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Schadenersatzansprüche durch Verkehrsunfall auf dem Weg zur Arbeit

17.04.2009 11:27 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Sehr geerte Damen und Herren,

mein Ehemann hatte vor 2 Wochen einen schweren Motorradunfall auf dem Weg zur Arbeit. Er war auf einer Bundesstraße mit erlaubten 100 km unterwegs, als ein LKW schnell die Straße überqueren wollte und ihn dabei übersah. Mein Ehemann fuhr frontal in das rechte Vorderrad des LKW, schleuderte in die Scheibe und weiter auf die Straße und musste mit schweren Verletzungen mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus verbracht werden.

Er erlitt Lungenquetschungen, eine mittelschwere Gehirnerschütterung, eine Beckenfraktur, einen schweren offenen Unterarm-Trümmerbruch linker Arm, zusätzlich einen Sehnenriss im Daumen, eine schwere Fraktur im rechten Knie (alle Bänder und ein Knochen kaputt) und mehrer Prellungen.

Die ersten Tage lag er auf einer Intensivstation, nun ist er auf einer normalen Station, Akut ist die Beckenfraktur, linker Arm mit Daumenunbeweglichkeit und das rechte Knie. Es werden noch einige Operationen folgen mit Metallplatten und Gestellen, wahrscheinlich wird er in eine Spezialklinik 300 km entfernt verlegt werden müssen.

Die Ärzte gehen von bleibenen Schäden an Arm und Knie aus.

Wahrscheinlich wird es Monate dauern bis er nach Hause kann.

Der Unfallfahrer hat 100 % Schuld und hat ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung und nicht beachten der Straßenverkehrsordnung bekommen. Wir werden den Unfallfahrer nicht zusätzlich anzeigen.

Bisher habe ich mich bei der EisenbahnUnfallkasse, seinem Arbeitgeber, Gutachter und bei der Versicherung gemeldet.

Ich würde gerne wissen wie es finanziell weitergeht,
bisher muss ich vieles selbst auslegen..

-in welcher Höhe kan man ungefähr mit Schmerzensgeld rechnen
-und ob Sie mir auch sagen können ob Versicherung nach Prüfung selbstständig bezahlen oder sich melden.
-Und ob mein Ehemann 80 %
oder 100 % Lohnfortzahlung bekommt.

Vielen Dank.

17.04.2009 | 13:10

Antwort

von


(818)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:
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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage!

Zunächst möchte ich Ihnen mein tiefes Mitgefühl zu diesem schrecklichen Ereignis kund tun.

Zunächst möchte ich Ihnen kurz einen Überblick geben, welche Schadenspositionen im Rahmen eines Personenschadens ersatzfähig sind.

Dies wären das Schmerzensgeld, die Heilbehandlungkskosten (also zum Beispiel Zahlungen für Medikamente, Krankentransporte, Krankenhausaufenthalte, etc.), der Verdienstausfallschaden und der sog. Haushaltsführungsschaden (der Schaden der dadurch entstehen kann, dass die Verletzte nicht mehr in der Lage ist im Haushalt mitzuwirken).

Nun aber zu Ihren Kernfragen:

Die Schmerzensgeldhöhe orientiert sich insbesondere an dem Umfang der erlittenen Verletzungen, der Person (Alter) des Verletzten und den hieraus folgenden Beeinträchtigungen, also z.B. der Dauer und Umfang der Behandlung, Arbeitsunfähigkeit sowie Folgeschäden.

Bei der Bemessung kann auch die Unfallursache sowie unter Umständen das Regulierungsverhalten der gegnerischen Versicherung eine Rolle spielen.

Dies sind teilweise Faktoren, die aus der Ferne im Rahmen einer Erstberatung leider nicht abschließend geklärt werden können, da viele Faktoren, also insbesondere der Heilungsverlauf und das Regulierungsverhalten der Versicherung noch in der Zukunft liegen.
Aus diesem Grund ist an dieser Stelle lediglich eine grobe Prognose möglich.

Nach Ihrer Schilderung sind leider sehr starke Verletzungen sowie Beeinträchtigungen vorhanden. Auch sind aufwendige Operationen nötig und es wird wohl leider um Spätfolgen nicht herumzukommen sein.
Demnach kann nach Ihrer Schilderung schon von einer schweren Verletzung/Beeinträchtigung gesprochen werden, so dass sich das Schmerzensgeld tendenziell im oberen Bereich befinden wird.
In der Praxis werden oft vergleichbare Urteile herangezogen, um die Schmerzensgeldsumme in etwa bestimmen zu können.

Nachfolgend habe ich Ihnen Urteile beigefügt mit Erläuterungen, welche in der Gesamtschau Ihrem Fall schon sehr nahe kommen (es ist zu berücksichtigen, dass diese Urteile relativ alt sind, so dass bei gleichem Sachverhalt heutzutage ein entsprechend höheres Schmerzensgeld auszuurteilen wäre):

Gehirnerschütterung, Beckenfraktur, Riss des Innenbandes sowie beider Kreuzbänder am linken Knie Betrag 20000 DM (10000 EUR) (LG Hildesheim,Urteil v. 21.12.1999, 3 O 202/98 ).

Lungenquetschung, Oberschenkelbruch, Kehlkopfbruch Betrag 30000 DM (15000 EUR)
Dauer der Behandlung und Arbeitsunfähigkeit 2 Monate Krankenhaus, (LG Gießen,Urteil vom 3.6.1986, 2 O 470/84 ).

Zweitgradige offene Oberschenkelfrakturen links Grades, Oberschenkelfraktur rechts, Radiustrümmerfraktur rechts; commotio cerebri; Weichteilverletzung am rechten Augenlid und Lippe; multiple Prellungen, Pneumothorax rechts; Absplitterungsfraktur der oberen Frontzahnreihe Betrag 60000 DM (30000 EUR); (OLG Köln,Urteil vom 10.9.1999, 19 U 202/98 ).

Wie bereits gesagt, ist an dieser Stelle nur eine sehr vorsichtige Prognose möglich. Ich schätze, dass sich das Schmerzensgeld irgendwo im Bereich von 45.000 – 75.000.- € bewegen dürfte.

Nun zu Ihrer Frage bezüglich der Lohnfortzahlung.
Ihr Mann erhält von seinem Arbeitgeber nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz maximal 6 Wochen lang Lohnfortzahlung für den Krankheitsfall.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 1996 wurde die Höhe dieser gesetzlichen Entgeltfortzahlung von 100 % auf 80 % herabgesetzt.
Nach Ablauf des 6 Wochenzeitraumes ist der entstehende Verdienstausfall durch den Unfallverursacher bzw. dessen Versicherung zu ersetzen. Hierzu zählen neben dem Nettoentgelt auch Lohnsteuer oder Rentenzahlungen.

Nun zu Ihrer letzten Frage bezüglich der Versicherung.
Dies ist eine Frage der Zahlungsmoral. Die Versicherung wird sich wohl nach der Prüfung melden. Erfahrungsgemäß (dies ist aber von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich, insoweit darf man nicht alle Versicherer über denselben Kamm scheren) wird die Versicherung zunächst einen Betrag anbieten, der nicht angemessen ist, also deutlich unter dem liegt, was Ihrem Mann zusteht bzw. ein Gericht ausurteilen würde.

Dann wäre es ratsam, einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen Ihres Mannes zu beauftragen, da die Praxis leider oft zeigt, da Versicherungsnehmer, die nicht anwaltlich vertreten sind, nicht genau so ernst genommen werden, als wenn Sie sich einen Anwalt nehmen würden.

Dann geht es in der Praxis oft hin und her , bis (hoffentlich) eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so hilft nur noch die Inanspruchnahme gerichtlicher Hilfe.
Meiner Erfahrung nach werden aber viele solcher Fälle außergerichtlich gelöst.

Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorhaben noch alles Gute und viel Erfolg!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag!


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax 0471/3088316


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Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

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