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Schadenersatzanspruch bei Reitunfall

24.08.2012 07:31 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Vor einem Jahr ist ein Kind beim Reiten auf meinem Pferd heruntergefallen. Es musste der RTW kommen. Es ist aber zum Glück nichts passiert. Nur hatte ich zu der Zeit noch keine Reiterhaftpflicht. Die betreffende Krankenkasse macht nun Ihre Gesamtforderungen von rund 600€ an mich geltend (Fallpauschale, Notarztwagen, Rettungswagen). Ich habe mit mehr gerechnet. An einer Zahlung komme ich wohl nicht herum, besitze mittlerweile auch eine Versicherung. Mit der Krankenkasse wäre das dann ja erledigt. Was ist aber, wenn der betreffende Vater des Kindes noch Schadensersatzansprüche an mich geltend macht? Der Unfall liegt wie gesagt 1 Jahr zurück. Vom gesunden Menschenverstand her glaube ich da nicht dran. Gibt es eine Zeitspanne, in der Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden können
24.08.2012 | 09:14

Antwort

von


(33)
Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworten möchte:

Eine völlige Entwarnung kann ich Ihnen leider nicht geben. Zumindest theoretisch. Da Sie als "Schädiger" den Angehörigen bekannt sind, gilt für Schmerzensgeldansprüche diesem Fall die regelmäßige Verjährungsfrist nach § 195 BGB, die drei Jahre beträgt. Gemäß § 199 Abs. 1 BGB beginnt diese Frist mit dem Ende des Jahres, in dem der Schadensersatzanspruch entstanden ist. Die Möglichkeit, dass hier ausnahmsweise eine 30-jährige Verjährungsfrist besteht, kann ich nach Ihren Angaben nicht erkennen.

Ich gehe davon aus, dass der Reitunfall im Jahr 2011 war. Das bedeutet dann für Sie im Klartext, dass der Anspruch auf Schmerzensgeld "nur" bis zum 31. Dezember 2014 geltend gemacht werden kann.

So weit, so schlecht. Es kommt zwar nur selten vor, dass diese Verjährungsfrist bis zum allerletzten Tag ausgeschöpft wird – aber nicht ganz so selten geschieht das auch noch eine ganze Weile nach dem Unfall. Häufig steckt da dann irgendein Freund/Verwandter dahinter, der die Geschichte gehört und vorher einen Bericht in der Zeitung oder im Fernsehen gesehen hat (oder amerikanische Anwaltsserien liebt) und den Eltern sagt: "Da könnt ihr doch noch Geld herausholen".

In vielen Fällen hat er damit sogar recht. Wenn Verletzungen vorliegen, dann führt das auch regelmäßig zu einem Schmerzensgeld. Darüber hinaus können auch noch weitere Schäden geltend gemacht werden, beispielsweise wenn für die Zeit der Genesung eine besondere Betreuung notwendig war.

Nun will ich Ihnen aber keine Angst machen. Sie schreiben selbst: "Zum Glück ist nichts passiert". Wenn das auch nur ansatzweise stimmt, sehe ich schon keine Grundlage für ein Schmerzensgeld. Für unerhebliche Verletzungen gibt es sowas nicht. Dafür spricht auch, dass die Krankenkasse offenbar keine Behandlungskosten in Rechnung stellt, sondern nur die eingeleiteten Maßnahmen, für den Fall, dass eine Behandlung nötig ist.

Der Fantasie (insbesondere eines findigen Rechtsanwaltes) sind natürlich zunächst einmal keine Grenzen gesetzt. Man könnte noch an Schockschäden bei den Eltern selbst denken, die den Unfall mit angesehen haben oder psychische Auswirkungen wie Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche, Ängsten etc. – aber einmal davon abgesehen, dass diese auch tatsächlich vorliegen müssen, muss auch der Zusammenhang mit dem Unfall bewiesen werden. So unwahrscheinlich Ersteres ist, noch schwieriger ist das Zweite. Ganz besonders, da der Vorfall jetzt ja schon ein Jahr her ist

Zusammengefasst: Theoretisch besteht die Möglichkeit, das noch Ansprüche gegen Sie geltend gemacht werden. Unabhängig von der Tatsache, wie wahrscheinlich dies ist, halte ich es jedoch für unwahrscheinlich, dass solche Ansprüche tatsächlich begründet sind. Falls aber doch, sollte noch einmal geprüft werden, inwieweit die behaupteten Schäden nachvollziehbar und beweisbar sind.


Ich hoffe, dass Sie durch meine Antwort einen ersten Überblick gewonnen haben. Wenn etwas unklar geblieben ist, stehe Ihnen gerne über die kostenlose Nachfragefunktion weiter zur Verfügung.

Rein vorsorglich, aber immer wieder wichtig: Bei den hier gegebenen Antworten handelt es sich regelmäßig lediglich um eine erste Orientierung für Sie, um Ihnen einen Eindruck von der rechtlichen Lage zu vermitteln. Die „klassische" Erstberatung bei einem Anwalt kann nur bei ganz konkreten Fragen ersetzt werden, denn häufig ergeben sich später weitere Punkte. Auch können manche Tatsachen und Umstände, die nicht erwähnt wurden oder gar nicht zutreffen, zu einer völlig anderen rechtlichen Bewertung führen.

Aber wenn Sie bisher zufrieden waren und weitergehenden Beratungsbedarf haben, können Sie sich gern direkt bei mir melden.

Mit freundlichen Grüßen

Jörn Blank
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Jörn Blank

Nachfrage vom Fragesteller 05.09.2012 | 06:54

Danke für die ausführliche Info. Nun ist mir jedoch zu Ohren gekommen, dass das Mädchen im Juli bereits verstorben ist, aufgrund Ihrer Krankheit (Glasknochenkrankheit). Von daher gehe ich mal davon aus, wird wohl keine Schadensersatzforderung seitens des Vaters mehr kommen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.09.2012 | 13:29

Sehr geehrter Fragesteller,

Schmerzensgeldansprüche sind durchaus vererbbar. Insoweit ändert sich im Ergebnis für Sie nichts.

Ob man allerdings nach dem Verlust der Tochter tatsächlich auf die Idee kommen kann, aus einem früheren und wohl folgenlosen Unfall noch Schmerzensgeld für diese zu beanspruchen, übersteigt mein Vorstellungsvermögen. Juristisch ausgeschlossen ist das aber nicht.

Wenn allerdings eine Verbindung zwischen dem Reitunfall und dem Tod des Mädchens bestehen könnte, sieht die Sache natürlich ganz anders aus. In diesem Fall sollten Sie den kompletten Sachverhalt aufbereiten und umfassend prüfen lassen.

Mit freundlichen Grüßen
Jörn Blank

ANTWORT VON

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