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Schadenregulierung durch Vers. trotz Bedenken des Versicherten?


| 15.11.2007 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



In einer Waschstraße rollte mein PKW auf das davor befindliche Fahrzeug auf. Die nachträglich vom Vordermann geltend gemachten Schäden (Kratzer an der Stossstange) stammen meines Erachtens höchstens teilweise von meinem Fahrzeug. Aufgrund der Fahrzeugbauweise (VW Scharan) mit gerundeter Stossstange, können bei einem geraden Auffahren nur in der Mitte und nur in der Höhe der Stossstange Kratzer verursacht worden sein. Ich teilte meiner Versicherung diese Bedenken mit, zumal die Unfallgegnerin vor Zeugen geäußert hatte, dass sie immer wieder Kratzer an ihren Wagen (Alter 6 Jahre) feststelle und jetzt zumindest einmal die Stossstange neu lackieren lassen werde. Die Versicherung teilte mir mit, dass sie regulieren werde, da die auf Fotos des gegnerischen Fahrzeugs dokumentierten Schäden aus ihrer Sicht mit dem Schadensereignis korrespondieren. Die Zahlung (650 Euro) an die Unfallgegnerin erfolgte noch am Verfassungstag dieser Mitteilung. Die Versicherung argumentiert, das Lackieren der Stossstange sei die kostengünstigste Variante, um eventuell von mir verursachte Kratzer zu entfernen. Frage: Ist es gerechtfertigt, die Stossstange neu lackieren zu lassen, ohne diese auf Vorschäden zu untersuchen und entsprechend in Abzug zu bringen? Durch die Reguliertung noch am Tage der Mitteilung hat mir die Versicherung die Möglichkeit genommen, Beweise auf meine Kosten, z.B. durch Gegenüberstellung, zu sichern. Macht es Sinn dagegen vorzugehen und wenn ja wie?

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Sehr geehrter Fragesteller,

ausgehend von den Ihrerseits gemachten Angaben beantworte ich ihre Frage gerne im Rahmen eines ersten rechtlichen Überblicks wie folgt:

Grundsätzlich ist Ihr Kfz-Versicherer verpflichtet, Sie von Haftungskosten freizustellen, welche Sie ihrerseits beim Betrieb eines Kraftfahrzeuges verursachen. Auf die Höhe des Schadens kommt es dabei zunächst nicht an. Dabei ist es im Interesse aller Versicherten, wenn der Versicherer darauf achtet, den eingetretenen Schaden kostenmäßig so gering wie möglich zu halten.

Nach Ihren Sachverhaltsangaben verhält es sich so, dass das gegnerische Fahrzeug durch das Ihrige jedenfalls unstreitig an der Stoßstange beschädigt wurde. Hier mag es wohl sein, dass bereits Vorbeschädigungen vorhanden waren. Dies ändert jedoch nichts daran, dass Sie bzw. Ihr Versicherer zumindest für die Regulierung der ihrerseits verursachten Schäden einzustehen haben. Soll heißen: auch ohne Altkratzer hätten die von Ihnen verursachten Kratzer beseitigt werden müssen, was im Zweifel auch zu einer Lackierung der Stoßstange geführt hätte. Im Ergebnis würde dies also für Sie keinen Unterschied ausmachen. Hierbei ist auch zu beachten, dass die Unfallgegnerin noch nicht einmal dazu verpflichtet gewesen wäre, die Schäden tatsächlich zu beseitigen. Sie hätte ebenso auch einfach einen entsprechenden Kostenvoranschlag einreichen und die Regulierungssumme durch die Versicherung behalten können. Hier verbleibt natürlich Raum für Spekulationen, ob dies in der Vergangenheit bereits so durch die Unfallgegnerin gehandhabt wurde – wie auch immer: sie durfte das.

Anders würde es sich lediglich verhalten, wenn die Unfallgegnerin nunmehr hergegangen wäre und auch noch etwa einen defekten Kotflügel mit auf die Rechnung gesetzt hätte, obwohl dieser gar nicht betroffen war – dies wäre schlichtweg ein Betrug gewesen. So verhält es sich hier allerdings wohl nicht.

Seitens Ihres Versicherers muss auch bei jedem Schadensfall abgewogen werden zwischen dem nötigen Verwaltungsaufwand zur Überprüfung eines Schadens und dem potentiellen Nutzen für die Versichertengemeinschaft. Dies ist erforderlich, um für alle – und damit auch für Sie – die Versicherungsbeiträge möglichst gering zu halten. Hierbei ist zu beachten, dass sich die Höhe der Beiträge nur zum Teil an dem individuellen Schadenspotential des einzelnen Versicherten bemisst – der andere Teil des Risikos wird nach dem Solidarprinzip durch alle Versicherten getragen.

Ich nehme an, diese Abwägung hat bei Ihrem Versicherer zu dem Ergebnis geführt, dass – wie oben ausgeführt – eine Lackierung der Stoßstange in jedem Fall als Minimum rausgekommen wäre und so die schnelle Regulierung der kostengünstigste Weg ist.

Es mag Ihnen ungerecht erscheinen, zumal Sie jetzt wahrscheinlich in gewissem Umfang ihren Schadensfreiheitsrabatt eingebüßt haben dürften. Aber überspitzt formuliert hätte die Unfallgegnerin die Stoßstange auch unrepariert lassen oder vollständig beseitigen können und hätte trotzdem einen Zahlungsanspruch in der hier gegenständlichen Höhe gehabt – und das sogar mit dem ständigen Segen des Bundesgerichtshofs.

Ich hoffe, Ihnen die Rechtslage in diesem kurzen Überblick klargemacht zu haben und bitte um Verständnis, dass ich Ihnen keine andere Mitteilung machen kann.

Mit freundlichen Grüßen


P. Stühler-Walter
Rechtsanwalt
Bonn
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