Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadenersatzansprüche gegen einen Anwalt


04.03.2005 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Rechtsauskunft / Schadenersatz

Bitte helfen Sie mir , folgende Frage zu beantworten ??? :

Zur Verfolgung meiner Schadensersatzansprüche gegen die Scheidungsanwältin meiner früheren Frau beauftragte ich einen Rechtsanwalt. Der durch mich dargestellte Sachverhalt (siehe später aufgeführte Vorgeschichte) war für diesen Anwalt so überzeugend , dass seiner Meinung nach die juristische Verfolgung sehr gute Aussichten versprach. Daher erteilte ich ihn den Auftrag / das Mandat , mich rechtlich zu vertreten.
Das LG und OLG wies die folgende Beschwerde zurück. Zur Begründung wurde aufgeführt , dass die eventuellen Schadenersatzansprüche zwischenzeitlich verjährt wären ! Bei der brieflichen Zusendung dieses Beschlusses bekam ich durch meinen Anwalt im Begleitschreiben den unmissverständlichen , schriftlichen (!) Hinweis , dass diese eingetretene Verjährung in seinen Verantwortungszeitraum und somit in seiner Zuständigkeit gefallen sei !!! Und somit mir Schadenersatzansprüche gegen ihn im Raume stehen !!!
Diese später , durch mich gegen ihn erhobenen Schadenersatzansprüche hat die Berufshaftpflichtversicherung des Anwalts nach Durchsicht der durch ihn überlassenen Unterlagen (wegen klarer Aussichtslosigkeit der angestrebten Klage !!!) als unbegründet beurteilt und zurückgewiesen.
Seither stellt sich für mich die Frage , ob und gegen wem ich den für mich damals entstandenen Schaden von über 16.000,- DM / 8.000,- Euro jemals geltend machen kann ? ? ? ? ?
(nach meinem heutigen Kenntnisstand verjähren meine diesbezüglichen (?) Ansprüche Anfang Mai diesen Jahres !)

hier die Vorgeschichte zu den vorgenannten Schadenersatzansprüchen ...
Im Rahmen der außergerichtlichen Scheidungsvereinbarung (unserer gescheiterten dreijährigen Ehe) erklärte ich mich 1997 freiwillig bereit , aus meinen nebenberuflichen Einnahmen einen Zugewinnausgleich zu zahlen. Während ich ohne anwaltlichen Beistand war , wurde meine Exfrau damals anwaltlich vertreten. In den Abstimmungsgesprächen zu der außergerichtlichen Scheidungserklärung machte mir die Anwältin glaubhaft , dass ich die beabsichtigten Zahlungen im laufenden Geschäftsjahr als Betriebsausgaben buchen könne. Ziel der Anwältin waren dabei die sofortigen Auskehrungen an meine Exfrau , da ich selbst diese Zahlungen erst nach Abschluss aller steuerlichen Modalitäten tätigen wollte.
Die Rechtsanwältin meiner Exfrau machte mir ihr Zahlungsmodell damals durch ihre Erläuterungen vollends glaubhaft. Nicht zuletzt schenkte ich ihrer Auffassung mein ganzes Vertrauen , da ich einerseits mich freiwillig zu den Zahlungen bereit erklärte und andernseits die Anwältin parallel auch als Steuerberaterin tätig ist !
Da ich damals auch einen Teil der Anwaltskosten (per Rechnung an meinen Namen!) trug , bin ich unmissverständlich auch von einer Beratung meinerseits ausgegangen !!!
Das böse Erwachen ereilte mich , als ich 1997 und auch 1998 jeweils runde 8.000,- DM (!) Steuernachzahlungen leisten musste. In langen steuerrechtlichen Auseinandersetzungen wurde mir seitens des Finanzamtes begreiflich gemacht , dass die Beratung der Anwältin meiner Exfrau unzutreffend war !!!
Noch vor Ablauf der Fristen wandte ich mich , zuerst auf der Suche nach einer gütlichen Einigung an die betreffende Anwältin. Sie wies jedoch jegliche Ansprüche von sich , da sie nur das Mandat meiner Exfrau besaß und mich somit in keiner Art und Weise beraten haben wollte.
Soviel zur Vorgeschichte !!!

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

auch wenn Ihnen die Antwort nicht gefallen wird; Sie können keinerlei Ansprüche aus Vertrag gegen die Änwältin der Ex geltend machen.

Die RAin hat hier in der Tat nur Ihre Frau vertreten (eine Vertretung beider Ehepartner wäre schon anch dem Gesetz ausgeschlossen), so dass ein Vertrag nicht geschlossen worden ist.

Auch dass die Rechnung auf Sie teilweise ausgestellt und von Ihnen gezahlt worden ist, ändert daran nichts (wobei die Vorlage und der Wortlaut der Rechnung äußerst interessant wäre), da Sie offenbar im Vergleichswege im Innenverhältnis zur Ex einen Teil der Kosten übernommen haben. Hier wäre der genaue Wortlaut der Rechnung nebst Anschreiben aber wichtig; faxen Sie mir beides bitte einmal zu, damit ich dazu ev. ergänzend in einer Nachfarge Stellung nehmen kann.

Denn ggfs. könnte man allenfalls an einer Haftung als Steuerberaterin denken, so dass neben der Berufshaftpflicht der RAin auch daran zu denken sein könnte, die Berufshaftpflicht der Steuerberaterin in Anspruch zu nehmen, wenn diese Auskunft falsch war.

Zu denken wäre ansonsten allenfalls an eine deliktische Haftung; dazu müssten Sie aber nachweisen, dass Ihnen die Auskünfte bewußt unrichtig erteilt worden sind, um Ihnen zu schaden. Wie wollen Sie aber dieses Beweis führen?



Danach bleibt Ihnen allein der Weg, IHren RA in Regress zu nehmen.

Da dessen Berufshaftpflicht die Ansprüche abgelehnt hat, steht Ihnen nur noch der Klagewege gegen IHREN Anwalt zur Verfügung. Bei dem von Ihnen genannten Streitwert wird das Landgericht zuständig sein, so dass Sie auf jeden Fall einen (neuen) RA einschalten müssen.

Ich raten Ihnen daher dringend, einen Kollegen vor Ort mit allen Unterlagen aufzusuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 04.03.2005 | 10:38

Sehr geehrte Frau RAin True-Bohle ,

besten Dank für Ihre prompte Antwort.
Ihre Meinung hinsichtlich der Unantastbarkeit der Anwältin meiner Ex teile ich voll und ganz. Hiervon möchte ich auch prinzipiell absehen.
Interessant für wäre , auch wenn es darauf sicher keine definitive Antwort gibt , wie die Chancen im Regressfalle gegen meinen RA aussehen und ob ich dabei meine Ansprüche gegen den Anwalt und / oder gegen dessen Berufshaftpflicht gelten machen muss !?
Mein bisheriges Zögern , diese Ansprüche geltend zu machen , liegt ganz einfach auch in der befürchteten nervenraubenden Zeit und letztendlich die neuerlich entstehenden Kosten !!! Da es in Deutschland keine Erfolgshonorare gibt (Oder?) , wäre es schön , wenn Sie dazu noch kurz ein paar Worte verlieren könnten !

Ich danke für Ihre Bemühungen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.03.2005 | 10:52

Erfolgshonorare gibt es in Deutschland leider nicht.

Die Zeit kann Ihnen sicherlich keiner ersetzen.

Bei einem Wert von 16.000,00 DM (=8.180,67 EUR) beläuft sich das Kostenrisiko auf rund 3.200,00 EUR (Gerichtskosten und zwei Anwälte (Eigener + Gegenanwalt)). Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, Prozeßkostenhilfe zu beantragen, oder es wird aus Kostengründen nur ein Teilbetrag eingeklagt; Beeides sollten Sie absprechen.

Zu den Chancen kann ich Ihnen mit ruhigem Gewissen keine Angaben machen. Ein Verschulden Ihres RA liegt offenbar vor, aber wie wäre der ursprüngliche Prozess ohne dieses Verschulden ausgegangen? Denn genau dass ist die Frage. Hierzu bedarf es der Vorlage und Prüfung aller Unterlagen.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER