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Schadenregulierung Privathaftpflicht vs, Vollkasko

05.01.2016 13:25 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Guten Tag,

zu Grund liegt folgender Sachverhalt:

der Sohn meines Stellplatz-Nachbarn hat neulich seine Autotür in mein Fahrzeug gerammt. Der Vater hat mich angeschrieben und mir den Kontakt seiner Privathaftpflichtversicherung genannt. Bei dieser habe ich den Schaden angegeben und einen Kostenvoranschlag (netto EUR 900,00) eingereicht.

Nun ist die gegnerische Haftpflichtversicherung auf mich zugekommen und wollte wissen, ob ich für mein Fahrzeug über eine Vollkaskoversicherung verfüge. Der Schadenverursacher sei minderjährig und deshalb käme wohl im Versicherungsrecht eine Klausel zum tragen, dass meine Kasko evtl. einen Anteil übernehmen müsste.

Frage: Kann eine Regelung dieser Art im vorliegenden Fall greifen, sodass meine (eigentlich unbeteiligte) Vollkasko einspringen muss? Bestünde dann überdies die Gefahr, dass mein Schadenfreiheitsrabatt leidet?

Vielen Dank,

RW

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sind nicht verpflichtet Ihre Kasko-Versicherung in Anspruch nehmen. Eine solche Vereinbarung würde nur zwischen den Vertragspartnern (Versicherungsunternehmen – Versicherungsnehmer) Bedeutung erlangen.

Hieraus ist aber nicht automatisch zu folgern, dass der Versicherer zur Regulierung des gesamten Schadens verpflichtet wäre. Dies ist er nämlich nur in dem Umfang der vertraglichen Regelungen. Außerdem gilt, dass die Haftung des Versicherers nicht weiter reichen kann als die des Schädigers. Eine Haftung scheidet also grundsätzlich zunächst einmal dann aus, wenn das Kind deliktsunfähig ist (Lesen Sie § 828 BGB ). Der Wiedereinschluss ist zwar durch sogenannte Deliktsunfähigkeitsklauseln möglich. Ob und inwieweit diese greift, müsste allerdings (wie gesagt) anhand der konkret vereinbarten Versicherungsbedingungen beurteilt werden.

In Ihrem Fall wird es daher unter anderem auf folgende Fragen ankommen:
- War das Kind deliktsfähig? Wenn ja, muss der Versicherer haften.
- Liegt ggf. eine Aufsichtspflichtverletzung (§ 832 BGB ) vor? Wenn ja, muss der Versicherer haften.
- Was genau sehen die Haftpflichtversicherungsbedingungen vor?

Nebenbei sei angemerkt, dass nach den bisherigen Sachverhaltsangaben nicht die Private Haftpflicht sondern die KFZ-Haftpflicht Ihres Stellplatz-Nachbarn heranzuziehen sein könnte.

Natürlich können Sie Ihre Kasko-Versicherung in Anspruch nehmen. In diesem Falle müssten Sie aber sicherlich Nachteile bzgl. des Schadensfreiheitsrabatts in Kauf nehmen.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse. Diese finden Sie auf meinem Profil, das Sie durch einen Klick auf meinen Namen erreichen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 08.01.2016 | 13:48

Hallo Herr Meyer,

vielen Dank für Ihre Ausführung.

Konkret ergibt sich die Frage, ob es im Rahmen des Versicherungsrechtes üblich ist, dass die gegnerische Haftpflichtversicherung auf meine Kaskoversicherung zugreifen kann/darf.

Die Aussage des Haftpflichtversicherers ist nämlich, dass diese nicht zahlen müsse bzw. ein Anteil durch meine (jedoch eigentlich vollkommen unbeteiligte weil unschuldige) VK-Versicherung zu tragen ist.

Beste Grüße
RW

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 08.01.2016 | 14:39

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

dies ist nicht üblich und (wie beschrieben) auch rechtlich nicht möglich. Ein Zugriff der gegnerischen Haftpflichtversicherung auf Ihre Kaskoversicherung ist also in keinem Fall möglich.

Die Aussage des Versicherers, dass ein Anteil durch Ihre Kasko-Versicherung zu tragen sei, kann daher nur als Vorschlag zu verstehen sein. Verbindlich ist die Aussage nicht.

Bezüglich der Frage, ob Sie Ersatz für den ganzen Schaden erlangen können, stehen (wie ich versucht habe zu vermitteln) andere juristische Fragestellungen im Vordergrund.

Ich hoffe, dass Ihre Frage beantwortet wurde. Falls nicht, können Sie mich gerne unter meiner E-Mail-Adresse kontaktieren.

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,


A. Meyer



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