Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadenersatz nach Sturm_Fassade


| 04.09.2007 21:47 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Zunächst mag ich folgenden Sachverhalt schildern:
Wir (ich und meine Lebenspartnerin) wohnen in einer Wohnanlage zur Miete. Unsere Wohnung ist im 4.Stock und hat eine Dachterrasse.
Auf dieser Dachterrasse steht unsere Hollywoodschaukel unter dem überdachten Teil der Terrasse(an der Seite offen). Die Hollywoodschaukel war bis zum 21.06.2007 durch eine Abdeckplane geschützt. Die Abdeckplane banden wir an den Füssen der Hollywoodschaukel fest.
Am 21.06.2007 war am Vormittag ein Unwetter mit starken orkanartigen Böen. Die Hollywoodschaukel wurde hier vom Wind erfasst und seitlich über das Geländer gehoben. Sie landete im Erdgeschoss im Garten einer Wohnung. Der Garten ist von unserer Terrasse aus gesehen einige Meter weiter rechts.
Durch die angebundene Abdeckplane wurde die Schaukel vermutlich wie ein Ballon getragen. In dem "gelandeten" Garten waren keine Einschlagstellen im weichen Wiesenboden zu sehen. Der Zaun um den Garten war nicht beschädigt. Es wurden 4 Blätter eines kleinen Apfelbaumes im Garten abgebrochen.
Wir nahmen die Fassade danach in Augenschein. Wir konnten von außen keine Beschädigungen in der vermutlichen "Flugbahn" erkennen.
Die Schaukel hat nur wenige leichte Kratzer und einen Knick im Dachholm.

Jetzt, zwei Monate später bekamen wir von der Hausverwaltung einen Brief. In dem Brief stand, dass unsere Schaukel bei dem Sturz die Fassade beschädigt habe. Wir werden in dem Brief aufgefordert die angegebene Firma für die Reparatur der Fassade auf unsere Kosten zu beauftragen.

Wir haben die Fassade nochmals vom EG aus begutachtet. Wir konnten keine Schäden sehen. Wir haben dann bei den Eigentümern der Wohnung im 2.Stock (von unserer Terrasse aus gesehen - weiter links) geklingelt. Diese haben u.a. den Schaden an die Hausverwaltung gemeldet. Das Paar zeigte uns verschiedene Schäden an ihrem Balkon und auch an mehreren Stellen der Fassade an den oberen Wohnungen und der unteren Wohnung. An ihrem Balkon sind tiefe Rillen zu sehen - diese hat der Eigentümer mittlerweile lt. seinen Angaben mit weisser Farbe bemalt. An den oberen Ecken ist abgeplatzter Beton zu sehen. Um am Beton solche Rillen zu verursachen wäre unsere Erachtens ein Meissel notwendig.
Die Eigentümer geben an, dass alle diese Schäden vorher nicht da waren. Es sind auch grüne Striche an der Fassade vorhanden - die von der Schaukel kommen sollen. Unsere Schaukel ist grau.
Die Eigentümerin hörte an diesem Tag einen Krach. Am Abend als der Eigentümer heimkam haben sie den Balkon genau unter die Lupe genommen.
Die Hausverwaltung bat den Eigentümer von dem Schaden Bilder anzufertigen - dies ist nicht geschehen.

Unser Vermieter hat auf den Brief der Hausverwaltung hin die Fassade von aussen besichtigt. Er konnte nichts Wesentliches erkennen.

In den nächsten Tagen wird sich die Fassadenfirma bei uns melden. Es soll ein Besichtigungstermin vereinbart werden.
Wir sind der Meinung, dass die Fehler an der Fassade vorher bereits da waren. Aufgrund des genauen Nachschauens wurden diese von den Eigentümern dann erst bemerkt.
Um alle Schäden zu verursachen hätte die Schaukel in der Luft stehen bleiben und sich hin und her bewegen müssen. Sie wäre dann im Garten unter der Wohnung des o.g. Eigentümers gelandet. Und hätte dann einen Zaun überwunden, um in dem Garten weiter rechts zu landen, in dem sie dann stand, als meine Lebenspartnerin wenige Minuten nach dem Sturz im Erdgeschoss ankam.

Zwei verschiedene Eigentümer sind sich unseres Wissens einig, dass die Schäden durch unsere Schaukel verursacht wurden. Wir haben die Vermutung, dass nicht bemerkte Bauschäden (z.B. durch das hochziehen der Balkongeländer - diese sind grün) uns angelastet werden sollen.

Durch einen Fehler unsererseits haben wir für Juni keine Privathaftpflichtversicherung. Wir haben unsere alte Haftpflichtversicherung zum 01.06.2007 gekündigt(Kündigung aufgrund Beitragserhöhung). Aus Versehen haben wir die neue Haftpflichtversicherung erst zum 01.07.2007 abgeschlossen.

Wir werden für die Schäden, die unsere Hollywoodschaukel entstanden sind bezahlen. Nur für Schäden, die schon vor diesem Tag vorhanden waren und nicht bemerkt wurden möchten wir nicht bezahlen.

Was raten Sie uns? Welche weitere Vorgehensweise empfehlen Sie uns? Welche Paragraphen oder Urteile kommen hier zur Anwendung?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

in dem von Ihnen geschilderten Fall sind zwei Fragen zu prüfen: zum einen die Frage, ob Sie überhaupt für Schäden haften und zum anderen ggfs. die Frage, für welche Schäden.

Zunächst zu der Frage der Haftung dem Grunde nach. Da es sich bei der Hollywood-Schaukel - rechtlich gesehen - nicht um einen Gebäudebestandteil handelt, besteht hierfür keine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung (wie etwa bei einer herunterstürzenden Dachziegel o.ä.), die Haftung besteht vielmehr - wie im sonstigen Leben auch - nur verschuldensabhängig. Eine Schadensersatzhaftung trifft Sie daher nur, soweit Sie im Hinblick auf die Hollywoodschaukel zumindest fahrlässig eine Verkehrssicherungspflicht außer Acht gelassen haben. Dies wäre z.B. dann der Fall, wenn Sie die auf der Dachterrasse aufgestellte Hollywoodschaukel nicht gegen ein Herunterstürzen gesichert hätten - wobei wegen der durch die an der Schaukel befestigten Plane erhöhten Windanfälligkeit an eine solche Sicherung wohl erhöhte Anforderungen zu stellen wären - oder aber, wenn solche Sicherungen (Befestigung am Boden, Beschwerung etc.) zwar vorhanden waren, allerdings keine zusätzlichen Vorkehrungen für den Orkan getroffen wurden, falls sich dieser vorher angekündigt hat. Ich unterstelle, dass Sie die Hollywoodschaukel einfach aufgestellt und trotz der besonderen Lage auf der Dachterrasse nicht zusätzlich abgesichert haben. Dann dürfte Sie in der Tat dem Grunde nach eine Schadensersatzverpflichtung treffen.

Sie sind in diesem Fall jedoch nur zum Ersatz desjenigen Schadens verpflichtet, der tatsächlich durch den Sturz Ihrer Hollywoodschaukel verursacht wurde. Dabei ist zu beachten, dass der Geschädigte nachweisen muss, dass der Schaden durch dien Sturz der Hollywood-Schaukel verursacht sein muss. Mit anderen Worten: nicht Sie müssen nachweisen, dass Ihre Schaukel die Schäden nicht verursacht hat, sondern die jeweiligen Eigentümer müssen nachweisen, dass der betreffende Schaden durch die Schaukel verursacht wurde. Soweit dies nicht der Fall ist, etwa weil das Schadensbild nicht von Ihrer Schaukel stammen kann ("grüner Farbabrieb bei grauer Schaukel") oder weil das Schadensbild nicht zu einem Sturz passt (was Sie bei einigen Schäden nach Ihrer Schilderung ja auch vermuten), besteht für Sie auch keine Verpflichtung, den Schaden zu ersetzen.

Aber auch insoweit wie eine Schadensersatzverpflichtung besteht, kann der Eigentümer nicht verlangen, dass Sie den Handwerker mit der Reparatur beauftragen, er hat dies vielmehr selbst zu veranlassen und kann Ihnen sodann die erforderlichen Kosten der Reparatur in Rechnung stellen.

Sie sollten den geschädigten Eigentümer (bzw. die Hausverwaltung) daher darauf verweisen, dass sie den Reparaturauftrag selbst vergeben soll. Die Kosten dieser Reparatur sollten Sie zunächst in der Höhe erstatten, wie Sie davon ausgehen, dass der Schaden auch wirklich von Ihrer Hollywoodschaukel verursacht wurde, für die übrigen Schäden sollten Sie die Zahlung verweigern, solange Ihnen nicht die Verursachung durch Ihre Schaukel nachgewiesen wurde.

Ich empfehle Ihnen daher, zunächst die Hausverwaltung wissen zu lassen, dass sie die Reparaturfirma selbst beauftragen möge. Nach Vorlage der Rechnung können Sie dann die Anteile herausrechnen, die auf Schäden beruhen, die von Ihrer Schaukel verursacht sein dürften.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.09.2007 | 21:21

Sehr geehrter Herr Meisen,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung unserer Frage.

Wie können wir nachweisen, dass die Schäden nicht von unserer Schaukel kommen? Uns ist noch unklar, wie bzw. wie genau die Geschädigten nachweisen müssen, dass die Schäden von uns sind. Im Moment steht die Aussage der Geschädigten im Raum, dass die Schäden vor diesem Tag nicht da waren.

In unserer ersten Anfrage haben wir Sie um die Angabe der Rechtsgrundlagen (Paragraphen und Urteile) für unsere Argumentation gebeten. Bitte nennen Sie uns diese noch.

Vielen Dank und viele herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.09.2007 | 09:37

Sehr geehrter Fragesteller,

nochmals: nicht Sie müssen nachweisen, dass die Schäden nicht von Ihnen stammen, die Geschädigten müssen nachweisen, dass die Schäden von Ihrer Hollywood-Schaukel verursacht wurden. Insoweit ist es ausreichend, wenn Sie Anhaltspunkte dafür sammeln, dass der Schaden nicht von Ihnen stammen kann, etwa die von Ihnen erwähnten falschen Farbanhaftungen oder aber eine nicht mögliche "Flugbahn" der Hollywood-Schaukel:

Soweit Sie um die Angabe der Rechtsgrundlagen bitten: Eine solche Haftung ergibt sich aus den § 823 Abs. 1 BGB (deliktische Haftung) bzw. § 280 BGB (Schadensersatzhaftung aus Vertragsverletzung, jeweils in Verbindung mit den § 249 ff. BGB. Diese Vorschriften alleine werden Ihnen jedoch vorliegend nicht weiter helfen, da die Rechtsprechung hierzu äußerst umfangreich und für einen Laien unübersichtlich ist.
Aus diesem Grund wollen Sie es bitte auch nachsehen, wenn ich Ihnen hier keine Urteile zitiere. Abgesehen davon, dass gerade im Schadensersatzrecht es stets auf die Verhältnisse im Einzelfall ankommt, hieße die Aufzählung aller in Ihrem Fall eventuell einschlägigen Urteile das Schreiben eines äußerst dicken Buches, ohne dass dies für Sie irgendwelchen weiteren Nutzen hätte.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort hat uns weiter geholfen. "
FRAGESTELLER 4/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER