Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadenersatz wegen Falschbehandlung


19.11.2007 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Hallo,
Ich habe eine Frage die nicht mich selbst betrifft, sondern meine Schwester.
Im Jahr 2000 wurde meine Scwester mit akuten Bauchschmerzen in die Klinik eingeliefert. Man diagnostizierte "Frauenbeschwerden" und hat mit Krampflösern behandelt. Nichts weiter. Nach drei Tagen waren die Schmerzen unerträglich. Man sagte ihr sie soll sich nicht so haben, jeder hat mal Schmerzen. Der Bauch meiner Schwester sah mittlerweile aus wie im 5. Monat schwanger, aber man hat weiterhin nichts weiter getan. Meine Schwester war schon fast im Dilierium und ohnmächtig vor Schmerzen als der Chefarzt am Ende einen Darmverschluss, bzw. schon geplatzten Darm festgestellt hat. Meine Schwester wurde nachts um drei notoperiert und hat mehrere Tage zwischen Leben und Tod geschwebt. Das Ganze ist wie gesagt im Jahr 2000 passiert.
Meine Scwester lebt nun mehr recht als schlecht mit ständigen Bauchschmerzen durch den Verwachsungsbauch. Jederzeit kann wieder ein Darmverschluss entstehen.
EU-Rente wurde beantragt, zwei Jahre bewilligt aber nach Ablauf des Bewilligungszeitraums nicht weiter bewilligt. Widerspruchsverfahren hierzu läuft momentan.
Meine Frage jetzt hierzu: Ist es jetzt nach 7 Jahren noch möglich die Klinik wegen Falschdiagnose zu belangen ? Hat man überhaupt eine Chance gegen ein Klinikum vorzugehen ?
Die Entlassungsberichte und auch der OP-Bericht liegt vor.
MfG

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Patienten haben in jedem Fall eine Chance, gegenüber eine Klinik Schadens- und Schmerzensgeldansprüche erfolgreich durchzusetzen. Dies hängt allerdings im Einzelfall davon ab, inwieweit die bestehenden Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Behandlung zur Überzeugung eines Gerichtes oder außergerichtlich zur Überzeugung der Haftpflichtversicherung der Klinik / des Arztes bewiesen werden können. Dabei wird grundsätzlich auf ein medizinisches Sachverständigengutachten zurückzugreifen sein, welches Ausführungen darüber enthält, ob die durchgeführten / nicht durchgeführten Behandlungen dem medizinischen Standard entsprachen. Zur Erleichterung des Nachweises eines solchen Fehlers für den Patienten hat die Rechtssprechung dabei mehrere Beweiserleichterungen eingeführt. Diese Fragen zu prüfen, erfordert zunächst einmal die Einsicht in die vollständigen Behandlungsunterlagen; der Entlassungsbericht / OP-Bericht wird dabei nicht ausreichend sein, da sich nach Ihrer Schilderung die Frage stellt, ob nicht bereits bei Einlieferung bzw. früher ggf. eine OP oder sonstige Diagnose zur Ermittlung der Ursache der Beschwerden indiziert gewesen wäre, d.h. der Darmverschluss nebst Folgen hätte vermieden werden können.

In Ihrem Fall ist aber vorrangig die Frage zu klären, ob aufgrund des zwischenzeitlichen Zeitablaufs etwaige Ansprüche nicht bereits verjährt sind und dies von der Gegenseite erfolgreich eingewandt werden könnte.

Dies hängt im großen Maße davon ab, zu welchem Zeitpunkt Ihre Schwester Kenntnis von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangt haben müsste. Denn nach § 199 BGB beginnt mit dieser Kenntnis eine dreijährige Verjährungsfrist zu laufen. Bestand diese Kenntnis bereits vor dem 31.12.2003 wären Ansprüche zum 31.12.2006 verjährt, soweit keine verjährungsunterbrechenden Maßnahmen erfolgt sind. Für eine Kenntnis bis zum 31.12.2004 würde diese Verjährungsfrist bis zum 31.12.2007 laufen. Eine Verjährung bedeutet, dass Ansprüche nicht mehr geltend gemacht werden könnten, auch wenn tatsächlich ein Behandlungsfehler vorgelegen hat. Die Voraussetzungen einer Verjährung hat allerdings die Gegenseite zu beweisen.

Ich rate Ihnen, diese Fragen konkreter von einem Rechtsanwalt überprüfen zu lassen, wenn Ihre Schwester Ansprüche gegen die Klinik vorbereiten will. Reichen Sie diesem insbesondere den vollständigen Schriftverkehr mit den damaligen Behandlern ein und besprechen vorab mit Ihrer Schwester, zu welchem Zeitpunkt Sie erstmals Vermutungen hatte, dass ein Behandlungsfehler vorliegen könnte, und ob die Klinik den Zeitpunkt dieser Kenntnis mit Erfolg darlegen und beweisen könnte.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -


www.ra-freisler.de
www.kanzlei-medizinrecht.net




FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER