr Fuß gekommen ist, dann hat meine Tochter große Schmerzen gehabt.

Ich mache mir schon vorwürfe das ich mit Ihr noch herum gelaufen bin.

Mit welchen Kosten müsste ich rechnen wenn Sie mich in diesen Fall vertreten?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.09.2005 | 11:49

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

die Kosten einer anwaltlichen Vertretung sind abhängig vom Streitwert (Gegenstandswert) und nach Kostenstufen im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gestaffelt. Die einzelnen Gebührentatbestände sind im Vergütungsverzeichnis (VV) zum RVG geregelt.

Bei einer außergerichtlichen Vertretung durch einen Rechtsanwalt würde zunächst eine 1,3 Geschäftsgebühr (Nr. 2400 VV) anfallen. Bei einem angenommenen Gegenstandswert von bis zu EUR 600,00 beträgt diese 1,3 Geschäftsgebühr EUR 58,50. Es kommen noch hinzu die Auslagen des Rechtsanwalts, welche regelmäßig pauschal abgerechnet werden (Nr. 7200 VV) und maximal EUR 20,00 betragen sowie 16 % Umsatzsteuer.

Sollte es zu einer Klage kommen, würde eine weitere 1,2 Verfahrensgebühr (Nr. 3100 VV) hinzukommen. Sollte sich die Gegenseite (was zu vermuten ist) ebenfalls einen Anwalt nehmen, so würden dieselben Kosten noch auf der Gegenseite anfallen und wären im Falle des Unterliegens zusätzlich zu Ihren eigenen Kosten von Ihnen zu tragen.

Das Kostenrisiko ist angesichts des geringen Gegenstandswertes also überschaubar.

Die anfallenden Gebühren für den Rechtsanwalt müssen zunächst Sie selbst verauslagen. Jedoch ist der Krankenhausträger aus § 823 BGB zum Ersatz dieser Kosten verpflichtet.

Soweit Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, wird der Anwalt über diese abrechnen, dann werden die Kosten des Verfahrens von der Rechtsschutzversicherung übernommen.



Mit freundlichen Grüßen



Jorma Hein
Rechtsanwalt und Mediator


Gisselberger Straße 31
35037 Marburg


hein@haftungsrecht.com
www.haftungsrecht.com

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr schnelle Beantwortung der Frage. Netter Anwalt. Schnelle Bearbeitung des Falls. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER