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Schadensersatz Motorradkleidung und Zubehör

| 13.11.2013 11:34 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Zusammenfassung: Beantwortet wird die Frage, ob bei einem Motorradunfall beim Ersatz der beschädigten Kleidung ein Abzug neu für alt vorgenommen werden darf.

Mitte Juni hatte ich einen Wegeunfall mit dem Motorrad. Die Schuldfrage ist eindeutig zu Lasten desSchädigers geklärt.
Die Versicherung des Schädigers möchte beim Schadensersatz für die Kleidung, den Helm und Motorradkoffer hohe Abzüge vornehmen.
Kleidung, Helm und Koffer waren beim Unfall 16 Monate alt und wurden effektiv an rund 2 Monaten genutzt ( kann ich nachweisen).
Etwas kompliziert wird die Sache dadurch, dass ich beim Kauf Anfang 2012 einmalige Preisvorteile in Anspruch nehmen konnte, die bei einer Wiederbeschaffung nicht wiederholbar sind. Besonders groß ist der Unterschied beim Helm ( Kaufpreis 389 Euro, heutiger günstigster Wiederbeschaffungspreis 450 Euro) und bei den Koffern + Träger ( BMW Angehörigen Rabatt, Kaufpreis 450 Euro, heutiger günstigster Preis 600 Euro).
Bei der Kleidung und dem Helm habe ich Ersatz zum Wiederbeschaffungspreis gefordert.
Frage:
Muss ich bei der Kleidung und dem Helm einen Abzug Neu für Alt akzeptieren und wenn ja in welcher Höhe?
Koffer und Träger: Hier wäre ich mit einem Abzug einverstanden. Was wäre angemessen? (ein Koffer war allerdings so beschädigt, dass er bei einer Reparatur ersetzt worden wäre).

Ich habe bei dem Unfall auch erhebliche körperliche Schäden erlitten, bin zur Zeit noch Arbeitsunfähig und in ärztllicher Behandlung.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Die Frage, ob beim Ersatz beschädigter Motorradbekleidung nur der Zeitwert oder aber der Neuwert ersetzt werden muss, ist nicht ganz unumstritten.

Grundsätzlich ist es so, dass beim Ersatz von Sachschäden regelmäßig ein Abzug neu für alt vorgenommen wird. Hierbei nimmt orientiert man sich an der Nutzungsdauer des jeweiligen Gegenstandes.

Bezogen auf die Motoradkleidung selbst neigen aber nicht wenige Gerichte dazu, nicht nach dem Zeitwert abzurechnen, da die Motorradkleidung dem Schutz des Fahrers diene und sich daher ein Abzug verbiete, damit es dem Geschädigten möglich sei, sich anderweitig Ersatz zu beschaffen. So sehen es z. B. Amtsgericht Bochum, Urteil vom 24. Oktober 2010, Aktenzeichen 42 C327/07 oder auch das Landgericht Darmstadt, Urteil vom 28. August 2007, Aktenzeichen 13O 602/05.

Gerade bei neuerer Bekleidung wird daher regelmäßig ein Abzug neu für alt verneint.

Andere Gerichte, z. B. Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 21. September 2009, Aktenzeichen 15 U 71/08 gehen aber grundsätzlich vom Zeitwert aus, so dass man sich einen entsprechenden Abzug gefallen lassen muss.

Bezogen auf eine Nutzungsdauer von z. B. 5 Jahren für einen Helm würde sich dann bei einem 1 ½ Jahre alten Helm eben ein entsprechender Abzug vom 30% ergeben.

Bezogen auf Ihren Fall würde ich mir einen Abzug in dieser Höhe jedoch nicht gefallen lassen, da Ihre Bekleidung zwar 1 ½ Jahre alt, aber weitestgehend unbenutzt war.

Weiter kann man natürlich auch mit einer längeren Nutzungsdauer argumentieren und so den Abzug senken.

Bezüglich Ihres erlittenen Körperschadens steht Ihnen ein Anspruch auf Zahlung eines Schmerzensgeldes zu, deren Höhe regelmäßig für den Laien nur schwer zu berechnen sein wird.

Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich rechtsanwaltlich vertreten zu lassen, da sich die Korrespondenz mit der Versicherung oft schwierig gestaltet.

Die Kosten eines Rechtsanwalts sind übrigens Teil des Schadens und werden daher ebenfalls von der gegnerischen Haftpflicht getragen, so dass Sie keinerlei Kosten fürchten müssen, soweit die Haftungsfrage zu Lasten der Gegenseite geklärt ist.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen und einen ersten Überblick verschafft.

Mit freundlichen Grüßen aus Achim

Moritz Kerkmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.11.2013 | 12:41

Welches ist die richtige Bezugsgröße: Meine Einkaufspreise oder aktuelle Wiederbeschaffungspreise?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.11.2013 | 12:54

Grundsätzlich ist vom Wiederbeschaffungswert auszugehen.

Mit freundlichen Grüßen aus Achim

Moritz Kerkmann
Rechtsanwalt


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Bewertung des Fragestellers 13.11.2013 | 12:30

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"Die Antwort bestätigt das, was ich bisher im Internet dazu recheriert habe. Das liegt wohl auch eher auch am Thema das wohl fast immer die Antwort " Ja, aber..." erzeugt."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre positive Bewertung. In der Tat gibt es bei diesem Thema leider nicht die "Eine" Antwort - sehr zum Leidwesen der Betroffenen.
Sofern Sie noch Fragen haben oder Hilfe in der Sache selbst bentötigen, dürfen Sie sich gern wieder bei mir melden.
Ihnen ansonsten noch viel Erfolg mit der Schadenregulierung.
FRAGESTELLER 13.11.2013 4/5,0
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