Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadensersatz: Wenn Autowerkstatt während der Reparaturzeit Autounfall verursacht


11.02.2005 18:11 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Anfang 2004 hatte ich mein Auto zur Reparatur in eine Werkstatt gegeben. Am Tage der Abholung des Fahrzeugs wurde mir mitgeteilt, dass einem Mitarbeiter der Werkstatt auf dem Wege von der Lackiererei zur Werkstatt ein anderes Auto in meines gefahren war. Mir wurde versichert, dass dem Schadensfall nachgegangen wird. Ich hatte einen Monat lang nachgehakt, aber mir wurde jeweils nur versichert, dass der andere Unfallpartner nicht zu erreichen wäre. Aufgrund meines beruflichen Einsatzes war es mir nicht möglich, mich weiter um die Sache zu kümmern. Ich bin ferner auch der Meinung, dass die Werkstatt für die Schadensregulierung zuständig ist, da ich ihr meinen Wagen in ihre Obhut gegeben habe. Unglücklicher Weise ist mir Anfang diesen Jahres ein Nachbar bei Glatteis in mein geparktes Auto gefahren. Leider wurde die gleiche Stelle des Wagen noch einmal beschädigt, diesmal nur sehr viel stärker. Da ich bisher immer gute Erfahrungen mit dieser Werkstatt gemacht hatte, und ich von einer Regulierung des ersten Schadens noch überzeugt war, habe ich den zweiten Schaden von dieser Werkstatt beheben lassen. Der Schaden ist auch mit der Versicherung bereits geklärt. Nach meiner Rechtauffassung muss der erste Schaden (Kostenvoranschlag 1253,02 € + Nutzungsausfall 4 Tage je 43,00 € + sonstige Ausgaben pauschal 20,00 €) noch monetär abgerechnet werden. Die Werkstatt sagt jedoch jetzt, der Schaden ist behoben und damit die Sache für sie erledigt. Das sehe ich nicht so. Ich möchte die Werkstatt und den damaligen Schadensverursacher nicht so einfach aus ihrer Verantwortung entlassen.

Meine Frage ist nun: Welche Rechte habe ich? Gegen wen und in welcher Höhe kann ich meine Schadensersatzansprüche aus dem ersten Unfall geltend machen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe, ist der erste Schaden mit dem zweiten Schaden zusammen beseitigt worden. Ein monetärer Ausgleich wird daher nur noch für den damaligen Nutzungsausfall in Betracht kommen. Denn der (erste) Schaden wurde behoben, so daß ein Schadensersatz nicht mehr in Frage kommen wird. Dies ergibt sich aus § 249 Abs. 2 BGB:

"Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen."

Mit der Beseitigung des Schadens entfällt aber das Wahlrecht, einen Geldbetrag zu verlangen.

Anders sieht es mit dem Nutzungsausfall und den eventuellen Kosten für den Kostenvoranschlag aus. Auf diese werden Sie einen Anspruch haben, der sich aber nur dann gegen die Werkstatt richten wird, wenn diese ein Verschulden trifft. Anspruchsgegner wird zunächst der damalige Schadensverursacher sowie Halter und Haftpflichtversicherer des gegnerischen Fahrzeugs. Sie sollten die Werkstatt deshalb auffordern, Ihnen - falls bekannt - die entsprechenden Daten zu nennen. Zumindest das Fahrzeugkennzeichen sollte man Ihnen nennen können. Damit lassen sich Halter und Versicherer des anderen Fahrzeugs ermitteln.

Ein Anspruch gegen die Werkstatt setzt voraus, daß diese ihre vertraglichen Obhutspflichten schuldhaft verletzt hat. Davon gehe ich aber, nach Ihrer Sachverhaltsschilderung, nicht aus.

Ein Anspruch kann auch dann bestehen, wenn die Werkstatt in Ihrem Auftrag die Schadensregulierung betreiben sollte, und mittlerweile, wegen des Zeitablaufs, der Anspruch gegen den Verursacher möglicherweise nicht mehr durchsetzbar ist. Dann hätte die Werkstatt, wenn sie sich nicht um die Schadensregulierung gekümmert hat, dieses Auftragsverhältnis verletzt. Den erteilten Auftrag müssten Sie dann allerdings beweisen.

Grundsätzlich sollten Sie sich deshalb an den Unfallverursacher bzw. den Halter halten, da der Anspruch gegen ihn einfacher durchzusetzen sein wird. Zeugen für den Unfallhergang stehen ja offenbar auch zur Verfügung.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER