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Schadenersatz wg. Absage Arzttermin


21.10.2004 13:17 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrter Rechtsanwalt,

ich habe für meine Frau einen Zahnarzttermin, der an einem Montagmorgen um 11:30 Uhr gewesen wäre, auf ihren Wunsch an diesem Montag um 09:30 Uhr beim Zahnarzt abgesagt,weil meine Frau einen wichtigen Geschäftstermin wahrnehmen mußte.

Der Zahnarzt stellt uns jetzt 189,00 Euro für "Ausfallzeit pro Stunde, da nicht fristgerecht abgesagt" (lt. Zahnarzt) in Rechnung. Das soll auch der Preis für die ursprünglich vereinbarte Prophylaxe (Cleaning) sein. Wir haben uns jetzt bei einem anderen Zahnarzt erkundigt, der für die selbe Behandlung nur 50-60 Euro verlangen würde.

Meine Fragen:

1. Ist der Zahnarzt berechtigt, ein Ausfallhonorar wg. nicht fristgerechter Absage zu verlangen oder hätte er uns vorher explizit darauf hinweisen müssen (durch Aushang oder Vermerk auf dem Terminzettel(was nicht der Fall war)), wann eine Absage fristgerecht ist und in welcher Höhe ein Ausfallhonorar anfällt?
2. Halten Sie die Höhe des Ausfallhonorars für angemessen oder werden wir hier übervorteilt ("Abzocke")?
3. Welches Vorgehen würden Sie uns empfehlen?

Über eine detaillierte Beantwortung würde ich mich sehr freuen.

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Sehr geehrter Herr,

grundsätzlich darf Ihr Zahnarzt ihnen einen nachweisbaren, tatsächlichen Schaden in Rechnung stellen. Ein solcher kann dann eintreten, wenn er zu der für Sie reservierten Zeit nicht einen anderen Patienten behandelt, z.B. durch Umlegen eines anderen Termin oder Behandlung eines anwesenden, wartenden Patienten.

Dazu ist er wegen seiner sog. Schadensminderungspflicht sogar verpflichtet. Bleibt er einfach untätig und "legt die Füße hoch", bis der nächste reguläre Patiententermin ist, so muß er sich den Ausfallschaden voll selbst zuschreiben.

Nur, wenn im also tatsächlich ein Ausfall entsteht, also ein konkreter, bezifferbarer, nachweisbarer Schaden, darf er Ihnen diesen berechnen.

Eine pauschale Ausfallentschädigung ohne nachgewiesenen Schaden darf er nur berechnen, wenn Sie auf diese Rechtsfolge VORHER hingewiesen worden sind. Dies kann auch durch AGB erfolgen, wenn ihnen deren Kenntnisnahme VORHER möglich war.

Selbst wenn eine sochlche Rechtsfolge vorher wirksam festgelegt worden sein sollte, halte ich eine Pauschale von 189,- EUR pro Stunde für zu hoch. Dies dürfte den üblichen zahnarztlichen Stundensatz doch überschreiten.

Ich empfehle Ihnen, den Zahnarzt schriftlich aufzufordern, Ihnen die Rechtsgrundlage seiner Forderung sowie die Entstehung der Forderung dem Grunde und der Höhe nach zu spezifizieren. Solange dies nicht geschehen ist, zahlen Sie nichts. Prüfen Sie diese Angaben dann oder lassen Sie sie von einem Anwalt prüfen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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