Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadensersatz gegenüber dem Geschädigten


27.09.2006 01:51 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war nicht der Meinung, den Parkett meines Vermieters in meiner ehemaligen Mietwohnung geschädigt zu haben. Bei der Abnahme zum mietende, bearbeiteten mich der Anwalt des Vermieters und der Vermieter dahingehend, den vermeintlichen Schaden meiner Haftpflichtversicherung zu melden. Auf hinweis des Mietervereins tat ich das dann auch, ohne jedoch Angaben zur Entstehung des Schadens zu machen. Ich sendete das Schreiben meines Vermieters und einen von seinem Handwerker erstelltes Kostenangebot mit.
Das Schreiben des Vermieters enthielt als Schadensdarstellung: Im Wohnzimmer (ca. 24 qm) weist der Parkett Wasserflecken und diverse grobe Oberflächenverletzungen auf. Zur Behebung sei eine komplette Oberflächenerneuerung notwendig (ca. 50qm).

Der Vermieter wurde daraufhin vom Versicherer angefragt einen Fragebogen auszufüllen, was er auch tat. Allerdings sendete er kein Foto des Schadens, wie von der Versicherung angefragt, mit.

Wenige Tage (ca. Mitte Okt. 05) später erhielt ich Nachricht von der Versicherung, dass wegen Schäden durch Abnutzung, Verschleiss und übermässiger Beanspruchung kein Versicherungsschutz gewährt wird (Diese Schäden sind tatsächlich in den speziellen Bedingungen der Versicherung ausgeschlossen). Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich aufgrund von AHB §10 und VVG §12 nur innerhalb von 6 Monaten und nur gerichtlich gegen die Entscheidung der Versicherung vorgehen könnte und später der Versicherungsschutz schon wegen Fristablaufes verwirken werde. Dieser Zeitraum ist jetzt bereits überschritten.

Vor Ablauf dieses Zeitraum ca. 2 Wochen nach der Ablehnung sendete ich aber noch ein Schreiben an die Versicherung, in dem ich Einspruch gegen deren Entscheidung erhob. Ich stellte dar, dass es schwer zu beurteilen sei, ob wirklich eine Schadensersatzpflicht gegenüber mir vorliegt und dass der Vermieter aber davon ausginge. Ich stellte dar, dass ich keine weiteren Belege für den Schaden hätte (insb. keine Fotos). Ich stellte auch dar, dass die Versicherung gar keine Belege oder Beweise für Ihre Entscheidung habe. Ich bat darum, Deckungszusage zu erhalten. Ich teilte auch mit, dass die Wasserflecken durch eine Undichtigkeit der Fensteruntermauerung entstanden sein müsste, auf die ich den Vermieter seinerzeit hingewiesen habe (Mängelanzeige Mitte 2005).

In der Folge schaltete die Versicherung einen Regulierer ein, der mit der Begutachtung des Schadens beauftragt wurde (ich habe die Versicherungsakte und in der Beauftragung erklärt die Versicherung sie gehe von einer üblichen Abnutzung aus). Dieser stornierte ca. Mitte Dez. 05 seinen Auftrag, da nach Rücksprache mit dem Vermieter bereits der Parkettschaden repariert wurde. Es bleibt offen, ob es tatsächlich zu einer Reparatur kam.

Weiterhin fragte die Versicherung Anfang Februar 06 nochmals beim Vermieter an, er solle, wenn möglich beschreiben, wie der Schaden seiner Meinung nach entstand und er sollte Fotos senden. Er hat nicht darauf geantwortet.

Immer wieder im Schriftverkehr mit dem mieterverein sagte der Vermieter aus, er habe umfangreiche Bildaufnahmen, Dokumentation und Zeugen für die Beschädigungen am Parkett. Davon unterrichtete ich auch die Versicherung.

Nachdem der Vermieter einen Teil der Kaution nach Kostenangebot seines Handwerkers einbehielt (ca. 1500€), obwohl ich ihm zuvor ein Gegenangebot mit den gleichen Leistungen zukommen lies (ca. 1000€)- er räumte per email ein, ein weiteres Angebot erstellen zu lassen - erhob ich im Juli 06 Klage auf Herausgabe der Restkaution. Bei der Güteverhandlung legte der Vermieter Fotos seiner Schäden vor. Diese wiesen meiner Erinnerung nach nicht auf diejenige Beschädigungen hin, die die Versicherung in Ihren Bedingungen ausschliesst (Ich nehme auch an der Vermieter hat diese digital bearbeitet).

In der Verhandlung behauptete der Vermieter auch, ich hätte bestimmte Kratzer und Flecken, die ich bei Abnahme fotografierte, aber auf den Vermieter zurückzuführen waren (Einbau eines Lüftungsgitters in die Badtüre durch den Vermieter, Wasserschaden durch Undichtigkeit bei Schlagregen), verursacht. Das Resultat der mündlichen Güteverhandlung ist, dass ich 50% der Höhe des Kostenangebots des Vermieters übernehmen werde (Ich bin dieses nur eingegangen, weil der Anwalt sagte, es sei das Beste, obwohl ich glaube, dass er das auch nicht abschätzen konnte). Es ist, so mein Anwalt, unwiderruflich und schliesst weitere Forderungen aus dem Mietverhältnis beiderseits aus.

Dazu habe ich folgende Fragen:

Gibt es Möglichkeiten die Haftpflichtversicherung in Anspruch zu nehmen, aufgrund versch. fotos aus meinem Fundus (das waren Schäden, die meines Erachtens der Vermieter selbst zu verantworten hatte u.a. wg. Wassereintritt, aber auch weil der Vermieter ein Lüftungsgitter in die Badtüre einbaute usw.)(Die Haftpflichtversicherung kann sich dann ja mit dem Vermieter streiten, weil ich ja erklären müsste, dass ich dafür nichts kann, zumindest hinsichtlich des Wasserschadens)? Kann ich dazu meinen Kostenvoranschlag oder den des Vermieters heranziehen, oder das Resultat des Vergleichs?

Kann ich den Vermieter in Anspruch nehmen, und Schadensersatz fordern, da er nicht bei der Belegung der Schäden der Versicherung gegenüber mitgewirkt hat, obwohl er entsprechende Belege besass und diese in der Verhandlung vorlegte?

Kann ich vom Vermieter erfolgreich fordern, mir nun die Fotos zukommen zu lassen um den Schaden bei der Versicherung belegen zu können (Der Richter gab diese bei Ende der Verhandlung dem Vermieter zurück - ist das so OK?)?

Vor allem hinsichtlich der Anwaltshaftung - Hätte bei Weiterführung des Prozesses der Vermieter auf Basis meines Kostenvoranschlags abrechnen muessen, oder kann er das teurere Angebot wählen, obwohl er eingeräumt hat ein weiteres Angebot erstellen zu lassen, wenn ich dies verlangen würde. Ich habe dann ja die Initiative übernommen und dieses Angebot meinerseits von einem Handwerker erstellen lassen (er rechnete mir gegenüber ohne Umsatzsteuer ab)?

Kann ich die Wohngebäudeversicherung des Vermieters beanspruchen, da ich diese ja in den Betriebskosten bezahlt habe (diese schützt auch bei Sturmschäden)?

Welches Vorgehen empfehlen Sie mir generell?

Danke für Ihre mithilfe!

-- Einsatz geändert am 27.09.2006 14:29:18
27.09.2006 | 17:06

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1. Für Schäden am Parkett müssen Sie dann haften, wenn diese Schäden nicht durch normale Abnutzung entstanden sind, sondern durch überobligatorische Nutzung oder Beschädigung. Sie haben vorgetragen, dass Ihr Vermieter für die Schäden verantwortlich ist. Wenn das so ist, müssen Sie das nachweisen, durch Gutachten oder Fotos etc. Sollte Ihr Vermieter für den Schaden verantwortlich sein bzw. der Schaden aus seiner Sphäre stammt, wird Ihre Haftpflichtversicherung nicht dafür aufkommen. Diese steht nur für Schäden ein, die aus Ihrer Sphäre stammen.

2. Sie erwähnen einen Prozeß und Anwaltshaftung. Hier müssen Sie konkreter vortragen, was genau passiert ist, ob Sie von dem Vermieter auf Schadensersatz verklagt wurden oder was genau passiert ist.

3. Wenn Sie der Ansicht sind, dass Sie nicht für die Schäden verantwortlich sind, sollten Sie den Vermieter zur Rückzahlung der Kaution unter Fristsetzung auffordern. Wenn er nicht bezahlt, sollten Sie auf gerichtlichem Wege versuchen, Ihre Ansprüche durchzusetzen.

4. Die Wohngebäudeversicherung kommt eher für Elementarschäden auf, jedoch nicht für Schäden an der Einrichtung, dafür ist die Hausrat oder Haftpflichtversicherung da.

5. Die Kosten, die für eine Reparatur anfallen, müssen angemessen sein für die Behebung des Schadens. Jedoch muss der Vermieter nicht Ihren Handwerker zur Behebung verpflichten - das ist nur bei der Vornahme von Schönheitsreparaturen der Fall, hier geht es aber um Schäden an der Mietsache.




Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München

Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de

Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:
Meine Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich meine Auskunft nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Auch einige Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht geklärt werden. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER