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Schadensersatz gegen Anwalt


07.09.2007 10:15 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 08.04 .2003 wurde ich rechtskräftig geschieden. Für den Vermögens- und Zugewinnausgleich räumte ich meiner Ex damals ein, diesen innerhalb der nächsten 3 Jahre mit mir zu klären.

Leider war sie nicht bereit mein Angebot 70.000,- € und Verzicht auf nachehelichen Unterhalt (monatl. 68,- €) zu akzeptieren, obwohl das Ortsgericht den Verkehrswert der Immobilie zum Zeitpunkt der Scheidung auf 312.000,- € geschätzt hatte.

Da ich das Geld aber dringend brauch, wandte mich an einen Anwalt. Dieser sah nur die Möglichkeit über eine Teilungsversteigerung die überfällige Entscheidung herbei zu führen. Mittlerweile waren seit dem Scheidungstermin 3 Jahre vergangen. Mein Anwalt reichte den Antrag bei Amtsgericht ein und prompt kam vom gegnerischen Anwalt der Antrag auf ein Zugewinnausgleichverfahren.

Das Haus wurde nun im Laufe der Zeit durch einen Sachverständigen geschätzt und stellte nach Abzug eines Renovierungsstaus und zu großem Grundstück die Summe von € 271.000,- fest.

Nach langem Gezerre war sie nun doch bereit die 70.000,- € zu zahlen, wollte aber nicht auf den nachehelichen Unterhalt verzichten. Mein Anwalt riet mir ab, da ich bereits großzügige Entgegenkommen sei.

Vor dem Termin der Teilungsersteigerung fragte ich bei meinem Anwalt an, was den jetzt passieren würde und ob es mich in der Sache denn tatsächlich weiter bringt. Er sagte mir, dass es sicherlich aufgrund der 70 % und des eingetragenes Wohnrecht, des Vaters meiner Ex, zu keinem Gebot kommen wird. Falls sie dann doch einlenkt, sollte jemand vor Ort sein.

Der gegnerische Anwalt forderte nun, dass man den Antrag zurückzunehmen oder den Termin der Teilungsversteigerung wenigstens bis nach dem Zugewinnausgleichsverfahren verschieben solle. Mein Anwalt sah hier keine Notwendigkeit.

Als der Tag nun anstand, fragte ich meinen Anwalt, ob er den Termin denn wahrnehmen würde. Für einen Sonderpreis von 750,- € gegenüber von sonst 2.500,- € würde er sich dort einfinden: Ansonsten könne ich auch den Termin wahrnehmen und ihn über das Geschehene informieren. Auf meine Frage ob etwas zu beachten sei, antwortete er, es ist alles vorgegeben.

Am Tage der Teilungsversteigerung wurden dann vom Rechtspfleger die bestehenden Rechte, zum einen das Wohnrecht (22.000,-€) und zum anderen die noch bestehende Grundschuld (45.000,- €), die nicht mehr valutierte, vorgetragen und anschließend nach weiteren Anträgen gefragt. Die Versteigerung nahm Ihren Lauf und zum Ende hin bot meine Ex 67.500, - € Bargebot. Der Rechtspfleger fragte mich, ob ich jetzt den Zuschlag erteilen wolle. Aufgrund meiner Aufgeregtheit hatte ich das Prozedere eh nicht verstanden und fragte, ob das nicht Zeit habe. Ja, antwortet er, wenn ich mich nicht bis zur nächste Woche gemeldet habe, würde der Zuschlag automatisch erfolgen.
Sofort nach Verlassen des Amtsgerichtes rief ich im Beisein meines Bruders meinen Anwalt an und gab ihm die Zahlen durch. Dieser teilte mir mit, dass er sich umgehend das Grundbuch anschauen werde und dann auf mich zukäme. Da am Montag der folgenden Woche nichts geschah, rief ich nochmals in der Kanzlei an und teilte mit, dass es sehr wichtig sei! Da ich mich in dieser Woche auf einem Lehrgang befand, bat ich darum, mir auf den Anrufbeantworter zu sprechen oder meine Frau zu informieren.
Nichts geschah. Im Glauben, dass alles soweit in Ordnung sei und ich nun endlich die Hälfte der 70 % bekomme vergingen die nächsten Tage. Plötzlich wurde einer Auszahlung des Betrages durch die Gegenseite widersprochen. Ich versuchte nun meinen Anwalt zu erreichen, ich wurde aber jedes Mal von eine neuen Dame vertröstet mit dem Spruch, wir rufen Sie zurück.

Nun stand der nächste Termin im Zugewinnausgleichverfahren an. Mein Anwalt entschuldigte sich für die schlechte Erreichbarkeit, aber wir hätten ja vor dem Termin noch ausreichend Zeit die Punkte durchzusprechen.
Zum Termin erschien er pünktlich, sodass keine Zeit mehr für eine Unterhaltung blieb. Im Termin wurde er dann von der Gegenseite darauf hingewiesen, dass man nun ja nicht mehr von einem Vermögen von 271.000,- € sondern von 63.500,- € spreche. Total aufgelöst konnte er den Richter davon überzeugen, das Verfahren auf dieser Grundlage weiterlaufen zulassen und entsprechend der Anfangsvermögen in die Beweisaufnahme zu gehen.
Vor der Tür sprach ich ihn auf das so eben gehörte an. Ja, er könnte sich dies auch nicht erklären, antwortet er. Ich schlug vor, mit ihm gemeinsam zum Rechtpfleger, der sich im gleichen Gebäude befand, zu gehen und die Sachlage zu hinterfragen. Er lehnte ab, er habe keine Zeit mehr und ich solle den Rechtspfleger allein ansprechen. Dies habe ich dann auch getan.
Dieser berichtete mir, dass die Immobilie zu 50 % versteigert wurde und nicht wie ich annahm zu 70 %. Des Weiteren seien die bestehend bleibenden Rechte unter anderem die Grundschuldeintrag nicht gelöscht worden, weil meine Ex nicht zugestimmt hatte. Auf meine weitere Frage, wieso zu 50 %, kam die Antwort: Für 70 % hätte ein Antrag gestellt werden müssen, dies hätte mein Anwalt doch wissen müssen.
Telefonisch habe dann meinen Anwalt die Aussage des Rechtspflegers mitgeteilt. Dieser erwiderte, er müsse dies erst einmal prüfen und würde sich anschließend wieder bei mir melden. Eine Woche später teilte er mir mit, dass ich die Zugewinnansprüche der Gegenseite in Höhe vom 17.000,- € akzeptieren solle um weiteren Schaden zu vermeiden. Ich habe ihn dann gefragt, was das nun solle, er habe doch damals den Vorgang geprüft und sich nicht mehr bei mir gemeldet, sodass ich davon ausgehen musste das alles nach Plan läuft. Ich wäre ja in der Woche nach der Teilungsversteigerung nicht zu erreichen gewesen! > Interessanterweise, hatte er mir aber am Tage des Zuschlages durch das Amtsgericht, gegen Mittag per E-Mail mitgeteilt, dass er aufgrund seines hohen Arbeitsaufkommens erst am Nachmittag Zeit findet werde, sich der Sache anzunehmen < Er wolle schauen was er da noch tun könne.

Nach mehreren Wochen gelang es mir dann Ihn auf seinem Handy zu erreichen. Ich fragt was das den jetzt soll, er habe mir doch zugesagt nach einer Lösung zu suchen. Er habe sich nicht mehr gemeldet, weil ich gesagt habe, dass hätte ein Anwalt doch wissen müssen. Ich stellte klar, dass es sich hier um die Aussage des Rechtpflegers gehandelt hat.

Wieder bei Gericht bezüglich der Beweisaufnahme im Zugewinnausgleichsprozess, sagte der Richter, er sehe eine Weiterführung als nicht sinnvoll an. Er schlug vor, dass ich einem Zugewinnausgleich in Höhe von 34.000,- € an meine Ex zustimme und somit der Erlös aus der Teilungsversteigerung an sie ausgezahlt wird. Mein Anwalt riet mir dem Vorschlag des Richters zu folgen. Auf meine Frage, was den nun noch mit dem bestehend bleibenden Rechten sei, antwortet er: Die müsse ich Abhaken. Zurück im Gerichtssaal, griff er diesen Punkt gegenüber der Gegenseite dann doch auf. Der Gegenanwalt erwiderte, diese seien von seiner Mandantin mit übernommen worden und somit gäbe es auch hier keinen Anspruch meinerseits mehr.

Fazit: Außer Gerichtskosten und einer Anwaltsrechnung in Höhe von 5.800,- € habe ich nichts erhalten. Wozu raten Sie mir in diesem Fall?


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Tatsachen kann die Beurteilung Ihres Anliegens anders ausfallen. Es können nur die wesentlichen Aspekte des Falles geklärt werden.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Der Zuschlag in einem Versteigerungsverfahren kann tatsächlich auf Antrag eines benachteiligten Gläubigers versagt werden, wenn 70 % des festgesetzten Verkehrswertes nicht erreicht werden. Die Versagung des Zuschlages wegen nicht Erreichung der Wertgrenze kann jedoch nur einmal erfolgen. Im zweiten Versteigerungstermin kann der Zuschlag nicht mehr unter dieser Voraussetzung versagt werden. § 74 a ZVG

Nach Ihrer Schilderung scheint Ihr Anwalt Sie nicht über diese Pflicht zur Antragstellung belehrt zu haben, so dass Sie den Zuschlag nicht verhindert haben. Ihr Anwalt selbst hat wohl den Zuschlag trotz seines Wissens um die zugrunde liegenden Zahlen auch nicht verhindert. Dies kann zu einer Pflichtverletzung des Anwaltsvertrages geführt haben.

Da es sich vorliegend wohl um einen Beratungsfehler handeln wird, müssen Sie als Mandant darlegen und bei Bestreiten beweisen, dass Sie fehlerhaft und unvollständig beraten wurden.

Meines Erachtens sollten Sie daher dringend einen Anwalt vor Ort aufsuchen, um mit diesem das weitere Vorgehen zu besprechen. Sie sollten diesem alle Unterlagen vorlegen. Es erscheint angebracht, einen entsprechenden Schadensersatzanspruch geltend zu machen. Ihr ehemaliger Rechtsanwalt hat hierzu eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die in Fällen von Vermögensschäden einspringt. Da Ihr Bruder bei dem Telefonat anwesend war, bei dem Sie dem Anwalt die Zahlen der Zwangsversteigerung durchgegeben haben, haben Sie einen Zeugen, der die umfassende Information des Rechtsanwalts bestätigen kann. Zudem haben Sie zu Beweiszwecken auch die E-mail, dass sich Ihr Rechtsanwalt der Sache am Tage des Zuschlages noch annehmen wolle. Daher scheint ihm ja grundsätzlich die Dringlichkeit bewusst gewesen zu sein. Der Rechtspfleger kann bezeugen, dass ein entsprechender Antrag, die Versteigerung unter 70% zu versagen, nicht gestellt wurde.

Beim Aufsuchen eines Anwaltes sollten Sie sich allerdings bewusst sein, dass hierdurch weitere Kosten entstehen. Sollten Sie ein Gerichtsverfahren anstreben, müssten Sie in jedem Fall von einem Anwalt vertreten sein, da es sich um ein Verfahren mit Anwaltszwang handeln wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung bieten.


Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen,


Mareike Preu
Rechtsanwältin


www.kanzlei-preu.de


§ 74 a ZVG
(1) Bleibt das abgegebene Meistgebot einschließlich des Kapitalwertes der nach den Versteigerungsbedingungen bestehen bleibenden Rechte unter sieben Zehnteilen des Grundstückswertes, so kann ein Berechtigter, dessen Anspruch ganz oder teilweise durch das Meistgebot nicht gedeckt ist, aber bei einem Gebot in der genannten Höhe voraussichtlich gedeckt sein würde, die Versagung des Zuschlags beantragen. Der Antrag ist abzulehnen, wenn der betreibende Gläubiger widerspricht und glaubhaft macht, dass ihm durch die Versagung des Zuschlags ein unverhältnismäßiger Nachteil erwachsen würde.
(2) Der Antrag auf Versagung des Zuschlags kann nur bis zum Schluss der Verhandlung über den Zuschlag gestellt werden; das gleiche gilt von der Erklärung des Widerspruchs.
(3) Wird der Zuschlag gemäß Absatz 1 versagt, so ist von Amts wegen ein neuer Versteigerungstermin zu bestimmen. Der Zeitraum zwischen den beiden Terminen soll, sofern nicht nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalles etwas anderes geboten ist, mindestens drei Monate betragen, darf aber sechs Monate nicht übersteigen.
(4) In dem neuen Versteigerungstermin darf der Zuschlag weder aus den Gründen des Absatzes 1 noch aus denen des § 85a Abs. 1 versagt werden.
(5) Der Grundstückswert (Verkehrswert) wird vom Vollstreckungsgericht, nötigenfalls nach Anhörung von Sachverständigen, festgesetzt. Der Wert der beweglichen Gegenstände, auf die sich die Versteigerung erstreckt, ist unter Würdigung aller Verhältnisse frei zu schätzen. Der Beschluss über die Festsetzung des Grundstückswertes ist mit der sofortigen Beschwerde anfechtbar. Der Zuschlag oder die Versagung des Zuschlags können mit der Begründung, dass der Grundstückswert unrichtig festgesetzt sei, nicht angefochten werden.

Nachfrage vom Fragesteller 09.09.2007 | 13:11

Vielen Dank für die Auskunft.
Für mich wäre noch wichtig zu wissen, was ist mit dem bestehenden Rechten (Grundschuld und Wohnrecht). Die Grundschuld valutiert nicht mehr, aber meine Ex hat einer Löschung nicht zugestimmt. Was geschieht nun mit dieser? Und wie ist das Wohnrecht einzustufen, da sie dieses mit in die Ehe gebracht hat, aber beim Anfangsvermögen ihrerseits wurde dies nicht in Abzug gebracht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2007 | 14:28

Sehr geehrter Fragesteller,

bei Ihrer „Nachfrage“ handelt es sich leider nicht um eine solche, sondern Sie wünschen die Beurteilung einer weiteren Fallkonstellation.

Zur Beurteilung des Zugewinnsausgleichs unter Einbeziehung des Wohnrechts sowie der nicht mehr valutierenden Grundschuld liegen aber zudem auch nicht genügend Informationen vor.

In jedem Fall sollten Sie hinsichtlich des Zugewinnausgleichs einen weiteren Anwalt zu Rate ziehen. Sollte bereits ein Urteil oder ein vergleich geschlossen worden sein, sind hier in jedem Fall die Rechtmittelfristen zu beachten.


Mit freundlichen Grüßen,

Mareike Preu
Rechtsanwältin

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