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Schadenersatz für Betrug eines Anwalts

26.03.2010 12:36 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Darf ein Anwalt einer Gemeinschaftskanzlei, ein Mandat das
ich nur ihm gegeben habe, ohne mein Wissen bei der Rechtsschutzversicherung Endabrechnen? Auf Nachfrage der
Versicherung wie die Sache abgeschlossen wurde antwortete
er der Mandant wünsche dies. Das war gelogen. Dieser Vorgang war mitte 2005. Der Anwalt lies mich in dem Glauben
dass das Mandat weiterbesteht und vertrat mich bis Ende 2007 weiter. Durch sein illegales tätig werden (Er schrieb verschiedene Briefe und versicherte gültige Mandantschaft
wird zugesichert) und seine Ratschläge, ich solle keine Zinsen zahlen und mich in die Zwangsversteigerung treiben lassen. Er werde dann Rechtzeitig Gegenklage erheben. Mit dieser Strategie habe er schon viele Gegner weichgeklopft und das Funktioniert auch in meinem Fall. Er legte keine Gegenklage ein nachdem es beinahe zur Zwangsversteige-
rung kam. Im letzten Moment zog ich die Reissleine und entzog ihm das Mandat das seit mitte 2005 nicht mehr bestand. Ich muß noch erwähnen das Ende 2007 ein anderer Anwalt der Gemeinschftskanzlei (Namensgebe der Kanzlei) ebenfalls verschiedene Schreiben in meiner Sache führte. Erstgennanter Anwalt ist Teilhaber einer Imobiliengesellschaft
und nahm hinter meinem Rücken durch zweitgennantem Anwalt kontakt zu meiner Gläubigerbank auf um meine Verbindlichkeiten und Grundschulden durch seine Gesellschaft aufzukaufen. Für mich Parteiverrat! Anscheinend wurde er auch selbst für seine Imobiliengeselschft bei meiner Gläubigerbank tätig. Interessenskonflikt. Bitte schreiben Sie mir ob und inwieweit ein Anwalt soweit gehen darf. Dieser Vorgang ist durch verschieden Schreiben Belegbar.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst allgemein:

Der Parteiverrat ist in § 356 StGB: Parteiverrat geregelt und stellt unter Strafe, wenn ein Anwalt in derselben Rechtssache beiden Parteien dient.

Die Verletzung eines Privatgeheimnisses, § 203 StBG liegt vor, wenn ein RA ihm anvertraute Geheimnisse weitergibt.

Beide Delikte sind sehr schwerwiegend und können zum neben einer Freiheitsstrafe auch den Widerruf der Zulassung als RA nach sich ziehen.

Unabhängig von der strafrechtlichen Seite ist der Anwalt gehalten die Interessen seines Mandanten nach besten Kräften zu vertreten und seine berechtigten Interessen ohne wenn und aber durchzusetzen. Auch zählt es nach § 43a BRAO: Grundpflichten zu den Grundpflichten des RA keine widerstreitenden Interessen zu vertreten.

Nun zu Ihrem Fall:

So wie Sie den Sachverhalt schildern hat Ihr Anwalt das im Mandat gewonnen Wissen an die Immobiliengesellschaft weitergegeben um ihr einen möglichen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Vom Wortlaut her handelt es sich wohl nicht um dieselbe Angelegenheit, da er ja nicht den Gegner in der Zwangsversteigerungssache vertreten hat. Jedoch meint das Tatbestandsmerkmal "dieselbe Sache" den sachlich-rechtlichen Inhalt der anvertrauten Interessen. In Ihrem Fall war das anvertraute Interesse das Grundstück, beziehungsweise die bestehenden Verbindlichkeiten. Darum ging es Ihnen und darum ging es auch der Immobiliengesellschaft. Der Verdacht eines Parteiverrates läßt sich hier nicht von der Hand weisen. Soweit der von Ihnen beauftragte Anwalt (Anwaltskanzlei) Ihre Informationen, also Grundschuld, Höhe, Gläubigerbank,...) an die Immobilienfirma weitergegeben hat ist auch die Verletzung eines Privatgeheimnisses anzunehmen.

Um Ihre Frage auf den Punkt zu beantworten: Nein, der Anwalt darf nicht soweit gehen, wenn er es dennoch tut macht er sich unter Umständen strafbar und schadensersatzpflichtig.

Nun zum Punkt "Rechtsschutzversicherung"

Der Anwalt hat gem. § 9 RVG: Vorschuss einen Anspruch auf einen angemessenen Vorschuss. Konkret bedeutet dass, dass der Anwalt bereits vor Ende des Mandates die Gebühren verlangen kann, die voraussichtlich entstehend werden. Um im vorliegenden Fall an sein Geld zu kommen, hätte der Anwalt gar keinen Endabrechnung schreiben müssen, sondern hätte die Versicherung um einen Vorschuss in gleicher Höhe bitten können. Diesen Vorschuss hätte Ihre Rechtsschutzversicherung auch bezahlen müssen, es sei denn Sie hätten ihr gegenteilige Weisung erteilt.

Ich vermute, Ihr Anwalt hat frühzeitig abgerechnet, um sich den Erhalt seiner Gebühren abzusichern.

Über das konkrete Mandant kann ich mich mangels Unterlagen natürlich nicht äußern, jedoch ist der Rat, sich in ein Zwangsversteigerungsverfahren treiben zu lassen, schon etwas wunderlich.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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