Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadenersatzanspruch an ehem. Whg.-Eigentümer wg. Mietminderung und Schimmelpilz


30.03.2007 15:52 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von



Sehr geehrte Rechtsanwälte,
ich habe am 18.12.06 (Notartermin) eine Wohnung in einem 1955 gebauten Wohnhaus von einem großen Immobilienunternehmen/VermögensverwaltungsAG (im Folgenden kurz P. genannt)gekauft.
BNL-Übergang war am 1.2.07.
Dieselbe Gesellschaft hat sich für das gesamte Objekt (ca.240 W-einheiten)auch als Hausverwalter benannt.
Die Whg. wird seit Jahren von einem älteren Ehepaar bewohnt.
Bei der Besichtigung der Wohnung vor dem Kauf (Anf.Dez.06)ist mir an der Decke eines der Zimmer ein Schimmelpilzbefall aufgefallen. Kommentar des Verkäufers: Im Zuge des Dachgeschossausbaus werde die Decke neu isoliert, damit würde die Ursache beseitigt.
Am 7.3.07 erfuhr ich durch einen Anruf beim Verwalter "zufällig" (auf meine Nachfrage), dass die Mieter am 29.12.06 eine Mietminderung um 20% wegen erheblichem Krach und Schmutz beim Ausbau des über der Whg. liegenden Dachgeschosses durch o.g.Gesellschaft (=P.) und auch wegen des Schimmels gefordert haben.
Am 20.3.07 erhielt ich vom Verwalter
-den Antrag auf Mietminderung vom 29.12.06, aus dem auch
hervorgeht, dass der Schimmelbefall dem Verwalter /Besitzer
bereits am 18.4.06!!! schriftlich mitgeteilt worden war und
in dem um Begutachtung und Stellungnahme gebeten wurde.
(war mir bis dato unbekannt!)
-ein Schreiben des Verwalters/Immobilienmanagers vom 5.2.07,
in dem er die Mietminderung für den Zeitraum der erheblichen
Beeinträchtigung akzeptiert. Außerdem steht in dem Schreiben,
dass sich das Immob.management wegen der "Angelegenheit mit
dem Schimmel" mit einem Fachmann für Schimmelpilzbehandlungen
in Verbindung setzen und ihn mit der Feststellung der Ursache
beauftragen werde.
Ich habe dann am 20.3. postwendend per Eischreiben an die P. geschrieben und um Aufklärung gebeten, warum wegen des Schimmels von der P. noch nichts unternommen wurde und gleichzeitig eine Frist bis zum 5.4.07 gesetzt, bis zu der die P. die Angelegenheit wegen des Schimmels zu erledigen habe.
Am 26.3.07 erhielt ich dann ein Fax vom Objektverwalter, in dem er schreibt, dass sie einen Gutachter damit beauftragt hätten, die Ursache der Schimmelpilzbildung festzustellen (ohne konkrete Datumsangabe!). Eine Antwort auf den Vorwurf der Verschleppung blieb er schuldig!
Die P. hat während eines Jahres wegen des Schimmmelpilzes nichts unternommen, bis heute! Der Schimmelbefall hat sich deshalb erheblich ausgeweitet. Ich werde also nach dem 5.4. selbst einen Gutachter mit der Sache beauftragen.
Bei der Beantwortung der Fragen gehe ich davon aus, dass der Mieter nicht Schuld an der Schimmelbildung hat.
Und jetzt meine Fragen:

1)Muss die P. als Verursacher des Drecks und Krachs beim Ausbau des Dachgeschosses für die Mietminderung aufkommen-(der geplante Dachausbau war zum Zeitpunkt des Wohnungskaufs bekannt),
ist sie haftbar- oder bleibt der Verlust bei mir als Whg.eigentümer hängen?

2)Muss die P. für die Kosten eines Gutachters wegen der Feststellung der Ursache des Schimmelbefalls aufkommen, weil sie die Angelegenheit über annährend ein Jahr verschleppt hat und zum Zeitpunkt des Auftretens Wohnungseigentümer war?

3) Welche Aussicht auf Erfolg hat eine Klage? Sind das zwei verschiedene Verfahren (Mietminderung/Schimmelpilz)?

4) Werden bei Klageerfolg meine entstandenen Anwalts- Gerichts-, Gutachter- und Handwerkerkosten für die Entf. des Schimmelpilzes vom Gegner (Beklagten) übernommen?

5)Welche Kosten kommen durch anwaltliche Tätigkeit und evtl. einer Klage auf mich zu?

6)Was raten Sie mir, wie ich mich verhalten soll?
30.03.2007 | 17:54

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass die Mieter die Wohnung auch nach Ihrem Kauf weiterhin bewohnen. Sollten Sie selbst die Wohnung bewohnen, teilen Sie dies in der Nachfrage bitte mit.

2.Die Ansprüche der Mieter bestehen ab der notariellen Eintragung Ihnen gegenüber. Sie wiederum können gegebenenfalls bei der P Regress nehmen.

3.Im Raum stehen derzeit Schadensersatzansprüche gegen die P als Verkäuferin des Hauses wegen Mangel an der Kaufsache, § 433, 439 Abs. 1 BGB, 437ff BGB. P ist mit der Leistung – Beseitigung des Mangels – mit Ablauf des 05.04.2007 in Verzug (spätestens). Ab diesem Zeitpunkt können Sie Schadensersatz oder Ersatz Ihrer Aufwendungen zur Beseitigung des Mangels fordern. Dazu zählen die Kosten, die für die Beseitigung notwendigerweise erbracht werden müssen. Auch Gutachterkosten können hier beachtet werden.

4.Ansprüche hinsichtlich des Ausbaus des Dachgeschosses sehe ich derzeit als zumindest fraglich. Da Sie bei Einzug Kenntnis von dem Ausbau und damit von dem Mangel „Lärm“ hatten, können Sie gegebenenfalls Ihrer Ansprüche diesbezüglich verlustig gegangen sein, § 442 BGB.

5.Die Kosten für die Beseitigung des Schimmels, Gutachterkosten und Kosten für ein Gerichtsverfahren müssen Sie zunächst selbst aufbringen, wenn die P. Nicht einlenkt. Sollten Sie in dem Verfahren gewinnen, erhalten Sie die gesetzlichen Gebühren von der Gegenseite ersetzt.

6.Wie hoch die Kosten für ein Verfahren sind, lässt sich nur anhand des Streitwertes in der Sache festlegen. Geht man von EUR 8000,00 Streitwert aus, kostet ein solches Verfahren im Verlustfall auf ca. 3.400,00 EUR ohne Zeugen oder gerichtliche Gutachterkosten. Wenn Sie gewinnen, erhalten Sie die gesetzlichen Kosten zurück.

Sie sollten die Angelegenheit entweder durch unsere Kanzlei oder einen Kollegen prüfen lassen und gemeinsam mit Ihrem Anwalt eine Strategie für das weitere Vorgehen entwickeln. In jedem Fall sollten Sie die Schäden festhalten (Fotos, Zeugen, Aufzeichnungen von Telefongesprächen, E-Mails etc.).

Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Jedoch bin ich erst wieder ab dem 10.04.2007 in der Kanzlei. Per E-Mail können Sie mich aber schon vorher erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER