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Schadenersatz vom Steuerberater wegen mangelhafter Arbeit?

| 29.01.2014 22:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Vertragsverletzung des Steuerberaters bei der Buchführung und Steuererklärung und Geltendmachung von Schadenersatz

Mein Mann hatte seinen Steuerberater seit schon vielen Jahren. Es ist eine nicht gerade günstige Steuerberater-Kanzlei. Kam Betriebsprüfung, die umfasste 5 Jahren. Die Steuernachzahlung belief auf 50.000 Euro, wobei der größte Gewinn meines Mannes an einem Jahr war ca. 60.000. Viele Ausgaben wurden von FA nicht anerkannt. Jetzt bevorsteht ihm noch Gerichtsprozess wegen Steuerhinterziehung. Vom Steuerberater kam nie einen Hinweiß, dass solche Unterlagen nie durch eine BP gehen würden. Wir wollten es vergessen, als Alptraum. Haben Kredite genommen, beziehen auch teilweise Hartz IV. Vor einem Jahr machen wir unsere EÜR und Einkommensteuererklärung selbst, heißt, wir haben uns von dem Steuerberater verabschiedet. Vor kurzem kam Brief, dass neue BP vor der Tür steht, die 3 Jahre umfasst. Diese Jahre hat auch dieser Steuerberater gemacht. Im Telefongespräch hat er mich vorgewarnt, dass ich parat Antworte auf mögliche Fragen des FAs vorbereite. Deswegen sollte ich in die Ordner schauen. Da habe ich auch gemacht. Abgesehen davon, dass keine Quittungen kontiert sind (letzte BP hat auch auf ganz schlechte Buchführung hingewissen), habe ich festegestellt (nach zweiwochigen Noch mal Kalkulierungen von 3 Jahren), dass nicht alle Quittungen gezählt sind (Post, Tanken und anderes war bei Neuberechnung viel höher), dass KfZ-Steuer 2 mal gebucht wurde, dass Privatanteile Tel. nicht richtig gezählt sind, dass eine Honorarzahlung in Höhe von 9000 Euro nicht gebucht wurde, auch von einem Honorar-Zahlung in Höhe von 10000 die Vorsteuer nicht geltend gemacht wurde, die Raumkosten sind nicht drin.... Die Auflistung der Fehler beläuft sich auf drei Seiten.
Jetzt kommt auch die Frage, ob bei diesen 5 Jahren, die geprüft wurden, auch solche Fehler drin waren? Und mich lässt nicht in Ruhe die Frage, ob diese Steuernachzahlung nicht die mangelnde Beratung des Steuerberaters war? Eigentlich, gab es keine Beratung. Der hat die Unterlagen, Quittungen bekommen, dann alles gebucht (jetzt stellt fest, dass nicht alles), EÜR und Einkommensteuererklärung gemacht.
Ich weiß nicht, welche Schritte wir jetzt einleiten sollten. Wir haben den Steuerberater zweimal per E-mail informiert (mit Copy an Chef), dass wir einige Differenzen gefunden haben und dass das FA wahrscheinlich die Unterlagen zurückgibt (das hat unsere Prüferin gesagt), um eine neue richtige Buchführung und EÜR zu machen. Wir haben keine Antwort bekommen.

Meine Frage: Muss ich umgehend etwas gegen den Steuerberater unternehmen, heißt, gibt es Indizien, dass es seine Pflichten verletzt hat? Welche Schritte soll ich machen? mich mit Steuerberaterkammer in Verbinding setzten? Mit Beratungsschein zur Anwalt gehen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Einsatz editiert am 29.01.2014 22:32:37

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Grundsätzlich muss der Steuerberater auch die Belege kontieren und der Mandant ist vom Steuerberater bei Mängeln wie Lücken oder Unstimmigkeiten in den Unterlagen auf seine Pflichten hinzuweisen und zur Ergänzung aufzufordern. Sie müssen also dem Steuerberater konkret darlegen, welche Fehler er gemacht haben soll, obwohl ihm die Unterlagen zur Verfügung standen und ihm eine Frist zur Rückantwort setzen. Falls sich der Berater nicht meldet, gehen Sie sodann zum Anwalt und nehmen einen Beratungsschein mit.
Falls der Steuerberater einen Fehler gemacht hat, können Sie nicht Nachbesserung in Form der Erstellung einer neuen Buchführung fordern, da der Steuerberatervertrag ein Dienstvertrag ist. Sie können aber nichtsdestotrotz den Berater auffordern, die Buchführung nochmals zu überprüfen und nachzubessern. An die Steuerberaterkammer müssen Sie sich (momentan) nicht wenden. Falls der Steuerberater eine Pflichtverletzung begangen hat und Ihnen für die Neubearbeitung und Korrektur der Buchführung Kosten entstanden sind, können diese als Schadenersatz geltend gemacht werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2014 | 09:44

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Nachverbessern kann der nicht, weil ich gerade alle drei Jahre neu berechnet habe. Die entstandenen Kosten sind halt meine Zeit. Das ist noch keine Nachfrage.
Hier aber: bei der ersten BP (5 Jahre), die schon vor 2 Jahren bei FA abgeschlossen wurde, habe ich einen begründeten Verdacht, dass da auch nicht alles richtig gebucht wurde. Ich weiß, dass der Schadenersatzanspruch Ende dieses Jahres verjährt wird. Soll ich auch diese 5 Jahre, die bei FA abgeschlossen sind, neu berechnen, und falls da solche ähnliche Fehler vorhanden sind, Schadenersatzanspruch geltend machen? Wir haben da 50000 nachzahlen mussten, und jetzt, wenn ich so viele Fehler bei anderen nachfolgenden Jahren entdeckt habe, habe ich Verdacht, dass da auch gravierende Fehler bei der Buchführung gegeben haben. Der Prüfer vom FA wird nicht noch mal jede Quittung durchrechnen, der schaut meist, welche Ausgaben relevant sind und welche nicht und ob der ganze Geldfluss richtig verbucht ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2014 | 01:27

Der eigene Zeitaufwand, also Ihre Arbeitskraft für die neue Erstellung der Buchführung ist keine erstattungsfähige Position im Rahmen eines Schadenersatzes (BGH NJW 1990, 2060). Etwas anderes wäre dann, wenn Sie darlegen und beweisen können, dass Sie eine Ersatzkraft einstellen und zusätzliche Gehälter zahlen müssen, um die Buchführung neu erstellen zu können. Die Überprüfung der 5 Jahre wegen der Betriebsprüfung müssten Sie somit auf eigenes Risiko überprüfen. Wenn also gewinnmindernde Positionen nicht berücksichtigt wurden aufgrund Fehler des Steuerberaters und die Bescheide bestandskräftig geworden sind, wäre dies als Schaden samt Zinsschaden geltend zu machen. Wenn die Bescheide noch änderbar sind, wäre sodann der Zinsschaden geltend zu machen, weil die gewinnmindernde Position zu einer geringeren Steuer geführt hätte und die nunmehr vom Finanzamt zurückgezahlt wird.
Die aufgrund der Betriebsprüfung berechtigte Steuernachforderung des Finanzamtes stellt allerdings kein Schaden des Mandanten dar. Schaden setzt einen objektiv vermeidbaren Vermögensnachteil voraus.

Bewertung des Fragestellers 02.02.2014 | 20:34

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Stellungnahme vom Anwalt:
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