Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadenersatzforderung für angeblich defekte Küche


23.09.2006 11:19 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ende September bin ich aus meiner alten Wohnung ausgezogen. Meinem Nachmieter habe ich für €900,00 meine voll funktionsfähige Einbauküche mit Waschmaschine sowie den Laminatboden überlassen. Wir haben diesen Kauf vertragsmäßig festgehalten. Einen Absatz für den Gewährleistungsausschluss gibt es auch.

Heute habe ich ein Schreiben von meinem Nachmieter bekommen, in dem er schildert, dass das Thermostat des Backofens defekt sei. Bemerkt haben will er das, als er seine Pommes Frites verkohlt aus dem Ofen geholt hat.

Nun beschuldigt er mich, dass ich von dem angeblichen Fehler gewusst habe und dass ich versucht haben soll, den Backofen selbst zu reparieren. Beweisen will er das damit, dass ich angeblich die Holzblende vor dem Backofen abgerissen haben soll um den Backofen zu reparieren. Anschließend soll ich selbige wieder notdürftig mit Silikon befestigt haben. Er gibt an, dass das Brett sich während seiner Abwesenheit "gelöst" haben soll.

In der Tat habe ich das Brett mit Silikon befestigt, allerdings schon bei Einbau der Küche vor drei Jahren. Da ich den Backofenschrank bereits eingesetzt und verschraubt habe, hätte ich ohne einen erneuten Ausbau die Blende nicht anbringen können. Deshalb habe ich die Blende mit Silikon angebracht.

Kurz vor meinem Auszug habe ich noch mit einigen Freunden ein Abschiedsessen veranstaltet, bei dem ich auch den Backofen benutzt habe. Dabei ist keinerlei Problem aufgetreten, so dass ich davon ausgehe, dass der Backofen bei Übergabe einwandfrei funktioniert hat. Ausprobiert haben wir ihn bei der Übergabe allerdings nicht.

Nun fordert mein Nachmieter mich auf den Backofen zu reparieren, gleichwertigen Ersatz zu schaffen oder € 300,00 auf sein Konto zu überweisen. Dies soll ich inkl. Antwortschreiben bis zum 29.9. erledigt haben. Den Brief habe ich heute (23.9.) erhalten. Fall ich auf seine Forderung nicht reagiere droht er mir mit seinem Anwalt.

Wie gut stehen die Chancen meines Nachmieters seine Forderung durchzusetzten?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt Stellung nehmen möchte:

Nachdem die Einbauküche unabhängig von dem Thermostat des Backofens ansonsten offensichtlich voll funktionstüchtig ist, könnte bereits zweifelhaft sein, ob ein Sachmangel im Sinne von § 434 BGB vorliegt. Denn bei einer gebrauchten Sache stellen übliche Verschleißerscheinungen keinen Mangel dar.

Unabhängig hiervon trägt der Käufer im Rahmen der Geltendmachung der Gewährleistungsrechte nach § 437 BGB die Beweislast dafür, dass die Kaufsache bei Übergabe mangelhaft war. Nachdem Sie den Backofen noch kurz vor Ihrem Auszug nutzten, ohne Mängel festgestellt zu haben und hierfür Zeugen zur Verfügung stehen, werden Sie die Behauptung des Nachmieters, zum Zeitpunkt der Übergabe sei das Thermostat des Backofens defekt gewesen, zunächst erfolgreich bestreiten können. Allein aus der Tatsache, dass die Holzblende vor dem Backofen abgerissen und mit Silikon wieder angebracht wurde folgt nicht zwangsläufig, dass auch das Thermostat defekt gewesen sein muss. Aufgrund der erkennbaren Befestigung der Holzblende des Backofens mit Silikon, könnte dem Nachmieter darüber hinaus ggf. der Vorwurf gemacht werden, er habe das Vorhandensein des Mangels grob fahrlässig nicht erkannt. Angesichts dieser Sachlage dürfte der Käufer kaum in der Lage sein nachzuweisen, dass Sie den angeblichen Mangel im Sinne von § 444 BGB arglistig verschwiegen haben, so dass Sie sich auf den vertraglich vereinbarten Haftungsausschluss berufen werden können.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER